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Airport
Der resolute Mel Bakersfeld ist Manager des Lincoln International Airports, den er trotz eines über den amerikanischen Mittelwesten herziehenden Schneesturms offen halten will. Währenddessen erhält sein Schwager Vernon Demerst, Chefpilot des Fluges der TGA von New York nach Rom, eine unerwartete Nachricht von seiner Geliebten, der Stewardess Gwen Meighen. Als sich die Situation am Flughafen durch das eisige Unwetter weiter zuspitzt, stellt sich heraus, dass an Bord des TGA-Fluges eine Bombe platziert wurde.
Title Airport
Release Date 1970-03-05
Runtime
Genres Action Drama Thriller
Production Companies Universal Pictures, Ross Hunter Productions Inc.
Production Countries United States of America

Reviews

Kalla Malla
Erst ein ganz normaler Tag auf dem Flughafen, doch dann dramatische Szenen über den Wolken. Ein ganz normaler Linienflug wird während des Flugs nach Rom zum Horrorszenarium: Der verzweifelte Mr. Guerrero (Van Heflin), geschäftlich ruiniert und mit den Nerven am Ende, hat eine selbstgebastelte Bombe mit an Bord gebracht. Er zündet sie an Bord der Boeing 707, damit seine Frau (Maureen Stapleton) die Lebensversicherung kassieren kann. Die Bombe reißt ein gähnendes Loch in die Rumpfwand des vollbesetzten Flugzeugs und bringt Besatzung und Passagiere in Lebensgefahr. Panik bricht an Bord aus, nur Pilot Demerest (Dean Martin), die Chefstewardeß (Jacqueline Bisset) und ein blinder Passagier, die alte Mrs. Ada Quonsett (Helen Hayes), behalten die Nerven. Die tödliche Gefahr kann nur noch durch eine rasche Notlandung abgewendet werden. Doch die einzige Landebahn des Lincoln Airports ist durch eine verunglückte Maschine blockiert, zudem tobt ein verheerender Schneesturm... »Airport« war 1970 ein sensationeller Kassenerfolg und startete das gesamte Katastrophenkino-Genre, dessen Erfolgsrezept immer das gleiche war - ein Haufen Top-Stars, eine gigantische Katastrophe und die brennende Frage, welcher unserer Lieblinge überleben wird. Im Gegensatz zu den späteren Fortsetzungen, die eher durch unfreiwillige Komik glänzen, versucht das Original noch, eine vernünftige, spannende Geschichte zu erzählen. Auch die technischen Details sind hier recherchiert und größtenteils glaubwürdig umgesetzt. Die Maschine wird gesteuert von Dean Martin und Barry Nelson, dazu gesellen sich der Über-Macho Burt Lancaster und die reizende Jean Seberg als seine Assistentin im Flughafen-Terminal, Jacqueline Bisset darf als schwangere Geliebte von Dean Martin das Stewardessen-Opfer geben. Theater-Diva Helen Hayes konnte einen (übetriebenen) Oscar für die Darstellung einer lieben alten Dame kassieren, die gerne als blinder Passagier reist. Positiv zu vermerken sind die grandiose Musik von Alfred Newman sowie der gut aufgebaute Spannungsbogen. Die Erzählung wirkt sehr altmodisch, wider dem Trend des New Hollywood auf theatralisch überladene Gesten und überflüssige Erläuterungen setzend. Daraus aber lässt sich kein Tempo und damit verbunden auch keine Spannung destillieren, so dass der Film mit unvorteilhafter Tendenz zum Stillstand vor sich hinplätschert. Die darstellerische Ausnahme bleibt der lebhafte George Kennedy (»Erdbeben«), der als Haudegen Joe Patroni die blockierte Landebahn für den ramponierten Flieger räumt. Das kam offenbar so gut an, dass Kennedy auch in den drei Quasi-Fortsetzungen mitwirkte. Die üblichen Soap-Elemente halten sich angenehm in Grenzen - tatsächlich werden Themen wie Abtreibung und Ehebruch differenzierter behandelt als in allen Nachfolgern, wo das Gut- und Böse-Schema bis zum Erbrechen simpel gestaltet wurde. »Airport« funktioniert am besten im Mittelteil, wenn Van Heflin und seine Bombe enttarnt werden und der Film sogar ein wenig bösen Humor entdeckt (die arme Helen Hayes wird von Jacqueline Bisset übel herumgeschubst, um den Attentäter abzulenken). Das Finale um die Notlandung dagegen zieht sich wie Kaugummi und kann den Erwartungen nicht standhalten. Die Außenaufnahmen entstanden auf dem internationalen Flughafen von Minneapolis-St. Paul. Sie wurden zum Teil von Henry Hathaway gedreht. Für die Dreharbeiten wurde eine Boeing 707 der US-Charterfluglinie Flying Tiger Line gechartert, die auf die Farben der fiktiven TGA umlackiert wurde. Obwohl es auch vorher schon Katastrophenfilme gab, gilt Airport als stilbildend für das Genre. Charakteristisch für die Katastrophenfilme der 1970er Jahre ist das Großaufgebot an bekannten Schauspielern, ein Merkmal des Genres, welches hier etabliert wurde. Fazit: Insgesamt hat »Airport« deutlich Staub angesetzt, aber wenn man sich vor Augen führt, was für eine Sensation der Film zur Entstehung gewesen sein muss, dann kann er ausgezeichnet unterhalten.

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