Alles steht Kopf Stream Deutsch

Triff die Stimmen in Deinem Kopf.
Alles steht Kopf
Die elfjährige Riley wird plötzlich aus ihrem bisherigen Leben im mittleren Westen gerissen, als ihr Vater einen neuen Job annimmt. Diese berufliche Veränderung bringt die Familie nach San Francisco und die Gefühle der Tochter ganz schön durcheinander. Wie alle Menschen wird auch Riley von ihren Emotionen geleitet: Freude, Angst, Wut, Ekel und Traurigkeit leben im Kontrollzentrum von Rileys Verstand, von wo aus sie dem jungen Mädchen Ratschläge erteilen und ihr zur Seite stehen. Doch nach dem Umzug haben Riley und ihre Gefühle Probleme mit dem Leben in der fremden Stadt und es geht turbulent zu in der innerlichen Kommandozentrale ihrer Emotionen. Obwohl Freude versucht, positiv zu bleiben, kriegen sich die Gefühle darüber in die Köpfe, wie sie Riley am besten durch den veränderten Alltag in der neuen Stadt, dem neuen Haus und der neuen Schule navigieren.
Title Alles steht Kopf
Release Date 2015-06-09
Runtime
Genres Drama Komödie Animation Familie
Production Companies Pixar, Walt Disney Pictures
Production Countries United States of America

Reviews

Michael
Ein Film in dem Emotionen vermenschlicht werden und der fast nur im Kopf einer elfjährigen spielt! Kann das gutgehen? Wenn Pixar diesen Film macht, dann geht dies nicht nur gut, dann bekommt man sogar ein kleines Meisterwerk geliefert. Die fünf Emotionen Freude, Angst, Wut, Ekel und Kummer sehen nicht nur niedlich aus, man erkennt auch direkt an ihrer Erscheinung, welche Emotion welche Figur verkörpert. Und seien wir doch mal ehrlich, wer hat noch nie geklaut, dass im Kopf kleine Männchen sitzen die einen steuern? Damit der Film funktioniert gibt es bei „Alles im Kopf“ zwei Welten. Die für uns reale Außenwelt in der sich Riley bewegt und die Welt in ihrem Kopf. Und hier wird auch klar warum der Film im Orginal „Inside Out“ heißt. Denn wo die Gedankenwelt in anderen Filmen die Subwelt ist, ist diese Gedankenwelt bei „Alles steht Kopf“ die Außenwelt, und die Außenwelt die Subwelt. Dies mag sich kompliziert lesen, doch schon wenn man sich den Trailer anschaut, wird klar was damit gemeint ist. Die Emotionen im Kopf sind die Hauptfiguren und in ihrer Welt spielt der Film. Die Augen dienen dabei als Blick nach außen, auf die uns bekannte Welt, doch spielt der Film eben die meiste Zeit innerhalb des Kopfes und der dort aufgebauten Welt mit Erinnerungslager und Werteinsel. Das Geschehen in der für uns realen Welt beeinflusst dabei zwar die Welt der Emotionen, doch geschieht dies immer durch eine Mischung aus den Aktionen der Emotionen und den Ereignissen der Außenwelt. Was den Film dabei für mich so sehenswert macht, ist die Tatsache, dass es Pixar schafft komplizierte Zusammenhänge auf diese Weise einfach zu erklären und im Laufe der Geschichte immer klarer darstellt, warum Freude alleine als Emotion nicht funktioniert. Natürlich ist es schön, wenn man nur freudige Erinnerungen hat, doch nach und nach wird klar, warum man eben auch traurige Erinnerungen braucht oder warum es wichtig ist auch mal wütend zu sein. Ein Mensch der immer nur fröhlich ist, ist eben ein genauso eindimensionaler Mensch, wie ein Dauergriesgram. Schön dabei ist, dass Pixar die Welt im Kopf bewusst abstrakt gehalten hat und eben kein Abbild der realen Welt zeigt. Die Farben der Kopfwelt sind deutlich bunter als die in Rileys Außenwelt, die Formen deutlich klarer gezeichnet. Dadurch entsteht für die Welt der Emotionen ein ganz eigener Look, der dennoch greifbar und Verständlich ist. Wenn Freude und Kummer zum Beispiel durch ein Labyrinth von Regalen mit bunten Kugeln laufen, weiß der Zuschauer, dass hier Erinnerungen gelagert sind. Wenn der Zuschauer gelbe, blaue, rote, grüne oder lila Kugeln sieht, weiß er, dass dies Erinnerungen der farblich passend Emotion sind. Und durch die Erzählung ist man dann auch nicht verwundert, dass im Labyrinth der Erinnerungen ein Großteil der Erinnerungen gelb eingefärbt sind und somit der Emotion Freude zugeordnet. Auch verwundert es nicht, dass Kummer freudige Erinnerungen in traurige Erinnerungen umwandeln kann. Wer kennt es nicht, dass man an etwas Schönes zurückdenkt und dann ein wenig Melancholie in einem hochkommt, was durch diese Fähigkeit einfach perfekt eingefangen wird. Nicht zu vergessen ist natürlich der Charakter Bing Bong, Rileys imaginärer Freund aus der Kindheit. Dieser streunert durch die Kopfwelt, wodurch klar gezeigt wird, dass man seinen imaginären Kindheitsfreund vielleicht verdrängen kann, er aber nie so wirklich vergessen wird und er wird für Freude und Kummer zu einem wichtigen Helfer auf ihrer Reise zurück in die Schaltzentrale. Bing Bong unterscheidet sich dabei in seiner Animation komplett von den Gefühlen, wodurch Pixar klar zeigt, dass es sich bei ihm um etwas anderes als um ein Gefühl handelt und Bing Bong zunächst wie einen Fremdkörper in der Welt wirken lässt. Für mich ist „Alles steht Kopf“ der bisher erwachsenste Pixarfilm. Sind die Filme des Studios zwar immer schon Filme gewesen, die sowohl ein jüngeres Publikum ansprechen, aber auch Erwachsene gut unterhalten, habe ich nun erstmals das Gefühl, dass die Ausrichtung genau andersherum ist. „Alles steht Kopf“ könnte mit seiner Struktur jüngere Zuschauer überfordern, da diesen noch nicht bewusst ist, wie Emotionen funktionieren, präsentiert ihnen aber zugleich mit den Figuren Charaktere, mit denen sie gerne ein Abenteuer erleben wollen und wo dann die Reise von Freude und Kummer im Vordergrund steht und die Welt der Gefühle die Ebene ist, auf der Erwachsene „Alles steht Kopf“ erleben. So gibt es auch keine großartig auf Erwachsene zugeschnittenen Witze im Film, vielmehr werden Erwachsenen diesmal direkt mit der tiefgründigen Story abgeholt. [Sneakfilm.de]

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