Planet Terror Stream Deutsch

Planet Terror
Aufgrund eines schiefgegangenen Experiments wird die Erde von Killer-Zombies, sogenannten Sickos, überrannt. Das Ärzte-Paar William und Dakota Block behandelt in dieser Nacht viele Verletzte und realisiert mit als erstes, was da vor sich geht. Unter den Patienten ist auch die Stripperin Cherry, der ein Bein ausgerissen wurde, und ihr Ex-Freund Wray. Alle haben eines gemeinsam: Sie haben nicht die Absicht, sich von den Zombies verspeisen zu lassen und nehmen zusammen mit weiteren Überlebenden den Kampf gegen die Sickos auf. Cherry profitiert dabei von ihrem neuen Bein-Ersatz – einem Maschinengewehr als Prothese – und Wray von seinen außergewöhnlichen Fähigkeiten als Kämpfer …

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Kalla Malla
Damit hätten die Bewohner eines kleinen texanischen Kaffs sicherlich nicht gerechnet: Durch das fahrlässige Verhalten des Militärs unter der Leitung von Lt. Muldoon (**Bruce Willis**) wird eine hochgradig giftige, grüne Wolke in die Luft entlassen, die alles und jeden bei direktem Kontakt verunstaltet und zu einer willenlosen Bestie macht. Davon bekommt die Go-Go Tänzerin Cherry Darling (**Rose McGowan**), die über einen Berufswechsel nachdenkt und Standup-Comedian werden will, anfangs noch wenig mit, die kurz darauf ihren Ex-Lover El Wray (**Freddy Rodriguez**) wiedertrifft. Da sie zu Fuß unterwegs ist, nimmt El Wray sie mit, was sich aber als folgenschwerer Fehler entpuppt. Sein Fahrzeug wird von seltsamen Wesen angriffen, Cherry verschleppen und verstümmeln. Dem Paar Dr. Dakota Block (**Marley Shelton**) und Dr. William Block (**Josh Brolin**) bleibt indessen nicht verborgen, dass etwas Furchtbares im Gange ist. Immer mehr übel zugerichtete Leichen werden aufgefunden, zudem tauchen immer mehr infizierte Menschen mit extrem angeschwollenenen und von Eiterpusteln übersähten Körpern auf. Jeder, der mit deren Körperflüssigkeiten in Kontakt gerät, weißt nach kürzester Zeit ebenfalls ein höchst seltsames Verhalten auf, es ist also davon auszusegehen, dass eine riesige Epidemie bevorsteht. Als zahlreiche Menschen den mordlüsternen Infizierten, den Sickos, zum Opfer fallen, wird klar, dass etwas getan werden muss. Unter der Führung des kampferprobten El Wray holt eine kleine Gruppe von Überlebenden zum Gegenschlag aus... Es sind mittlerweile schon ein paar Jahrzehnte vergangen, seitdem sich die sogenannten "Grindhouses", in der Regel kleine, schäbige Billigkinos, die sich darauf spezialisierten, schnell heruntergekurbelte Horror-, Trash- und alle Arten von B-Movies zu zeigen, in den Staaten einer enormen Beliebtheit erfreuten. In Zeiten der überwältigenden IMAX-Kinos und immer teurer werdenden Blockbustern scheint diese Ära allerdings immer mehr in Vergessenheit zu geraten. Um dies zu ändern, setzten sich vor einiger Zeit zwei der gefragtesten und namenhaftesten Filmemacher dieser Zeit zusammen, um ihre eigene Vision des Grindhouses auferstehen zu lassen und der damaligen Zeit den ultimativen Tribut zu zollen. Keine anderen als **Quentin Tarantino**, Regisseur der wohl allseits bekannten Kultstreifen "Reservoir Dogs", "Pulp Fiction" und "Kill Bill", sowie **Robert Rodriguez**, welcher sich unter anderem für "From Dusk Till Dawn", "Desperado" und "Sin City" verantwortlich zeichnete, waren es, die den Entschluss fassten, ihre eigenen Kindheitserinnerungen an die goldenen Zeiten der Grindhouses in einem großen, wahnwitzigen Projekt aufeinanderprallen zu lassen. Schlicht und treffend "Grindhouse" nennt sich die kooperative Zusammenarbeit der Beiden. Das Ganze ist ein sogenanntes