Rocky Balboa Stream Deutsch

Es ist nicht vorbei, bis es vorbei ist.
Rocky Balboa
Der Sportsender ESPN simuliert virtuelle Boxkämpfe mit den Champions aus unterschiedlichen Jahrzehnten. Als Rocky Balboa sich in einem virtuellen Kampf gegen den amtierenden Champion Mason Dixon gewinnen sieht ergreift er die Chance, doch noch mal zu seinem geliebten Sport zurück zu kehren und holt sich seine Boxlizenz zurück. Davon hört auch der amtierende Champion und fordert Rocky zu einem Kampf heraus, um seinen Ruf als bester Boxer zu verteidigen. Erst ist Rocky nicht begeistert von einem neuen Kampf, doch mit seinem alten Freund Paulie an seiner Seite nimmt Rocky die Herausforderung an. Ein Aufeinandertreffen der Jahrzehnte steht bevor...

Reviews

Kalla Malla
Rocky Balboa (**Sylvester Stallone**) hat sich in die Slums von Philadelphia zurückgezogen, wo er das Restaurant "Adrian's" betreibt. Dieses ist nach seiner Frau betitelt, welche vor einigen Jahren gestorben ist. Rocky's glanzvolle Zeiten sind vorbei, kaum etwas erinnert noch an den Ruhm vergangener Tage. Die einzige Bezugsperson, die Rocky nach dem Tod seiner Frau noch hat, ist Paulie (**Burt Young**), welcher sich selbst schon längst aufgegeben hat. Auch zu seinem Sohn Robert Jr. (**Milo Ventimiglia**) hat der ehemalige Boxer kaum noch Kontakt. Dieser arbeitet mittlerweile als Banker und versucht sich so gut aus geht von seinem Vater zu distanzieren, um aus dessen Schatten zu treten. Rocky lebt die meiste Zeit über in Erinnerungen an die Vergangenheit. Eines Tages trifft er zufällig eine alte Bekannte, Marie (**Geraldine Hughes**) wieder, gibt ihr einen Job in seinem Restaurant und kann sich so auch selbst von dem Verlust seiner Frau ablenken. Um den Boxsport sieht es derweil düster aus. Der Schwergewichts-Weltmeister Mason Dixon (**Antonio Tarver**) verliert langsam die Symphatien der Fans, weil er ständig nur Siege einfährt und es keine Konkurrenz mehr für ihn zu geben scheint. Da simuliert ein Sportkanal einen virtuellen Kampf zwischen Dixon und Rocky, aus dem Rocky nach Expertenmeinungen als Sieger hervortritt. Der gewaltige Druck der Medien und auch Dixon's zwingt den ehemaligen Champion dazu, doch noch einmal die Boxhandschuhe überzustreifen, die er eigentlich für immer an den Nagel gehängt hat. Nach einem harten Training tritt Rocky den letzten großen Kampf seines Lebens an... Es ist schon erstaunlich, wie eng die Karrieren der beiden Männer Sylvester Stallone und Rocky Balboa miteinander verschlungen sind. Nach den "Rocky" und "Rambo" Filmen wurde Stallone in den 80ern zu einem der größten Actionhelden und feierte einen Erfolg nach dem anderen. Irgendwann verlief sich diese Karriere jedoch im Nichts und so war Stallone nun schon seit einiger Zeit in keinem wirklichen Hit mehr zu sehen. Der Schauspieler, der mittlerweile schon die 60 erreicht hat, wollte es der Welt aber noch einmal zeigen und kramte sein berühmtestes Franchise aus, um es noch einmal aufleben zu lassen. Die Geschichte um den Boxer aus Philadelphia musste noch einmal herhalten, um Stallone ein weiteres Mal ins Gespräch zu bringen. Um den Erfolg auf der sicheren Seite zu haben, ging Sly kein Risiko ein: Er führte bei "Rocky Balboa" nicht nur Regie, sondern schrieb auch wie gewohnt das Drehbuch und orienterte den sechsten Teil der Reihe wieder stark am Original. Nachdem "Rocky 5" vor gut 16 Jahren eine üble Bruchlandung erlebte, war es wieder notwendig, sich auf das zu konzentrieren, was den ersten "Rocky" einst so beliebt machte. Nun darf man die Frage, ob die Welt einen weiteren "Rocky" Teil gebraucht hätte, wohl eindeutig mit Nein beantworten. Es war mittlerweile alles gesagt, was es zu sagen gibt, und es war bereits im Voraus klar, dass "Rocky Balboa" das Rad nicht neu erfinden würde. So war es weniger ein dringend nötiger Film, sondern mehr ein Egoprojekt für Stallone. Verübeln kann man es dem alternden Actionstar jedoch nicht, dass er seine legendärste Filmreihe noch einmal ins Reine bringen möchte, nachdem Teil 5 damals derart floppte und von den Kritikern zerissen wurde. Stallone inszenierte mit "Rocky Balboa" also quasi eine Wiedergutmachung an die Kritiker, die Fans und vor allem an sich selbst. Das Geheimrezept heißt dabei sicherlich nicht Innovation, sondern Konzentration auf Altbewährtes. Wäre "Rocky Balboa" mit einer derartigen Handlung drei Jahre nach "Rocky 5" in die Kinos gekommen, hätte