Halloween II Stream Deutsch

Halloween II
Michael Myers ist tot! So lautet jedenfalls die offizielle Aussage der Polizei. Doch Laurie Strode, die Michaels brutales Massaker überlebt hat, ist sich sicher: er lebt und wird wieder zuschlagen. Aber obwohl seine Leiche niemals gefunden wurde, will niemand Laurie glauben. Als ein Jahr später die Straßen von Haddonfield wieder mit orangefarbenen Kürbisköpfen geschmückt sind, geschieht der erste grauenvolle Mord. Laurie weiß sofort, dass Michael zurückgekommen ist, um sie diesmal endgültig zu töten. Und Michael Myers wird Halloween in den blutigsten Tag des Jahres verwandeln.
Title Halloween II
Release Date 2009-08-28
Runtime
Genres Horror
Production Companies Dimension Films, Spectacle Entertainment Group, Trancas International Films
Production Countries United States of America

Reviews

Kalla Malla
Zwei Jahre sind nach dem Halloween-Massaker in Haddonfield ins Land gezogen und aus der einst so lebhaften Laurie Strode ist ein psychisches Wrack geworden, die das Geschehene einfach nicht verarbeiten kann. Hinzu kommt, dass die Leiche von Michael Myers nie gefunden wurde, was Laurie kurz vor dem anstehenden Halloweenfest vermehrt in ihren Albträumen verfolgt. Ihr Instinkt soll sie nicht täuschen, denn Michael Myers lebt tatsächlich noch und wartet nur auf seine Chance, erneut zuzuschlagen. Zurückgezogen in den Wäldern fristet er sein Dasein und bricht kurz vor Halloween, eine blutige Spur hinter sich lassend, nach Haddonfield auf, um auf Geheiß seiner toten Mutter die Myers-Familie endgültig im Jenseits zu vereinen.. Der derzeitige Remakewahn Hollywoods scheint sich insbesondere am Horrorfilm einen Narren gefressen zu haben, gibt es inzwischen doch kaum noch einen Klassiker des Genres, der noch nicht neu aufgelegt worden wäre. Als im Jahr 2007 somit unweigerlich auch John Carpenters wegweisender Ur-Slasher Halloween einer Frischzellenkur unterzogen wurde und kein anderer als Schockrocker Rob Zombie den Regiestuhl in Anspruch nahm, erfuhr das Projekt rasch Gegenwind. Zwar wusste sich Zombie mit seinem Torture-Roadmovie The Devil's Rejects seinerzeit durchaus als fähiger Regisseur zu präsentieren und Genrefans sowie Kritiker gleichermaßen zu begeistern, doch ob sich sein prägnanter Stil auch in einer für deren Fans heiligen Filmreihe wie Halloween unterbringen ließ, schien für viele ein heißes Eisen zu sein. Das Ergebnis sprach dann letztendlich aber ebenso für sich wie die Einspielergebnisse: Zur Überraschung vieler gelang Rob Zombie gelang ein absolut überzeugendes Remake, das dabei ebenso dem Klassiker von Carpenter Tribut zollte, wie es auch neue Wege einschlug und dem Publikum einen Einblick in Michael Myers' prägende Kindheit gewährte. Die überwiegend positive Resonanz auf den Film machten ein Sequel somit schnell zu einer sicheren Angelegenheit und nach einigem hin und her wurde dessen Inszenierung erneut vertrauensvoll an Zombie weitergereicht. Dieses Mal allerdings mit dem gravierenden Unterschied, dass man dem Schöpfer von Haus der 1000 Leichen keinerlei Vorgaben auferlegte und Zombie im Gegensatz zum Remake des ersten Teils völlig freie Hand zur Erschaffung seiner eigenen Vision der Halloween-Thematik ließ. Damit trat nun endgültig das ein, was viele schon beim Vorgänger befürchteten. Halloween II ist neben dem zusammenhangslosen und überflüssigen Halloween 3 aus dem Jahr 1982 der zweifellos umstrittenste Beitrag zur Filmreihe um den Kult-Slasher Michael Myers und wurde von den Fans bereits kurz nach Erscheinen förmlich in der Luft zerrissen. Der Film sei dreckig, vulgär und habe, dies war der hauptsächliche Streitpunkt, kaum noch etwas mit der Halloween-Reihe zu tun. Dies mag an sich auch den Tatsachen entsprechen, allerdings obliegt es dem eigenen Standpunkt, ob man dies nun als positiv oder negativ empfinden mag. Fakt ist, dass die Halloween-Reihe vor Zombies Reboot seit Jahren bereits auf ein-und demselben Punkt stagnierte und sich mit dem regelrecht