Double Feature, dazu steuerten die Beiden jeweils einen Film bei, Tarantino drehte "Death Proof", während Rodriguez "Planet Terror" in den Kasten brachte. Als ob das noch nicht genug wäre, werden zwischen den beiden Streifen Trailer zu fiktiven Filmen gezeigt, für die sich die Crème de la Crème der Horrorszene auf die Regiestühle bitten ließ: **Rob Zombie**, **Eli Roth**, **Edgar Wright** und Rodriguez selbst steuerten jeweils einen kurzen Fake-Trailer bei. In den Vereinigten Staaten wurde "Grindhouse" als Ganzes mit den beiden Einzelfilmen sowie den Fake-Trailern gezeigt, während die Streifen außerhalb Amerikas seperat in den Kinos erschienen. Davon dürften alle nicht-amerikanischen Fans allerdings nur profitieren, werden doch dafür die um etliche Minuten erweiterten Extendend-Versionen der Streifen gezeigt. "Death Proof" kam in Deutschland schon am 19. Juli in die Kinos, während "Planet Terror" nun einige Zeit später am 2. Oktober startete. Und es muss sicherlich nicht lang gerätselt werden, ob sich die endlos lange Wartezeit denn überhaupt gelohnt hat, denn alles andere, als "Planet Terror" als DEN Horrorfilm 2007 zu bezeichnen, würde ihm nicht gerecht werden. Ohne jedwede Übertreibung darf wohl behauptet werden, dass Rodriguez zum einen eine glanzvolle Verbeugung vor den damaligen Grindhouse-Filmen hinlegte und ganz nebenbei noch ein ultimatives Feuerwerk an pechschwarzem Humor und eimerweise spritzendem Blut abbrennen ließ. Dabei erweckt das seltsam anmutende Plakat bei einigen Kinogängern sicherlich mehr als nur ein mulmiges Gefühl, ist darauf doch eine Frau zu sehen, die eine großkalibrige Waffe als Beinprothese verwendet. Wer anhand dessen schon den Kopf schüttelt, der darf sich schon einmal nicht zur ausgewählten Zielgruppe zählen, strotzt der Film doch nur so vor derartigen Einfällen. "What the fuck do i need a good story for?" muss sich Rodriguez wohl gedacht haben und demnach sollte man in der Handlung des Films auch nicht all zu lange herumstochern. Vieles kennt man ähnlich schon, was aber niemanden interessiert. Ein schlüßiges Fundament, sowie Sinn und Logik sind desweiteren das Letzte, was man sich von "Planet Terror" erhoffen sollte. Im Endeffekt taucht die giftige Wolke, die alle Menschen in willenlose Bestien verwandelt, wie aus dem Nichts auf, was aber nichts zur Sache tut. Im Prinzip ist dies auch nur ein nötiger Aufhänger für Rodriguez, um im Anschluß seine zahlreichen kranken Ideen auf das Publikum loszulassen. Und diese haben es ohne Frage in sich. Wenn nach den ersten 5 Minuten schon Eier abgeschnitten und haufenweise Leute blutigst erschossen werden, dann ist dies nur der Auftakt für den blutrünstigsten Splatterfilm, der seit geraumer Zeit das Licht der Welt erblicken durfte. Trotz eines überaus hohen Budgets ist es dem Cowboyhut-tragenden Regisseur perfekt gelungen, den Charme der alten Trashfilme einzufangen. Obwohl digital gedreht, sind zu jedem Zeitpunkt zahlreiche Verunreinigungen im Bild auszumachen, Filmrisse und amateurhafte Schnitte atmen den Geist der alten Grindhouse-Werke. Wer sich deshalb ohne Vorkentnisse an "Planet Terror" heranwagt, dürfte im Anschluss wohl nur mit einem ungläubigen Gesichtsausdruck zurückbleiben. Dennoch passen diese nachträglich eingefügten Kleinigkeiten einfach wie die Faust aufs Auge. Auch, dass manchmal sogar ganze Szenen übersprungen werden, weil die Filmrolle an der entstellenden Szene angeblich fehlt, stört nicht, nein, es fügt sich nur ideal in das Gesamtkonzept ein. In diesem Punkt blieb Robert Rodriguez konsequent, während Tarantino's "Death Proof" optisch nur stellenweise