Psycho Stream Deutsch

Psycho
Auf der Flucht vor dem Arm des Gesetzes sucht Marion CraneUnterschlupf in einem Motel, das von einem gewissen Norman Bates geleitet wird. Bates’ Gäste erwartet ein schreckliches Schicksal in Person seiner Mutter. Marion wird ihr nächstes Opfer, und ihr Verschwinden ruft ihre Schwester sowie einen Privatdetektiv auf den Plan. Die beiden stoßen bald auf die morbide Verbindung zwischen Norman und seiner geheimnisvollen Mutter.

Reviews

Kalla Malla
Die Sekretärin Marion Crane (Anne Heche) unterschlägt Geld und fährt zu ihrem Lover. Sie will ihn endlich heiraten, hat genug von Treffen in schäbigen Hotelzimmern. Unterwegs zum Geliebten hält sie am Motel von Norman Bates (Vince Vaughn). Der Einzelgänger lebt nebenan in einem viktorianischen Haus bei seiner Mutter und zeigt deutliches Interesse an der hübschen Marion. Doch Norman steht unter der Fuchtel seiner Frau Mama (Rose Marie), die ihm den Kontakt zum weiblichen Geschlecht verbietet. Die Frau, auf die er aktuell ein Auge geworfen hat, wird das Hotel nie wieder verlassen - sie stirbt in einer der berühmtesten Todesszenen der Filmgeschichte. Nur eine Zeitfrage, bis sich eine Gruppe von Leuten, darunter Detektiv Arbogast (William H. Macy), auf die Suche nach der Vermissten macht... Gus van Sants umstrittener Feldversuch: Mitten hinein in das sich gerade an Ironie und Metaebenen abarbeitende Genrekino der End-90er nun also die Duplikation des Slasher-Urgesteins aus dem Hause Hitchcock. Dass van Sants »Psycho« sich in der allgemeinen Rezeption nie vom großen Vorbild lösen konnte, und am daraus resultierenden Vergleich schlussendlich zerbrechen musste, mag vorhersehbar gewesen sein, und doch sollte man van Sant für seine persönliche Verbeugung vor dem brillanten Engländer dankbar sein: Umgeben von den großen und kleinen Paraphrasen des Hitchcock-Œuvres, von den modernen Versuchen, einer sich in ewigen Verweisketten und ambitionslosen Zitatspielen auf die jeweiligen Originale beziehenden Remake-Industrie, ist sein Ansatz der kompromisslosen Nachstellung des bekannten Stoffes nicht nur ein überraschend ehrliches Leinwand-Novum, sondern atmet in seiner gesamten Detailversessenheit schon fast wieder etwas von Hitchs Pedanterie. Dieses »Psycho«-Remake sieht man, als würde man einen Autounfall betrachten: Man ist fasziniert von der totalen Sinnlosigkeit. Die einzige, die während des Drehs scheinbar eine kreative Ader hatte, ist die Kostümbildnerin, welche die peinlich berührt wirkenden Darsteller in schrille, abgefahrene Klamotten mit unglaublichen Accessoirs hüllt. Über die Schauspieler sei hier nichts gesagt, außer dass sich alle komplett zum Affen machen (gleich zwei von ihnen hat der Film nachhaltig die Karriere ruiniert). Besonders der ansonsten großartige William H. Macy ist vollkommen fehlbesetzt, und Viggo Mortensen ist noch zehnmal blasser als der (zu Unrecht) viel gescholtene John Gavin im Original. Schlussendlich - auch dies sollte gerechterweise bei allem allgemeinen Argwohn nicht vergessen werden - funktioniert der 98er »Psycho« aber eben nicht nur als filmische Versuchsanordnung, sondern für sich alleine betrachtet durchaus auch als veritabler Thriller, der dem Original weitaus weniger Schaden zufügt, als es in den bislang drei Sequels des Bates-Franchise sowieso schon geschehen ist. Ein gemeinhin falsch verstandener, und sowohl in seiner Intention als auch Konsequenz auch durchaus faszinierender Film. Aber gegen Hitchcock's Original kann er eben nur verlieren. Fazit: Würde es das Wort »überflüssig« noch nicht geben, für »Psycho« müsste es neu erfunden werden. Warum ein anerkannter Regisseur wie Gus Van Sant auf die dämliche Idee kommt, ausgerechnet den Meilenstein des Horror-Thrillers und wohl einflussreichsten Schocker der letzten Jahrzehnte neu zu verfilmen und dann noch nicht mal einen künstlerischen Ansatz hat, sondern Einstellung für Einstellung aus dem Original kopiert, ist eins der vielen Geheimnisse Hollywoods.

Leave a Review?

You must be registered and logged in to submit your review.