peinlichen Halloween: Resurrection beinahe endgültig selbst zu Grabe trug. Da war ein frischer Wind nicht nur das richtige, sondern auch das dringend notwendige, um die Filme wieder ins rechte Licht zu rücken und den modernen Schockern die Stirn bieten zu können. Halloween II ist somit als komplett eigenständiger und von der Reihe losgelöster Film zu betrachten, der zwar noch die Basiselemente der Streifen um Michael Myers verarbeitet, ansonsten aber durch und durch die Handschrift von Rob Zombie trägt. Halloween II ist ein schonungslos-brutaler Slasher, der in gut 114 Minuten einen althergebrachten Grundplot mit allerlei neuen Versatzstücken und visuellen Spielereien anreichert und sich dabei fast schon meilenweit von dem entfernt, was sich Fans von einem klassischen Halloween-Film erhoffen dürften. Etablierte Charaktere wie Laurie Strode und Dr. Loomis werden kurzerhand um 180 Grad gewandelt und mutieren zu unliebsamen Kotzbrocken. Laurie ist dabei ein absolut depressives und unkrontrollierbares Wrack, deren Leben völlig aus dem Ruder gelaufen ist, während Loomis als geldgeiler Profitgeier dargestellt wird, der aus dem Blut von Michaels Opfern fröhlich seine Bücher verkauft und damit so garnichts mehr mit seiner fürsorglichen und väterlichen Figur aus dem Vorgänger gemeinsam hat. Den größten und zugleich gewagtesten Schritt ging Zombie, der auch das Drehbuch schrieb, jedoch mit Myers selbst. War dieser in den alten Filmen ein gesichts- und emotionsloser Killer ohne Anzeichen menschlichen Denkens und Handelns, so wird ihm dieses Mysterium hier kurzerhand entrissen. Selbst das größte Heiligtum, die unnachahmlich unheimliche Maske, ist hier nicht mehr als ein Relikt oder ein Erinnerungsstück an alte Zeiten. Vergilbt und deutlich mitgenommen hängt sie von Michael's Gesicht und wird des öfteren kurzerhand abgenommen, was für viele Fans alleine schon als No-Go durchgehen dürfte. Als Krönung des Ganzen kommt Rob Zombie's Michael Myers mit seinem ungehemmten Haar- und Bartwuchs fast schon einem Landstreicher gleich, der sich zudem in seiner Zeit in den Wäldern von wilden Tieren ernährt. Darüber hinaus gibt Myers bei seinen Morden nun grunzende und stöhnende Laute von sich, was ihn in Zusammenhang mit seiner enormen Statur zwar um so bestialischer und grausamer wirken lässt, zugleich aber den letzten Rest an Übereinstimmung mit der ursprünglichen Kultfigur raubt. Halloween II ist kein Remake des ursprünglichen, zweiten Teils, sondern ein völlig eigenständiges Sequel zu Zombie's Neuverfilmung. Storytechnisch wartet der Film dabei zwar mit den Standards eines Slashers auf, bereichert diese aber um ein übernatürliches Szenario aus Albträumen und Geistererscheinungen, die das Publikum vor allem tiefer in die Psyche von Myers selbst führen sollen. So erscheinen dem Killer immer wieder der Geist seiner Mutter und seiner selbst als Kind, die ihm die nächsten Morde auftragen und sein Handeln beeinflussen. Diverse Male geht der Streifen mit seinen psychoanalytischen Ansätzen aber einen Schritt zu weit oder scheint schlichtweg überladen, so wirkt etwa ein immer wiederkehrendes weißes Pferd als Vorbote der Grausamkeit ein wenig kitschig und deplatziert. Ansonsten beweist Rob Zombie allerdings ein gewohnt sicheres Händchen in punkto visueller Aufbereitung und präsentiert seine Settings und Kulissen in dunkler Beleuchtung und tristen Farben, was gemeinsam mit der völlig kaputten Hauptfigur Laurie für eine beinahe durchgehend pessimistische Stimmung sorgt. Auch schimmert Rob Zombies Ursprung aus der Schockrock-Szene immer wieder durch, erinnern so manche Traumszenen von Myers doch an völlig abgefahrene Musikvideos, die nur auf einem Drogentrip entstanden sein können und all jene begeistern werden, die schon die schräge und kranke Ideenvielfalt eines Haus der 1000 Leichen zu schätzen wussten. Der Name des Regisseurs ist im Grunde schon ein Indikator dafür, dass es hier keinesfalls zimperlich zur Sache geht und so sollte man sich im