Stille Nacht - Horror Nacht Stream Deutsch

Stille Nacht - Horror Nacht
Der kleine Billy wird am Weihnachtsabend Zeuge, wie ein als Weihnachtsmann verkleideter Psychopath seine Eltern abschlachtet. Daraufhin landet er in einem Waisenhaus, wo unartiges Verhalten mit dem Gürtel bestraft wird. Jahre später, inzwischen 18jährig, arbeitet er als Lagerist in einem Warenhaus. Als sein Chef ihn am Weihnachtsabend darum bittet, für einen kranken Kollegen einzuspringen, der im Geschäft als Weihnachtsmann verkleidet Geschenke an die jungen Kunden verteilen soll, tickt Billy aus: Als Weihnachtsmann verkleidet, töter er jeden, der seiner Ansicht nach "unartig" war...
Title Stille Nacht - Horror Nacht
Release Date 1984-11-09
Runtime
Genres Thriller Horror
Production Companies Slayride, TriStar Pictures
Production Countries United States of America

Reviews

Kalla Malla
Wie jedes andere Kind, so freut sich auch der kleine Billy jedes Jahr aufs Weihnachtsfest. Doch diese Freude soll sich nach einem grausamen Ereignis in seiner Kindheit in eine schreckliche Phobie verwandeln. Zum Weihnachtsfest muss der Junge mit ansehen, wie seine Eltern von einem Verrückten im Weihnachtsmannkostüm auf grausame Art getötet werden, was tief sitzende Spuren in Billy hinterlässt. Zusammen mit seinem jüngeren Bruder Ricky kommt der traumatisierte Junge für die folgenden Jahre in ein katholisches Erziehungsinternat, wo sich seine Phobien unter der strengen Leitung einer sadistischen Nonne allerdings auch nicht ins Gute wandeln. Zehn Jahre später ist Billy zum jungen Mann herangewachsen und tritt einen Hilfsjob im örtlichen Spielzeugwarenladen an. Als schließlich Weihnachten vor der Tür steht, steckt Billy's Vorgesetzter ihn in ein Santa Claus-Kostüm, was das Kindheitstrauma wieder an die Oberfläche trägt und den jungen Mann auf einen blutigen Amoklauf gehen lässt... Es ist eine allgemein bekannte Tatsache, dass es sich beim Genre des Slashers nicht gerade um die kreativste Gattung des Horrorfilms handelt. Das Grundrezept ist da überaus einfach angesetzt: Man nehme einen halbgaren Plot um irgendwelche Kindheitspsychosen oder wahlweise auch eine leicht zu durchschauende Rachestory, füge dieser ein paar gutaussehende und allseits willige Teens bei und schon ist der 08/15-Slasher so gut wie vollendet. Was dann noch fehlt, sind einige kreative und selbstzweckhafte Mordszenen und schon ist der anspruchslose Gorehound ein weiteres Mal zufriedengestellt. Vielen Regisseuren scheint es jedoch schon seit geraumer Zeit kein Geheimnis mehr zu sein, dass sich mit diesem austauschbaren Einheitsbrei nur noch die wenigsten Horrorfans begeistern lassen und so werden die gängigen Grundstrukturen des Slashers bereits seit längerem kräftig variiert und auf den Kopf gestellt. Einer jener Streifen, die sich in den 80ern an einer etwas eigenwilligen Interpretation des typischen Slashers versuchten, ist Charles E. Sellier Jr's "Silent Night, Deadly Night", der seinem Antagonisten kurzerhand eine Weihnachtsmannkutte verpasst und das zu erwartende Mordgeschehen in einen weihnachtlichen Rahmen verlegt. Klingt fürs Erste zwar ganz interessant, ist aber letzten Endes leider nur ein eher schlechter als rechter Versuch annehmbarer Horror-Unterhaltung. Aus heutiger Sicht erscheint es absolut nicht mehr nachvollziehbar, dass "Silent Night, Deadly Night" aufgrund seiner Thematik seinerzeit für einen kleinen Skandal sorgte und einige entsetzte Filmkonsumenten auf die Barrikaden gehen ließ, die den Weihnachtsmann nur äußerst ungern als axtschwingenden Irren sehen wollten. Nicht weniger fragwürdig ist desweiteren die Tatsache, dass dieses Werk in den folgenden Jahren noch vier Sequels nach sich zog, von denen eines sogar von keinem geringeren als Brian Yuzna inszeniert wurde, der damals noch am Anfang seiner Karriere stand. "Silent Night, Deadly Night" oder auch "Stille Nacht, Horror Nacht", wie er in Deutschland auch genannt wird, hat wohl den Status eines Beinahe-Kultfilms innerhalb der Horrorszene, aber ob das auf eine spannende und professionelle Inszenierung zurückzuführen ist, darf bezweifelt werden. Vielmehr vereint "Silent Night, Deadly Night" auf trashige Art und Weise alle Komponenten eines unfreiwillig komischen Horror-Brüllers, dessen Machern hier vermutlich sogar noch die Intention vor Augen stand, ernstzunehmenden Horror in den Kasten zu bringen. Dies macht den Lacher letztendlich perfekt. Schon bei der Story hapert es an allen Ecken und Enden. An und für sich ist sie ein