RockNRolla Stream Deutsch

Eine Geschichte von Sex, Gangster und Rock'n'Roll.
RockNRolla
Der russische Mafioso Omovich zeigt Interesse an einem Stück Land. Es gehört dem Londoner Strippenzieher Lenny Cole, der mit sieben Mio. Pfund von Omovich einen schmierigen Politiker wegen Baugenehmigungen bestechen soll. An diesem Geld ist auch Omovichs Buchhalterin Stella interessiert, die dafür den kleinen Gangster One Two und seine Bande anheuert. Sie weiß nicht, dass One Two selbst unter arger Geldnot leidet: Er hatte sich für besagtes Land sieben Mio. Dollar von Lenny Cole geliehen, der es ihm wieder stehlen ließ, um den schweren Jungen in der Hand zu haben. Bald schon betrügt jeder jeden. Bis Lennys drogenabhängiger Ziehsohn auf den Plan tritt.

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Kalla Malla
Lenny Cole ist ein Gangster alter Schule und zugleich der dickste Fisch im Londoner Immobiliengeschäft, der sich über die Jahre mit gewinnbringenden Spekulationen bis an die Spitze der hiesigen Unterwelt gearbeitet hat. Als eines Tages der russische Mafiosi und Milliardär Uri Obomavich auf den Plan tritt und von Lenny die Konzession für ein riesiges Stadion erwerben möchte, leiht er diesem kurzerhand noch sein Glücksgemälde. Blöderweise ist das wertvolle Bild kurz darauf aus Lennys Büro verschwunden, was die Geschäftsbeziehung der Gangster ins Wanken und Lenny arg in die Bredouille bringt. Die Lage vereinfacht sich nicht gerade, als die Kleinganoven One Two und Mumbles auf einen Tipp der gewieften und attraktiven Buchhalterin Stella hin den Geldtransport von Uri ausrauben, um damit ihre Schulden bei Lenny begleichen zu können. Alsbald geht es in den Ganovenkreisen von London drunter und drüber, denn während die einen auf der Suche nach dem wertvollen Gemälde sind, haben die anderen alsbald die russischen Jungs fürs Grobe am Hals. Und letztendlich hat auch noch Lennys totgeglaubter Stiefsohn, der Rockstar und Junkie Johnny Quid, ein Wörtchen mitzureden, bei dem die Spuren aller Beteiligten schließlich zusammenführen... Guy Ritchie hat es wieder getan. Der Regie-Wunderknabe und ehemalige Gatte von Madonna gilt inzwischen als das Aushängeschild der britischen Filmindustrie. Kein Wunder, hat er mit den inzwischen schon kultigen Werken Bube, Dame, König, grAs und Snatch - Schweine und Diamanten doch zwei der schrägsten Gangsterkomödien des letzten Jahrzents auf Zelluloid gebannt und sich eine Nennung im selben Atemzug mit Quentin Tarantino's Vorreiter Pulp Fiction damit mehr als verdient. Um die Jahrtausendwende herum war der Filmemacher in aller Munde, doch mit dem Ruhm kam schließlich auch der hohe Maßstab, an dem Ritchie gemessen wurde und dem er sich fortan, nicht immer erfolgreich, stellen musste. Mit Stürmische Liebe versuchte Ritchie im Jahr 2002 beispielsweise in einem anderen Genre Fuß zu fassen, legte damit aber eine famose Bruchlandung hin. Auch eine Rückkehr in die ureigene Thematik des Gangsterfilms wollte mit seinem nächsten Werk Revolver nicht so recht glücken - trotz großer Namen wie Jason Statham und Ray Liotta reichte es für den Film in Deutschland nicht einmal zur Kinoauswertung. Es war für Ritchie definitiv wieder einmal Zeit für ein ordentliches Comeback und aus dieser Intention heraus entstand schließlich RocknRolla, der unverkennbar in die Fußstapfen von Bube, Dame, König, grAs und Snatch tritt und im Grunde auch als kurzweilige und spaßige Gangsterkomödie daherkommt. Das einzige Problem: Böse Zungen könnten behaupten, dass Guy Ritchie inzwischen unlängst von sich selbst abkupfert und den Einfallsreichtum von einstmals längst gegen ein festes Repertoire altbekannter Ideen eingetauscht hat. Gerade aufgrund dieser Tatsache kommt RocknRolla letztendlich nicht ohne einen schalen Beigeschmack daher, wird Ritchie-Jünger ob seiner leichtlebigen Gefälligkeit aber dennoch genügend Schauwert bieten. Zunächst einmal ist dem Regisseur aber zu attestieren, dass er grundlegend durchaus wieder zu seiner alten Form zurückgefunden hat. In stilistisch ungewöhnlichen und abwechslungsreichen Bildern wird eine schräge und verschachtelte Gangstergeschichte erzählt, die zunächst reichlich komplex erscheint und das Publikum mit einer ganzen Ansammlung irrwitziger Charaktere regelrecht überhäuft. Von den fiesen Russen, über die abgewrackten Junkies, bis