Big Stan Stream Deutsch

Kleiner Arsch ganz groß!
Big Stan
Der Immobilienmakler Stan wendet gerne fragwürdige, betrügerische Methoden an, um seine Häuser und Wohnungen zu verkaufen. Eines Tages wird er deshalb verhaftet. Mit Hilfe des Anwalts Lew Popper kann er aber nur einen sechsmonatigen Aufschub der Haftstrafe rausschlagen. Bis er also drei Jahre ins Gefängnis muss, kann er noch etwas unternehmen, um seine größte Angst zu bewältigen: der Angst vor Vergewaltigungen im Knast. Glücklicherweise trifft er eines Abends "den Meister", der ihm dabei helfen möchte und ihn von nun an trainiert.Sechs Monate später tritt er dann seine Strafe in der "Oaksburgh State Penitentiary" an. Schnell legt Stan sich mit den übelsten Gefangenen an, damit er aus Respekt nie vergewaltigt wird, was ihm auch gut gelingt, denn Gasque unternimmt gegen Kämpfe nichts. Dieser verfolgt nämlich einen konsequenten Plan ...

Reviews

Kalla Malla
Der Immobilienmakler Stan Minton hat es durch seinen Job zu einem gewissen Reichtum gebracht, allerdings nimmt er es mit Ehrlichkeit und Moral nicht all zu genau. Eines Tages fliegen seine Betrügereien schließlich auf, was zur Folge hat, dass der schwächliche Stan zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt wird. Beim Gedanken an all die Geschichten um Knastvergewaltigungen gerät er daraufhin in Panik und sieht seine einzige Chance, diesem Schicksal zu entgehen, darin, sich in den wenigen Monaten bis zum Antritt seiner Haftstrafe einem harten Training in fernöstlicher Kampfkunst zu unterziehen. Da trifft es sich gut, dass Stan kurz darauf den mysteriösen Kung-Fu Experten "The Master" kennenlernt, der sich dazu bereit erklärt, dem verzweifelten Stan in seiner misslichen Lage zu helfen. Tatsächlich zeigt das darauf folgende, geradezu unmenschliche Training nach kürzester Zeit Wirkung. Stan verwandelt sich zu einer wahren Kampfmaschine und macht nach seiner Ankunft im Gefängnis direkt klar, wer von nun an das Sagen hat. Wenig später verhalten sich die zuvor rivalisierenden Gangs aus Respekt vor Stan geradezu harmonisch, Vergewaltigungen und Prügeleien gehören der Vergangenheit an. Doch da ersinnt der Gefängnisdirektor Gasque eine Intrige. Er stellt Stan eine Verkürzung seiner Haftzeit in Aussicht, wenn dieser seine Mithäftlinge zu einer Revolte anstachelt, die daraufhin blutig niedergeschlagen werden soll.. Was kann dabei herauskommen, wenn ein Komiker, der an sich schon nicht gerade für Lachgarantie steht, auf die glorreiche Idee kommt, selbst eine Komödie zu inszenieren und diese dann zudem noch ein eher unlustiges Thema behandelt? Nun, genau dies trifft im Falle von Big Stan zu, dem Regiedebut des US-Komikers Rob Schneider, der den meisten entweder als Deuce Bigalow aus Rent a Man oder als ewiger Sidekick von Adam Sandler bekannt sein dürfte. Für Big Stan schwang sich Schneider jedoch nicht nur auf den Regiestuhl, sondern übernahm auch die Hauptrolle, was diesen Film ziemlich uninteressant für all jene machen dürfte, die an sich schon eine Antipathie gegen den Komiker hegen. Weitere hochgezogene Augenbrauen dürfte Big Stan dann aufgrund seiner Story verantworten, handelt dieser Film doch ausschließlich von dem Thema der gleichgeschlechtlichen Vergewaltigung in Gefängnissen. Wenn man also so will und kurzerhand einen Neologismus in den Raum werfen möchte, dann kann man Big Stan wohl als Wegbereiter des "Vergewaltigungskomödien"-Genres bezeichnen, was wohl schon so ziemlich für sich selbst spricht. Trotz all diesen Faktoren handelt es sich hierbei dennoch um einen Film, der es einem zu Beginn nicht gerade leicht macht, ihn nicht zu mögen. So schafft es Rob Schneider doch tatsächlich, in den ersten 40 Minuten ein derart lustiges Humor-Dauerfeuer vorzulegen, dass man seinen Lachmuskeln kaum trauen mag, wenn man sich zum gefühlt dutzendsten Mal die Lachtränen aus den Augen wischen muss. Zumindest hier hat Schneider seinen Film noch voll im Griff und erzählt seinem Publikum die Geschichte des erfolgreichen, doch betrügerischen Immobilienmaklers Stan, dessen Treiben jedoch eines Tages auffliegt und der nach seiner Verurteilung nun in panischer Angst vor Vergewaltigung im Knast lebt. Die folgende Zeit nutzt er daraufhin zur ausgiebigen Prävention vor sexuellen Übergriffen und geht hierfür bei keinem anderen als