besten Falle in allen Bereichen auf entsprechende Kompromisslosigkeit einstellen. Fast alle Charaktere legen eine absolut vulgäre Ausdrucksweise an den Tag, die jeden amerikanischen Talkshowgast vor Neid erblassen lassen. Noch weitaus weniger zimperlich geht es dann allerdings in Sachen Gewaltdarstellung zu, so dass sich Halloween II den ersten Platz als unangefochten brutalster Vertreter der Reihe redlich verdient. Zwar setzt Zombie hier nicht auf einen überdurchschnittlichen Splattergehalt, allerdings werden die Morde stets mit einer derart eiskalten, sadistischen Brutalität durchgeführt, dass die alten Teile dagegen wie harmlose Unterhaltung fürs Nachmittagsprogramm aussehen. Einem Opfer wird unter stöhnen und schnaufen von Michael Myers der Kopf abgeschnitten, während ein anderer selbigen förmlich zu Brei zertreten bekommt. So zieht sich ein durchgehend brutaler Gewaltgrad durch den ganzen Film, was ein ungeschnittenes Release in Deutschland bislang ziemlich unwahrscheinlich wirken lässt. Hallowen II lebt zu großen Teilen von seiner ungemein dreckigen und schonungslosen Atmosphäre, schafft es dabei allerdings nicht, eine gleichwertige Spannung aufzubauen. Dies ist allerdings ein häufig wiederkehrendes Problem vieler Slasherfilme, denn obgleich Zombie hier seine eigene Vision erschuf und zahlreiche neue Ideen hat einfließen lassen, so musste er dabei doch dem groben Strickmuster des Genres folgen, was in einer recht vorhersehbaren Handlung resultierte. Daraus alleine ist dem Film jedoch kaum ein Vorwurf zu machen, setzt er doch ansonsten genügend neue Akzente, um trotz einer überdurchnschnittlichen Laufzeit ausgesprochen gut zu unterhalten. Auch die Schauspieler erledigen derweil einen absolut überzeugenden Job und bringen ihre Charaktere glaubhaft rüber, wenn man sich an diese oftmals auch erst gewöhnen muss. Scout Taylor-Compton und Malcolm McDowell sind als Laurie Strode und Dr. Loomis fast nicht mehr wiederzuerkennen, während Brad Dourif hingegen in der gewohnt charismatischen Rolle des Sheriffs zu sehen ist und erfreulicherweise noch mehr Screentime als im Vorgänger erhält. Ansonsten gibt es noch ein Wiedersehen mit Sheri Moon Zombie, die hier jedoch etwas unterfordert wird, sowie mit Tyler Mane, der erneut den bislang bedrohlichsten Michael gibt. Einziges Manko in der Besetzungsliste ist das Fehlen von Daeg Faerch als junger Michael. Dieser wurde aus unerfindlichen Gründen von Chase Wright Vanek ersetzt, der ihm aber in punkto Ausstrahlung keinesfalls das Wasser reichen kann. Alles in allem darf Halloween II ohne Frage als einer der ungewöhnlichsten und härtesten Slasher der letzten Jahre bezeichnet werden, der zudem die mehr als deutliche Handschrift eines überaus talentierten und eigenwilligen Regisseurs trägt. Die Tatsache, dass dies jedoch auf der Basis eines Halloweenfilmes inszeniert wurde, hat inzwischen leider viele Fans der Reihe auf die Barrikaden gerufen, was angesichts der sehr freien Interpretation des Streifens auch nicht gänzlich verwunderlich ist. Die Charaktere, allen voran Michael Myers, sind kaum wiederzuerkennen und selbst der obligatorische und berühmte Soundtrack von John Carpenter ertönt erst im Abspann. Eine Bereitschaft, sich mit neuen Richtungen und Ideen anzufreunden ist daher ebenso von Vorteil wie eine gewisse Vorliebe für die bisherigen Filme Rob Zombie's, dessen Handschrift Halloween II durchgehend trägt. Sanfteren Gemütern ist von dem Film jedoch sowieso von vorneweg abzuraten, denn durch die dreckig-pessimistische Atmosphäre und die durchgehend grobe Brutalität serviert Zombie seinem Publikum hier durchaus intensives Terrorkino und entfremdet sich zudem gänzlich vom subtilen Horror, den man ansonsten mit Halloween in Verbindung brachte. Halloween II wird die Gemüter letztendlich sicherlich gehörig spalten, dürfte aber gerade bei Freunden härterer Slasher-Kost ohne festgefahrenen Grundsätzen sicherlich Anklang finden.

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