The Ferryman - Jeder muss zahlen Stream Deutsch

Jeder muss zahlen
The Ferryman - Jeder muss zahlen
Laut der griechischen Mythologie brachte der unbestechliche Fährmann Charon die Toten nur dann über den Fluss Acheron zum Eingang des Hades, dem Reich der Toten, wenn diese die Begräbnisriten empfangen hatten und mit einer Münze unter der Zunge als Obulus ausgestattet waren. Wer nicht bezahlen konnte, kam auch nicht rüber, so simpel ist das. Doch was passiert, wenn jemand absichtlich ohne Bargeld auf Reisen geht, um so dem Tod für immer zu entgehen?
Title The Ferryman - Jeder muss zahlen
Release Date 2007-01-01
Runtime
Genres Fantasy Horror Thriller
Production Companies Lipsync Productions, General Film Corporation, Atlantic Film Productions
Production Countries New Zealand, United Kingdom

Reviews

Kalla Malla
Eine unbeschwerte Urlaubsreise soll es werden, als sich die drei befreundeten Paare Chris und Tate, Zane und Kathy, sowie Big Dave und Suzy zu einem entspannten Bootstörn von Neuseeland nach Fiji verabreden. Zunächst läuft auch alles wie geplant: Das Wetter ist traumhaft und die Stimmung ausgelassen, doch schon in der ersten Nacht auf hoher See zieht plötzlich wie aus dem Nichts eine dichte Nebelbank auf, welche die Weiterfahrt zunächst unmöglich macht. Kurz darauf geht auf der Yacht ein verzweifelter Notruf ein, dem die Urlauber auch kurzerhand nachgehen und inmitten des dichten Nebels alsbald einen unheimlichen Fischkutter ausfindig machen können, von dem das Signal gesendet wurde. Dessen einziger Passagier, ein alter und etwas undurchschaubarer Kauz, gibt an, dass seine gesamte Mannschaft bei einem Sturm über Bord gegangen ist und er das Unglück als Einziger überleben konnte. Zunächst dankbar über seine Rettung, zeigt der Fremde kurz darauf sein wahres Gesicht und rammt Zane einen antiken Dolch in die Brust. Als der Irre daraufhin von Big Dave über Bord geworfen wird, sind die Schrecken dieser Nacht für die sechs Freunde jedoch noch lange nicht vorbei. Während die von dem Dolch verursachte Wunde wie von Geisterhand verheilt, glauben alle noch an ein Wunder, doch Zane zeigt daraufhin plötzlich erschreckende Veränderungen, die nur der Auftakt für ein grausames Spiel einer unberechenbaren Bestie sein sollen... Dass das Böse nicht nur in alten Häusern oder entlegenen Orten zuschlagen kann, sondern sich gelegentlich auch mal auf das offene Meer verirrt, das ist ein Faktum, welches dem geneigten Horrorfilm-Publikum vor allem durch die immerwährend gleichen Hai- und sonstigen Monsterreißer konstant in Erinnerung gehalten wird. Dass es aber auch anders gehen kann, stellt die britisch-neuseeländische Koproduktion The Ferryman aus dem Jahr 2007 unter Beweis, welche sich der Mythen um den titelgebenden Fährmann annimmt und diesen kurzerhand in einen ungemütlichen Boogeyman umfunktioniert. Dass ein solches Unterfangen im Rahmen eines B-Movies gerne mal nach hinten losgehen kann, ist sicherlich keine neue Erkenntnis. Um so erstaunlicher also, dass dem bislang eher unauffälligen Regisseur Chris Graham und seinem Team hiermit ein durchaus annehmbarer Slasher mit einigen innovativen Tendenzen gelungen ist, der das Rad zwar zu keinem Zeitpunkt neu erfindet, dafür aber konstant solide und bisweilen auch überraschend atmosphärische Horrorkost mit einigen pikanten Gewaltspitzen serviert. Zugegeben, die von den Drehbuchautoren Matthew Metcalfe und Nick Ward zu Papier gebrachte Story wird ob ihrer genretypisch einfachen Beschaffenheit zwar niemanden in atemlose Verzückung versetzen, erweist sich aber gerade in Zeiten des ansonsten vorherrschenden, inhaltslosen Folterbreis als angenehm altmodische Frischzellenkur. Mit dem Auftritt eines namenlosen Fremden wandelt sich eine bis