Lord of War - Händler des Todes Stream Deutsch

Wo ein Wille ist, ist eine Waffe.
Lord of War - Händler des Todes
Der Handel mit Waffen ist ein dreckiges aber lukratives Geschäft. Und Yuri Orlov ist darin der Beste. Nach bescheidenen Anfängen in New Yorks Stadtteil Little Odessa steigt er gemeinsam mit seinem Bruder Vitali nach dem Fall des Eisernen Vorhangs zum mächtigsten Waffenschieber der Welt auf. Unmenschliche Diktatoren und legitime Staatsoberhäupter – Yuri versorgt sie alle. Partei ergreift er nicht, so lange die Kasse stimmt. Da heftet sich auf dem Höhepunkt seiner Karriere der Interpol-Agent Jack Valentine an seine Fersen und Ehefrau Ava stellt ihn vor ein Ultimatum. Yuri will sich für die Familie entscheiden, doch seine Kunden sind ihm unangenehm treu…

Reviews

Kalla Malla
Der Ukrainer Yuri Orlov (Nicolas Cage), dessen Vater den Jüdischen Glauben angenommen hat, damit seine Familie in die USA einwandern kann, lebt in fast schon ärmlichen Verhältnissen in einer schäbigen Gegend in New York, wo die Orlovs ein Restaurant eröffnet haben. Zusammen mit seinem Burder Vitaly (Jared Leto) träumt Yuri vom großen Geld und hat eines Tages spontan eine Idee, als er Zeuge wird, wie ein Mann direkt vor seinen Augen erschossen wird. Yuri beschließt, Waffenhändler zu werden. Sein "erstes Mal" läuft dabei noch eher unspektakulär ab, als er irgend einem Typen in einer heruntergekommen Absteige eine Uzi aushändigt, doch das soll sich schon bald ändern, denn durch genügend Geschick, schafft es Yuri, sich schon bald einen Namen zu machen. Sein Bruder rutscht nach einiger Zeit in die Drogensucht ab, weshalb Yuri seine Geschäfte von diesem Zeitpunkt an alleine über die Bühne bringt. Der Zusammenbruch der ehemaligen Sowjetunion bietet Yuri eine große Chance, die er auch zu nutzen weiß. Er beliefert von nun an ganze Staaten mit Feuerwaffen, Panzern und Kampfhubschraubern. Die meisten seiner "Spielzeuge" bezieht er von einem Onkel, der General ist und ein ehemaliges russisches Waffenlager verwaltet. Nebenbei heiratet Yuri Ava Fontaine (Bridget Moynahan) ein gutaussehendes und bekanntes Model, auf das er schon lange ein Auge geworfen hat und gründet mit ihr zusammen eine Familie. Seinen Beruf verschweigt er ihr gegenüber. So läuft alles seinen gewohnten Gang, Yuri macht das große Geld und freundet sich nebenbei mit Andre Baptiste Sr. (Eamonn Walker) an, einem mächtigen und gefährlichen Staatschef. Jeder Konflikt auf der Welt lässt Yuris Kassen klingeln, doch dieses Geschäft hat auch eine gefährliche Seite, wie der Waffenhändler schmerzlich erfahren muss.. Andrew Niccol, der bereits mit dem Drehbuch zu der bissigen Satire "Die Truman Show" auf sich aufmerksam machte, hat nun mit "Lord of War" wieder einen Film abgeliefert, der ein aktuelles und kritisches Thema behandelt und das dem einen oder anderen Amerikaner sicherlich ein Dorn im Auge sein dürfte. So wundert es nicht, dass in den USA keiner den Streifen unterstützen wollte und Niccol deshalb ausländische Investoren um eine Finanzierung seines Projekts bitten musste. Das Ergebnis kann sich jedoch trotz eines Budgets von "nur" 50 Millionen Dollar absolut sehen lassen und beweist Hollywood, dass man nicht immer gleich hunderte von Millionen verschleudern muss, um einen tollen Film zu erschaffen. Wer "Die Truman Show" bereits kennt, kann sich in etwa ausmalen, wie Lord of War" aussieht, denn obwohl der Streifen ein ernstes Thema behandelt, inszenierte Niccol das Ganze mit einer gehörigen Menge verstecktem, und zynischem Humor. Das beste Beispiel hierfür dürfte der geniale und innovative Anfang sein, wo wir einer Kugel von ihrer Herstellung bis zu ihrem letztendlichen Ziel folgen dürfem, dem Kopf eines Menschen. Das Ganze wirkt durch die fröhliche Musik, die das Geschehen unterlegt, derart bitterböse, das man nicht umhin kommt, sich über das Gesehene seine Gedanken zu machen. Zu sagen, dass Andrew Niccol das Thema allerdings nicht mit dem nötigen Ernst behandeln