reines Flickwerk aus bekannten Versatzstücken und Klischees und wurde zudem so lieblos und stümperhaft zusammengeschustert, dass am Ende reichlich Fragen unbeantwortet bleiben. Wieso beispielsweise löst die Weihnachtsmann-Verkleidung bei Billy den Drang nach einem blutigen Feldzug gegen Werteverfall und Sünde aus, wo er doch mit diesem Kostüm das schrecklichste Erlebnis aus seiner Kindheit verbindet? Dies ist nicht nur psychologisch hochgradiger Nonsens im Quadrat, sondern wirkt für den Film zudem nur wie ein beliebiges Mittel zum Zweck. Hauptsache das Grundgerüst für den Weihnachts-Slasher ward gefunden, der Rest schien für die Verantwortlichen keine Rolle mehr gespielt zu haben. Und so darf sich das Publikum auch nicht wundern, wenn ihm eine völlig zusammenhanglose Story vorgesetzt wird, bei dem Billy zwar reichlich Opfer meucheln darf, die eigentliche Handlung aber hinter all den Morden zurückbleibt. Die 85 Minuten des Streifens gehen zwar recht schnell vorüber, allerdings wirkt einiges zu sehr in die Länge gezogen. Billys Kindheit in der katholischen Erziehungsanstalt wird beispielsweise viel zu sehr Screentime zu teil, was noch dadurch verschlimmert wird, dass der Zuschauer keine Ahnung hat, was diese Szenen zum eigentlichen Geschehen beitragen sollen. Sobald dann das Morden beginnt, wird "Silent Night, Deadly Night" aber noch einmal eine ganze Spur belangloser und wartet mit einigen austauschbaren Kills von der Stange auf, die zudem absolut spannungsarm inszeniert wurden. Das eigentliche Highlight, eine Schlittenfahrt, die in einer Enthauptung endet, zaubert den Liebhabern des schwarzen Humors zwar noch ein Lächeln aufs Gesicht, entschädigt aber nicht für die regelrecht meterhohen Differenzen des restlichen Werkes. Horror oder Atmosphäre wollen hier aufgrund permanenten Sonnenscheins und diversen Weihnachts-Schlagern nicht aufkommen, zudem macht auch Billy als mordender Weihnachtsmann keine all zu gute Figur. Zur Entstehungszeit dieses Films schien es noch auszureichen, einen beliebigen Schauspieler ohne jede Ausstrahlung in ein Weihnachtsmannkostüm zu stecken und ihm eine Axt auszuhändigen, aus heutiger Sicht bleibt dieser Killer aber hinter den meisten Schlitzern aus ähnlichen Produktionen zurück. Da dürfte es nicht sonderlich überraschen, dass sich auch die Darsteller nicht unbedingt in die Langzeiterinnerung der Zuschauer spielen. Sehr lieblos und gelangweilt wirken die meisten Darbietungen, so dass auch in dieser Hinsicht nichts mehr gerettet wird. Fazit: Bei der großen Masse an Slashern stellt sich dem Konsumenten dieser Filme durchaus die Frage, wieso gerade "Silent Night, Deadly Night" nach 25 Jahren noch immer einen recht vorauseilenden Ruf innehat und als eine Art Klassiker dieses Subgenres gilt. Der Film bringt keinerlei Atmosphäre zustande und wartet mit einer lückenhaften und lieblosen Story auf, die austauschbarer nicht hätte erzählt werden können. Die komplette Laufzeit über tut sich die penetrante Frage auf, ob dieses Werk wohl eine Parodie seiner selbst darstellen sollte oder vielmehr einen gewollt-ernstzunehmenden Beitrag zum Slasherfilm verkörpert. Die meisten Indizien deuten auf letztere Vermutung, was dem Werk zwar noch einen leicht trashigen Beigeschmack gibt, dem geprellten Horrorfans aber auch keinen Ersatz für 85 vergeudete Lebensminuten bietet. Wer einen wirklich ordentlichen Weihnachts-Slasher sehen will, greift da lieber zu dem in jeder Hinsicht überlegenen "Black Christmas" aus dem Jahr 2006.
Bloody Jörg
Ein gar nicht mal so dummer Weihnachtsslasher, der bei seiner Kinoauswertung in Amerika viel Staub aufwirbelte, da sich die prüden religiösen Gruppen dort drüben wegen der Darstellung des Santa Claus als Axt schwingenden Psychopathen für ein Verbot des Films aussprachen. Wahrscheinlich ist dies sogar der beste aller Schlitzer, die am Heiligabend spielen. Die psychologischen Beweggründe des Killers, der in seiner Kindheit ganz im Sinne von Sigmund Freud schwer traumatisiert wird, werden sehr eindringlich und zynisch dargestellt, was durchaus mehr Unterhaltungswert besitzt als der eigentliche Bodycount, der erst ab der Mitte der Laufzeit losgeht. Der tragische Mörderweihnachtsmann wider Willen ist aber nicht die einzige reizvolle Figur: Der Vergewaltiger im Santa-Kostüm, die strenge Obernonne, der gruselige Opa im Altersheim und Scream Queen Linnea Quigley als vollbusiges Opfer leisten alle ihren Beitrag zum Gelingen des Streifens.

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