No One Lives - Keiner überlebt! Stream Deutsch

No One Lives - Keiner überlebt!
Ein attraktives Paar wird bei der Reise durchs Land während eines Besuchs in einem Diner von dem ansässigen Psycho Flynn und seinen Schergen drangsaliert und beim Verlassen des Restaurants überwältigt. In eine einsame Hütte verschleppt, greift das Mädchen zu dem drastischen Schritt, sich das Leben zu nehmen. Das ist nicht die einzige Überraschung für die Hillbillys: Denn der entführte Mann, der sich einfach nur Driver nennt, gibt sich seinerseits als mit allen Wassern gewaschener Serienmöder zu erkennen und dreht den Spieß um.

Reviews

Kalla Malla
4 Jahre hat es gedauert, seit Ryuhei Kitamura einen weiteren Film für den internationalen Markt gedreht hat. Nach seinem (zurecht) vielbeachteten "Versus" lieferte er 2008 mit "The Midnight Meat Train" sein US-Debüt ab und ich kann mit Überzeugung sagen, dass der Mitternachts Fleischzug einer der besten, modernen Horrorfilme nach 2000 war. Mit "No One Lives" begibt sich Kitamura auf recht klassisches Slasher-Terrain, bloß mit dem Unterschied, hier keine "Unschuldigen" auf den plump metzelnden Schnetzler samt Gesichtsbedeckung stoßen zu lassen. Denn hier macht ein Killer Jagd auf eine Gruppe von Rednecks, die ihn samt Anhang entführt haben, nichtwissend, was für ein gestörter Psycho er ist. Kitamura muss man zugute halten, dass er hier sehr mit den Sympathien zwischen Charakteren und Zuschauer spielt. Während diese anfangs natürlich auf der Seite des harmlos erscheinenden Pärchens waren, unternahm er im späteren Filmverlauf den Versuch, sie auf die inzwischen zu Opfern gewordenen Rednecks umzuwälzen. Jedoch möchte hier der Funke einfach nicht überspringen, da sämtliche Charatere ein viel zu geringes Profil aufweisen. Luke Evans in der Rolle des namenlosen Psychopathen ist dem Zuschauer schon von Anfang an zu suspekt und handelt im weiteren Filmverlauf auch viel zu perfekt, als dass man mit ihm und seiner Rache mitfiebern könnte. Für die Rednecks gilt eigentlich das genaue Gegenteil, denn sie sind - ganz getreu des Klischees - die einfältigen Proleten, die es nichtmal schaffen im sicheren Haus zu bleiben, während draußen ein Gestörter die Jagd auf sie eröffnet hat. Und selbst das Mädchen, welches von Luke Evans Charakter entführt wurde und von den Rednecks in dem geklauten Auto aufgefunden wird, bleibt dem Zuschauer mal so richtig egal. Denn zum einen kommt sie weder sympathisch rüber, noch machen gewisse Handlungen von ihr Sinn. In einigen Szenen wirkt sie abgerüht und kalkulierend, beispielsweise in der, als sie trotz einer Pistole im Nacken und der Aufforderung, sich jetzt ja nicht zu bewegen, mit den Worten "dann hol' halt den Wischmop!" zur Tür läuft. In anderen Szenen wiederrum bricht die reine Panik aus ihr heraus und sie wirkt völlig überfordert. Wesentlich besser nutzt der Film hingegen sein Setting, denn die Kleinstadt, in der "No One Lives" praktisch dauerhaft bei Nacht spielt, ist wirklich am Arsch von sonstwo. Egal ob im Wald, einer Art Fabrik oder einem Motel - Kitamura weiß genau, wie er Sets atmosphärisch darzustellen hat und verzichtet auf unnötige Nebenhandlungen, die nicht nur inhaltlich aus dem Geschehen reißen. Als ähnlich geschickt, erweißt sich hier sein Händchen in Bezug auf die Tötungsszenen. Wo "The Midnight Meat Train" vielerorts Kritik aufgrund seines massiven CGI-Blut Einsatzes kassiert hat, wurde hier nahezu komplett auf Prosthetics und Blutbeutel zurückgegriffen ... und es hat sich bezahlt gemacht! Obwohl der Film nie auf die Splatterschiene wechselt (wie es beispielsweise ein Streifen wie "Dream Home" getan hat), bekommt der Zuschauer hier einige harte Gewaltspitzen präsentiert, die auch recht deutlich zelebriert werden. Kitamura hält jedoch zu keiner Sekunde hirnlos auf die Kills drauf, sondern hat ein wirklich gutes Timing entwickelt, Gewalt zwar in den Fokus zu rücken und ihr einen vernünftigen Platz einzuräumen, dabei jedoch nie ins Lächerliche oder Überdrehte abzuwandern. Unterm Strich ist "No One Lives" ein wirklich guter Horrorfilm, der im aktuel sehr schwachen Genre wirklich wieder hoffen lässt. Es ist nicht der Knaller oder der extreme Film für den er teilweise gemacht wird, aber er ist hart, direkt und rasant. Würden jetzt die Charaktere Chancen zum Mitfiebern liefern und nicht allesamt so egal bis abstoßend daherkommen, hätten wir es hier möglicherweise mit einem kleinen Meisterwerk zu tun, wie es - zumindest für mich - der "Midnight Meat Train" damals war und heute noch immer ist.

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