an die alten Trashstreifen erinnerte. Dass "Planet Terror" so unglaublich gut funktioniert, liegt daran, dass jede Kleinigkeit ihre Daseinsberechtigung findet und jedes noch so unbedeutend scheinende Detail perfekt durchdacht scheint. Rodriguez schuf einen Mikrokosmos der Skurillitäten, der einen selbst bei den eigentlich ekelerregendsten Szenen noch herzhaft mitlachen lässt. Wenn sich ein Sicko hier selbst die Eiterbeulen ausdrückt, um umstehende zu infizieren, dann ist das nicht abstoßend, sondern urkomisch. So verhält es sich auch die komplette Spielzeit über. Rodriguez setzt immer nochmal einen drauf, um seinem Publikum einen Lacher hervorzulocken und so wird aus dem Schlachtfest schnell eine höchst amüsante Angelegenheit. Wer mit tiefschwarzem Humor etwas anfangen kann, wird hier jedenfalls bestens bedient, es vergeht kaum eine Minute, in der man sich nicht über die herrlichen und unglaublichen Einfälle schlapplachen kann, sofern man mit dem richtigen Humor gewappnet ist. Genau dem dürfte "Planet Terror" auch den häufigen Vergleich mit "Braindead" verdanken, wo ja auch schon bewiesen wurde, dass Splatter und Komödie sich bestens miteinander verbinden lassen. Und so ist es ganz egal, wie viele Körper in "Planet Terror" auseinandergerissen, wie viele Gehirne gefressen und wie viele Eier abgeschnitten werden, denn bei all der überraschend visuellen Brutalität (bei der es unglaublich scheint, dass der Film in Deutschland ungekürzt durch die Prüfung kam) werden auch diejenigen ihren Spaß haben, die dem Splatter ansonsten eher kritisch gegenüber stehen. Und genau das kann man Rodriguez nicht hoch genug anrechnen. Sein "Planet Terror" ist das beste Beispiel für eine politisch unkorrekte, bitterböse und absolut unterhaltsame Splatterkomödie. Ganz egal, ob man Zeuge wird, wie Bruce Willis in einer Nebenrolle als verrückter General das Gesicht blubbernd anschwillt oder wie Quentin Tarantino mit wegschmelzenden Genitalien eine Frau vergewaltigen will, selten zuvor hat man bei derart viel Nonsens einen solchen Spaß gehabt. Die Charaktere sind dabei alle sehr einprägsam geschrieben und perfekt von den Schauspielern verkörpert worden, ein jeder hat seine Eigenheit. Ob nun der charismatische "Held", der die Menschen rettet und dabei einen Onliner nach dem anderen bringt, der coole Koch, die im Umgang mit Spritzen durchaus geübte Krankenschwester oder nur der von Tom Savini glänzend gespielte Sheriff - sie alle sorgen für reichlich Lacher und passen bestens in diesen schrillen Mikrokosmos. Dabei wurden natürlich auch die Schauspieler passend besetzt. Freddy Rodriguez füllt die Hauptrolle souverän aus und wird dabei von allerlei bekannten Gesichtern unterstützt. Michael Biehn, Jeff Fahey, Josh Brolin, Rose McGowan, Bruce Willis, Quentin Tarantino und viele weitere tragen alle ihren Teil zu dem unvergleichen Filmvergnügen bei. Fazit: Action, selbstzweckhafte Gewalt, Sex und massig schwarzer Humor - selten zuvor hat ein Funsplatter derart viel Spaß gemacht. Ob man bei dem ganzen Professionalität und der bewussten Veranschaulichung des Nonsens noch von richtigem Trash sprechen kann, ist fraglich, aber sei es drum. Rodriguez liefert nichtsdestotrotz die ultimative Huldigung an das alte Grindhouse-Kino, das hier durch allerlei Bildstörungen und sonstige Fehler wieder in die Erinnerung zurückgebracht wird. Bestens aufgelegte Schauspieler, allerlei Ekelszenen, coole Sprüche, Splatter bis zum Abwinken - "Planet Terror" vereint all das, was einen Film dieses Genres ausmacht und treibt es gekonnt auf die Spitze.

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