ihn wohl kaum jemand ernst genommen. Das Besondere an dem Film ist das Drumherum, das Alter des Hauptdarstellers, der sich mit 60 tatsächlich noch einmal in den Ring wagt, ganze 16 Jahre nach dem letzten Teil. Kaum jemand hat noch ernsthaft mit einer Fortsetzung gerechnet, doch nun ist Stallone wieder in aller Munde und hat sein Ziel schon jetzt erfüllt. "Rocky Balboa" ist ein zufriedenstellender Abschluss der Reihe, da er eigentlich die ganze Zeit über die sichere Linie befährt. Der Streifen ist wieder mehr Drama als Actionvehikel und bietet nur zum Schluß einen großen Fight, auf den sich die Dramaturgie der vorangegangenen Laufzeit bezieht - alles wie gehabt, könnte man meinen. Was den Streifen aber so interessant macht ist tatsächlich das Alter Rocky's. Es ist unerlässlich, die Materie zu kennen und alle Vorgänger gesehen zu haben, da man ansonsten möglicherweise keinen Zugang zu "Rocky Balboa" finden wird. Der Streifen lebt teilweise von der Erinnerung an Vergangenes. Rocky kann sich einfach nicht von Adrian lösen und durchlebt immer wieder gemeinsame Momente, im Film dargestellt durch inszenatorisch toll aussehende Flashbacks. "Rocky Balboa" lässt kein Ritual der Vorgänger aus, von der obligatorischen Trainingssequenz, (inklusive den berühmten Treppen) über die kultige Musik des Erstlings bis hin zu Rocky's altbewährtem Dress mit Hut ist alles dabei, was den Fan an die alten Teile erinnert. "Rocky Balboa" ist wieder ein Milieudrama, wie es aussehen sollte. Die Charaktere sind großteils verbittert und ohne Hoffnung, leben in ihrer eigenen Welt. Dabei ist der Boxkampf zum Schluß garnicht das zentrale Element des Films, vielmehr geht es darum, was aus Rocky geworden ist. Die Medien interessieren sich beinahe nicht mehr für ihn, er kümmert sich nur noch um sein Restaurant und trauert der ruhmvollen Vergangenheit nach. Durch den Kampf gegen Dixon erhofft sich Balboa zudem kein Comeback, sondern möchte sich noch ein letztes Mal beweisen, dass er es noch immer drauf hat. "Rocky Balboa" verbreitet eine melancholische Grundstimmung, schildert die Geschichte einer zerbrochenen Vater-Sohn Beziehung, eines alten Mannes, der seiner toten Frau und seiner Vergangenheit nachtrauert. Dabei vermittelt der Film genau die richtige Mischung aus Tiefgang und Unterhaltung. Sofern man sich nämlich für Dramen öffnen kann, wird einem "Rocky Balboa" gefallen, einen actionlastigen Boxfilm sollte man hingegen nicht erwarten. Der Kampf gegen Mason Dixon gehört zu den eindeutig besten der Rocky-Geschichte, da er spannend und wie ein echter Boxkampf realisiert wurde. Anders als noch in den ersten beiden Teilen kämpft Rocky nicht mehr vor einem beinahe winzigen Publikum, sondern in einer gewaltigen, randvoll gefüllten Halle, wie man sie nur aus Großevents kennt. Stallone bestückt den Fight zusätzlich mit einigen neuen Stilmitteln, wie etwa einer Schwarzweiß-Szene, in der Rocky's Blut das einzig farbige im Bild ist. Sylvester Stallone hat sich in körperliche Topform gebracht, um sich noch einmal die Boxhandschuhe überstreifen zu können. Obwohl er nicht mehr in der Verfassung ist, in der er einst war, verströmt er noch immer das selbe Charisma und zieht einen so sofort auf seine Seite. An seiner Seite steht ein ebenfalls merklich gealterter Burt Young in seiner ewig schlecht gelaunten Figur des Paulie, die ihm noch immer wie auf den Leib geschneidert zu sein scheint, auch wenn sie etwas ruhiger geworden ist. Antonio Tarver wird, anders als andere Rocky-Gegner zuvor, nicht so sehr in den Vordergrund gerückt und so überlässt man dem Hauptdarsteller den nötigen Freiraum. Zwar darf auch Tarner in seiner Rolle des Dixon mal große Töne spucken, dennoch lässt der auch im echten Leben als Boxer tätige Akteur Stallone die Show. Sly hat aus seinen Fehlern gelernt und es vermieden, echten Boxern zu viele schauspielerische Aufgaben zuzumuten, was "Rocky Balboa" zu Gute kommt. Stallone hat es tatsächlich allen Zweiflern gezeigt und eine Fortsetzung auf die Beine gestellt, die rundum überzeugen kann. Inhaltlich und inszenatorisch befindet sich "Rocky Balboa" auf hohem Niveau und schafft es sogar, den Geist des Originals wieder spürbar zu machen. Was wir hier haben ist ein realitätsnahes, authentisches Drama, das am Ende noch mit einem toll choreographierten Kampf aufwartet und die Reihe so glanzvoll abschließt.

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