würde, ist Blödsinn, da der Film im großen und ganzen als Drama angesehen werden muss. Das Leben als Waffenhändler öffnet Yuri zwar viele Türen und ermöglicht ihm ein Leben in Reichtum, doch es bereitet ihm von Zeit zu Zeit auch moralische Schwierigkeiten und sorgt für den Verlust seiner Freunde und seiner Familie. "Lord of War" erhebt dabei allerdings niemals den Zeigefinger, da es Waffendealer immer gibt und geben muss, sie sind ein „Necessary Evil“, wie es der Film so schön ausdrückt. Der Streifen thematisiert die Rolle der USA im Waffenhandel und liefert viele entsetzliche Bilder. Kindersoldaten, das Leid und den Tod, den die von Yuri verkauften Waffen in der Dritten Welt anrichten, wo Leute wie Andre Baptiste, der zu Yuris besten Kunden zählt, das Volk brutal unterdrücken. Trotzdem redet sich der Waffendealer immer wieder ein, ist es nicht sein Kampf. Er ist es nicht, der den Leuten die Waffe an die Schläfe hält und abdrückt, er liefert nur das notwendige Material. "Lord of War" kommt mit einer gehörigen Menge Anspruch daher, dessen sollte man sich bewusst sein, wenn man sich dazu entschließt, den Film zu sehen. Allerdings kommt auch die Unterhaltung bei alledem nicht zu kurz, viele Szenen treiben einem die Schweißperlen auf die Stirn, während andere wiederum zum Lachen anregen. Fazit: "Lord of War" ist ein kleines Meisterwerk für sich, das, ähnlich der "Truman Show", eine im Grunde ernste Thematik in teilweise amüsante und unterhaltsame Bilder verpackt. Eine leichte Kost ist Andrew Niccol´s dritte Regiearbeit deshalb aber noch lange nicht, da man sich als Zuschauer auf jeden Fall die Mühe machen sollte, sich zumindest seinen Teil zu dem Gesehenen zu denken, andernfalls hätte ein Film wie "Lord of War" einfach keinen Sinn. Verändern kann man mit Streifen dieser Art nichts, doch sie können mitunter helfen, gewisse Problematiken von einer anderen Perspektive zu sehen und sie verstehen zu lernen, wo wir dann wieder bei „Necessary Evil“ angelangt wären. Nicht die Waffenhändler sind es, die das Leid in die Welt tragen, sondern die Staaten und Länder, die Kriege austragen, das und nichts anderes vermittelt uns Andrew Niccol. Jeder, der nichts gegen etwas Anspruch einzuwenden hat, sollte "Lord of War" unbedingt sehen.
Michael
„Lord of War“ ist mit Sicherheit kein Popcornkino, doch erzählt er seine Geschichte deutlich einfacher als „Syriana“, welcher ein ähnliches Thema hat. Nicht zuletzt durch die schauspielerische Leistung von Nicholas Cage (Con Air, 8mm) erreicht der Film aber eine erzählerische Ebene, die „Lord of War“ mehr als Fiktion erscheinen lässt, als es bei „Syriana“ der Fall. Auch die anderen wichtigen Personen werden sehr gut gespielt. Angefangen bei Jared Leto (Düstere Legenden, Panic Room) über Ethan Hawke (Gattaca, Training Day) bis zu Bridget Moynahan (Coyote Ugly, I Robot) machen alle Darsteller einen guten Job und jedem kauft man mit ihrem ersten Auftritt ihre Rolle ab. Leto verkörpert so Orlovs Bruder der einige Alkohol- und Drogenprobleme hat, während Hawke einen ehrgeizigen Interpol-Agenten spielt. Gut gelungen sind auch die Kameraarbeit und die minimal vorhandenen CGI-Effekte. Bei den Effekten sticht vor allem die Eröffnungssequenz hervor, die die Reise eine Patrone aus der Sicht einer Patrone zeigt. Hierbei entstehen einige wirklich interessante Kameraeinstellungen, wodurch es Andrew Niccol (Gattaca) gelingt den Zuschauer sofort gefangen zu nehmen. Neben den Darstellern, der Kamera und den Effekten schafft es auch die Story zu überzeugen. Obwohl Orlov einen sehr zwielichtigen Geschäft nachgeht sympathisiert man als Zuschauer von der ersten Minute mit diesem Charakter und hofft trotz der moralisch verwerflichen Geschäfte, dass ihm nichts passiert. Gleichzeitig wünscht man sich als Zuschauer, dass Orlov vielleicht doch ein wenig mehr Gewissen an den Tag legt und das ein oder andere Waffengeschäft sausen lässt. [Sneakfilm.de]

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