David Carradine in die Lehre. Der durch die Serie Kung Fu bekannte Schauspieler nimmt sich hier sozusagen selbst auf den Arm und liefert eine derart überzeichnete Performance eines dominanten und mit allen Wassern gewaschenen Kung Fu Meisters ab, dass es eine wahre Freude ist, ihm dabei zuzusehen. Nur schwerlich kommt man aus dem Lachen wieder heraus, wenn Carradine Schneider aus Gründen des Trainings durch die Hölle schickt. Dieser lässt dabei bereitwillig alles über sich ergehen, wird mit brennenden Gegenständen ausgepeitscht, muss lebende Schlangen und Skorpione zum Frühstück verspeisen oder bricht sich den Finger beim Versuch, eine Holzplatte mit diesem zu durchstoßen. Dies alles wird von seiner Freundin Mindy äußerst kritisch beäugt, so dass der Haussegen schon bald schief hängt. Dennoch lehnt sie es nicht ab, einen Dildo in das Liebesspiel mit Stan einzubringen, damit dieser für die kommende Zeit im Gefängnis vorbereitet sein wird. Während dies alles noch als sehr überzeugend zu verstehen ist und definitiv für den Film spricht, macht er irgendwann eine Kehrtwendung. Zwar bleibt der Humoranteil noch immer konstant in hohen Ebenen, doch nimmt der Film bereits kurz vor der Hälfte immer absurdere Züge an. Die Story rutscht spätestens dann ins Lächerliche ab, wenn Stan mit seinen neuen Kung Fu Kenntnissen den kompletten Knast aufmischt und vor den Mördern, Vergewaltigern und Gewaltverbrechern eine aufklärende Rede darüber hält, wie unfreundlich es doch ist, andere zu vergewaltigen. Bei Pädophilen und anderen Vergewaltigern ist es jedoch in Ordnung. Wie eine Horde braver Erstklässler folgen die Knastis, aus Angst, von ihm verprügelt zu werden, Stan fortan aufs Wort und das Gefängnis entwickelt sich zu einem geradezu friedliebenden Ort, an dem sich alle lieb zu haben scheinen und an dem nur noch die Bad Guys vergewaltigt werden, bei denen Stan die Erlaubnis dazu gibt. Das alles passt dem Direktor Gasque allerdings so garnicht, will dieser doch eine Revolte anstacheln, die dann dafür sorgen soll dass das Gefängnis abgerissen und an seiner statt ein Feriendomizil errichten werden kann. Klingt absolut bescheuert, ist in der tatsächlichen Umsetzung jedoch noch blödsinniger. Bereits in der einen oder anderen Komödie von Rob Schneiders Busenfreund Adam Sandler fühlt man sich gelegentlich intellektuell etwas auf den Arm genommen, doch Big Stan toppt dies noch mit Leichtigkeit. Was will der Film seinem Publikum eigentlich mitteilen? Dass Vergewaltigungen etwas Schreckliches und und nur mit Ausnahmen erlaubt sind und dass man dies Knastis einfach unter der Anwendung von Gewalt beibringen muss? Was für eine Message für eine Komödie soll das denn sein? Was hier jedoch mehr als alles andere sauer aufstößt, ist die völlig bodenlos dämliche Darstellung der Charaktere. Ein Nazi ist der Einzige, der sich Stan widersetzt und seiner Gang nicht beitritt, deshalb darf er weiterhin vergewaltigt werden, doch alle anderen scheinen durch die bloße Anwesenheit Stans eine absolute Wandlung durchgemacht zu haben und legen ein geradezu infantiles Verhalten an den Tag. Zwar birgt Big Stan zwar auch in diesem Part noch den einen oder anderen Lacher, doch wird das Ganze irgendwann einfach eine Spur zu debil, platt und zu allem Überfluss auch noch vorhersehbar. Fazit: So ist Big Stan zum Schluß vor allem ein Film der verpassten Möglichkeiten. Wie es richtig gemacht wird, zeigt Rob Schneider in der ersten Hälfte. Würde man die Sichtung des Films nach etwa 40 Minuten abbrechen, wäre die Rede von einer urkomischen Komödie hier absolut berechtigt. Die restliche Spielzeit der insgesamt 109 Minuten schmälern den Gesamteindruck durch ein Übermaß an vollkommen verblödeter Albernheit und unlustigem Fäkalhumor allerdings so sehr, dass man Big Stan trotz einer wirklich hohen Dichte an gelungenen Gags einfach nicht als sehenswerten Film bezeichnen kann. Nicht einmal ein absolut herrlich aufspielender David Carradine kann etwas daran ändern, dass Big Stan als Karrikatur gängiger Knast- und Vergewaltigungsklischees vollkommen in die Hose gegangen ist. Wenn möglich, sollte man sich daher nur die ersten 40 Minuten des Films ansehen und die DVD danach sogleich präventiv im Wald verscharren oder mit einem Hammer zerkleinern.

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