hin zum homosexuellen Kleinganoven, der seinem Kumpan mal nebenbei seine Liebe gesteht, ist hier alles vertreten was das Herz eines jeden Freundes von skurillen Figuren höher schlagen lässt. Wie nicht anders zu erwarten war, ist das Storykonstrukt aber alles andere als leicht durchschaubar. So gestalten sich die ersten Minuten des Films gewohnt verwirrend und es dauert die übliche Zeit, bis man schließlich einen Überblick über das Geschehen erhält und endlich folgen kann, wer da nun eigentlich in welchen Deal verstrickt ist und wer auf wessen Abschussliste steht. Manch einem mag das sicherlich schon eine deutliche Spur zu verworren sein, denn wer mit einem geradlinigen Actioner rechnet, den man sich problemlos nebenbei zu Gemüte führen kann, der wird hier schon nach kürzester Zeit den Faden verlieren. Inszenatorisch wird RocknRolla seinem Titel gerecht und präsentiert sich als durchgeknallte Ansammlung verschiedenster kreativer Ideen, die sich wie aus einem Guss zu einem herrlich schrillen Gesamtbild zusammenfügen und nicht selten an die Ästhetik eines Musikvideos erinnern. Ungewöhnliche Schnitte und Kameraperspektiven garantieren Abwechslung und kommen mit der rockigen, musikalischen Untermalung insgesamt einfach nur ungemein cool und unterhaltsam daher, da stört es auch kaum, dass man dieses Schema von Ritchie im Grunde schon kennt. Hinzu kommen dann noch lässige Dialoge, gelegentlich etwas Action und die wohl beste, da lustigste Sexszene in der Geschichte des Films. Guy Ritchie schafft es wieder einmal, sein Publikum über die Dauer von 110 Minuten in seine ganz eigene Welt zu versetzen, in der schräge Typen und irrsinnige Situationen den Ton angeben. Eine Verfolgungsjagd, die sich One Two und Mumbles mit zwei scheinbar unkaputtbaren Russen liefern ist dabei ebenso kurios und einprägsam wie ein Liebesbekenntnis eines Gangsters, der seinem Freund unvermittelt seine Homosexualität eingesteht. Dies vermag soweit zwar noch alles zu gefallen, kann dafür aber kaum darüber hinwegtäuschen, dass RocknRolla an vielen Stellen eine Spur zu belanglos dahinplätschert und die Story ob ihrer wirren Konstellation nur wenig Spannung zulässt. Die Dialoge, ansonsten Ritchie's Stärke, sind außerdem recht austauschbar ausgefallen, wobei die Originalversion der deutschen Synchronisation trotz dessen vorzuziehen ist und einiges mehr an Wortwitz bereithält. RocknRolla überrollt sein Publikum immer wieder mal mit kongenialen Einfällen und vereinzelter Situationskomik, erweist sich aber ansonsten als bisweilen gar recht zähe Angelegenheit, bei der einen dann auch nicht sofort die Traurigkeit übermannt, wenn schlußendlich die Credits ins Bild rollen. Ein wenig Entschädigung bietet dafür ein Cast herrlich aufspielender und bis in die kleinste Nebenrolle perfekt besetzter Akteure, die das Kaliber eines Brad Pitt aus Snatch zu keinem Zeitpunkt vermissen lassen. Gerard Butler hat als One Two endlich die Gelegenheit, sich von seiner humorvollen Seite zu zeigen, während ansonsten noch ein brillianter Mark Strong als die linke Hand von Gangsterboss Lenny und gleichzeitig als lässiger Erzähler fungiert. Der einprägsamste Auftritt ist aber für Toby Kebbell als selten cooler, ständig zugedröhnter Rockstar reserviert, der spätestens im letzten Drittel allen anderen die Show stiehlt. Fazit: Zusammenfassend ist RocknRolla ein Film, der es seinem Publikum nicht ganz leicht machen wird. Während sich die einen an dem gewohnten und unverkennbaren Stil von Guy Ritchie erfreuen werden, der nicht nur in punkto Story und Charaktere, sondern auch im Falle der einzigartigen Inszenierung selbst die kleinsten Nuancen bestimmt, so werden sich die anderen an dem nicht mehr neuen Konzept des Films schon sattgesehen haben. RocknRolla bietet auch in der Tat nichts Neues, serviert aber eine Reihe bekannter und noch immer durchaus unterhaltsamer Versatzstücke, die ein solides Ganzes, schlußendlich aber kein Must-See ergeben. Einige Gags sind brüllkomisch, Toby Kebbell, Gerard Butler und die restlichen Schauspieler laufen zu Höchstformen auf und auch sonst gibt es in der verschachtelten Story viel zu entdecken, doch in Begeisterungsstürme wird diese mitunter nicht ganz ohne Längen auskommende Gangstergroteske vermutlich die wenigsten versetzen.

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