dato beschauliche Bootsfahrt plötzlich zum beinharten Überlebenskampf, der zudem mit einem besonderen Clou aufwartet. So ist es dem mysteriösen Killer durch den Einsatz eines antiken Dolches möglich, die Kontrolle über die Körper seiner Opfer zu übernehmen. Das sorgt für einige Abwechslung und ein zünftiges Verwirrspiel in diesem ansonsten nach bekannten Maßstäben ablaufenden Horrorthriller, in dem das Publikum den Braten natürlich schon meilenweit vor den Protagonisten gerochen hat und sich somit einen Spaß aus den Irrungen und Wirrungen des hier vonstatten gehenden Körpertausches machen darf. Spätestens, wenn die Charaktere einander nicht mehr trauen und sich die Situation merklich zuspitzt, nimmt The Ferryman nach einem behäbigen Einstieg unablässig an Fahrt auf und weiß auch den Unterhaltungsfaktor nicht über Bord gehen zu lassen. Zwar hält sich die Spannung aufgrund einer gewissen Vorhersehbarkeit stets in dezenten Bahnen, doch tut dies der Kurzweiligkeit dieses 96 minütigen Films keinen Abbruch. Als erfreulich erweist sich ebenso, dass den Verantwortlichen ein geschickter Umgang mit den ihnen zur Verfügung stehenden Kulissen zu attestieren ist. Die begrenzten Räumlichkeiten der Yacht sorgen für eine klaustrophobische, ausweglose Atmosphäre, die sich durch eine handvoll zünftiger Gewaltakte auch einen durchaus harten Unterton erarbeiten kann. Splattertechnisch wird hier jedoch nichts geboten, was Freunde der blutigeren Gangart wohl ebenso abschrecken könnte wie tierliebe Zuschauer, denn von all den potenziellen Opfern im Film ist es ausgerechnet ein wehrloser Hund, den das mit Abstand grausamste Schicksal ereilt. Objektive Abstriche erhält The Ferryman allerdings vielmehr durch das klischeehafte Verhalten der ansonsten solide gespielten Charaktere, die auch nach geraumer Zeit noch immer ziemlich planlos über die Planken torkeln, auf die Tricks des Killers hereinfallen und mit perfider Genauigkeit all die Dummheiten begehen, die für einen Horrorfilm maßgebend zu sein scheinen. Das ständige Kreischen der weiblichen Protagonistinnen zerrt zudem weit mehr am Nervenkostüm des Publikums als die vereinzelten Einblendungen des titelgebenden Fährmannes, dem jedoch erst gegen Ende ein kurzer Auftritt zuteil wird. Zugegeben, wer ins Detail geht und The Ferryman gewissenhaft nach Storylücken oder inszenatorische Mängeln absucht, der wird hier durchaus fündig werden, doch ist es eben letztendlich nicht mehr als ein mittelprächtiges B-Movie, dem man die eine oder andere Schwäche verzeihen muss, um an dem Werk im Gesamten seinen Spaß haben zu können. Die gut aufgelegten Schauspieler machen ihre Sache allesamt überraschend solide und haben gemäß der Tatsache, dass sie im Verlauf der Story fast allesamt eine Wendung um 180 Grad hinlegen müssen, auch einiges zu tun. Mit John Rhys-Davies ziert dazu sogar ein überaus bekannter Name die Liste des Casts, dessen zugehöriger Schauspieler den meisten noch als brummiger Zwerg Gimli aus der Herr der Ringe-Trilogie in bester Erinnerung sein dürfte. Fazit: Insgesamt ist The Ferryman nicht mehr und nicht weniger als ein kurzweiliger und einigermaßen gefälliger Horrorthriller aus der Ecke der B-Movies, der ob seiner interessanten Bodyswitch-Thematik mit einer durchaus brauchbaren Story aufwarten kann, welche zudem halbwegs atmosphärisch, wenn auch leicht vorhersehbar, umgesetzt wurde. Für Albträume sorgen letztendlich zwar lediglich der oberkörperfreie John Rhys-Davies und ein unnötig grausam zu Tode gebrachter Wauwau, doch für die einmalige Unterhaltung ist The Ferryman dennoch zu gebrauchen, wenngleich hier keineswegs von einem nennenswert überragenden Genrebeitrag die Rede sein kann.

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