Minority Report Stream Deutsch

Was würden Sie tun, wenn Sie wegen eines Mords beschuldigt würden, den sie noch nicht begangen haben?
Minority Report
Im Washington, D.C., des Jahres 2054 gibt es keine Morde mehr. Die Zukunft ist bekannt und Mörder werden gefasst, bevor sie ihr Verbrechen begehen können. Dafür sorgt Pre-Crime, eine Elite-Einheit der Polizei, die die Visionen der Pre-Cogs, drei Wesen mit hellseherischen Fähigkeiten, auswertet und zur Tat schreitet. Das System ist perfekt. Und John Anderton ist sein perfekter Chef: Seit einem tragischen Verlust sechs Jahre zuvor widmet er sein Leben mit vollkommener Leidenschaft der Verbrecherjagd. Es gibt keinen Grund für ihn, am System zu zweifeln bis er in einer Vision selbst als Mörder zu sehen ist. 36 Stunden bleiben ihm bis zu dem Verbrechen. 36 Stunden, um zu beweisen, dass er unschuldig ist und das perfekte System fehlbar. Die Flucht kann beginnen.
Title Minority Report
Release Date 2002-06-20
Runtime
Genres Action Thriller Science Fiction Mystery
Production Companies Digital Image Associates, Cruise/Wagner Productions, Blue Tulip Productions, Ronald Shusett/Gary Goldman, Amblin Entertainment, 20th Century Fox, DreamWorks Pictures
Production Countries United States of America

Reviews

Kalla Malla
Im Washington, D.C., des Jahres 2054 gibt es keine Morde mehr. Die Zukunft ist bekannt und Mörder werden gefasst, bevor sie ihr Verbrechen begehen können. Dafür sorgt Pre-Crime, eine Elite-Einheit der Polizei, die die Visionen der Pre-Cogs, drei Wesen mit hellseherischen Fähigkeiten, auswertet und zur Tat schreitet. Das System ist perfekt. Und John Anderton (Tom Cruise) ist sein perfekter Chef: Seit einem tragischen Verlust sechs Jahre zuvor widmet er sein Leben mit vollkommener Leidenschaft der Verbrecherjagd. Es gibt keinen Grund für ihn, am System zu zweifeln – bis er in einer Vision selbst als Mörder zu sehen ist. 36 Stunden bleiben ihm bis zu dem Verbrechen. 36 Stunden, um zu beweisen, dass er unschuldig ist … und das perfekte System fehlbar. Die Flucht kann beginnen... Steven Spielberg inszenierte eine futuristische Welt, in der die Menschen beinahe lückenlos überwacht werden und man versucht, potenzielle Mörder noch vor Ausübung ihrer Tat zu verhaften. Um die Gesellschaft vor ihnen zu schützen, werden sie in ein lebenslanges Koma versetzt und in einem Saal der Precrime-Behörde bewacht. Sind das ausnahmslos Menschen, die ohne das rechtzeitige Eingreifen der Polizei tatsächlich zu Mördern geworden wären? Ist alles vorherbestimmt oder hat der Einzelne eine Möglichkeit, sich in konkreten Fällen für das eine oder andere zu entscheiden? Gibt es einen freien Willen? Darum geht es in dem Spielfilm »Minority Report«, der durch die Propagierung von Präventivkriegen durch die US-Regierung unerwartet aktuell geworden ist. Dass es möglich sein soll, Taten zu prognostizieren, war 1956, als Philip K. Dick seine Erzählung »The Minority Report« veröffentlichte, pure Utopie. Ein halbes Jahrhundert später werden gewaltige Datenmengen über uns gesammelt, und aus dieser Fülle lassen sich durch Algorithmen erstaunliche Schlüsse auf Charaktermerkmale, Einstellungen und Gewohnheiten eines Individuums ziehen. Die Polizei von Chicago benutzt bereits ein Big-Data-Programm mit einem Algorithmus, der vor möglichen Straftaten im Vorhinein warnt. Im Rahmen dieses Projekts werden Personen verwarnt, bei denen das IT-Programm mit hoher Wahrscheinlichkeit annimmt, dass sie schwere Straftaten begehen könnten. Das kommt der Darstellung in »Minority Report« schon sehr nah. Spielberg und Konsorten legten »Minority Report« als »Film-Noir« an. Als einen jener verzwickten Kriminalgeschichten um Mord und Verrat, eingepackt in düsteren Bildern, einer depressiven Atmosphäre, getragen von zwielichtigen Figuren. Diese Voraussetzungen haben die Drehbuchautoren durchaus etablieren können, was sie (bei aller vorhandenen Güte des Drehbuchs) jedoch vergessen haben, ist Charaktertiefe. Denn dies ist zweifellos das größte Problem des Films. Wie von Spielberg gewohnt können wir uns bei »Minority Report« an handwerklicher Perfektion erfreuen, an berauschenden Bildern, sauberer Spannung, toller Musik und ja, auch guter Story, aber was fehlt ist das entscheidende Mitgefühl der Zuschauer zu wecken. Noch ein Problem vieler Spielberg-Filme (bestes Beispiel »A.I.«): bis zur Hälfte ist er ein visionäres, brillantes Sci-Fi-Action-Spektakel mit Tempo, unglaublichem Aufwand und inhaltlich interessanten Themen (Was darf der Rechtsstaat?), nach der Hälfte verliert er an Spannung, Glaubwürdigkeit und bricht unter der Last der vielen aufgeworfenen Fragen fast zusammen, bis dann die Lösung aller Probleme mal wieder im Heil der Familie gesucht wird, die Spielberg über alles geht. Sämtliche ethischen Probleme, die angesprochen wurden, werden vernachlässigt, und die Logik leidet derart, dass die Auflösung des Verbrechens, um das es die ganze Zeit geht, nur durch extreme Idiotie des Bösewichts (dessen Identität hier nicht verraten werden soll) herbeigeführt werden kann, die im Rückblick bzw. beim zweiten Sehen des Films überhaupt keinen Sinn mehr macht, weil er eine inhaltliche Regel des Films einfach missachtet. Zudem besteht die Gefahr, vom Material förmlich erschlagen zu werden, d.h. es gibt vor lauter Aufwand und Bombast einfach keinen Raum für eigene Interpretationen oder Fantasie. Fazit: Fürs einmalige Sehen lohnt sich »Minority Report« auf jeden Fall, wenn man bereit ist, mehrere Längen hinzunehmen. Tricktechnik und Production Values sind auf höchstem Niveau, die Darsteller überzeugen durchaus in ihren Rollen (wobei Colin Farrell in seiner Nebenrolle einen weitaus interessanteren Part hat als Cruise). Spielberg hat zwar aus den großen, sentimentalen Fehlern seiner letzten Zukunftsvision »A.I.« gelernt, verheddert er sich aber nun in seinem Blockbuster-Anspruch.

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