Das verlorene Wochenende Stream Deutsch

Die Leinwand wagt es, sich für einen schockierenden Bestseller zu öffnen!
Das verlorene Wochenende
Der alkoholkranke Schriftsteller Don Birnam teilt sein Appartment in New York mit seinem Bruder, der alle Hände voll damit zu tun hat, das Alkoholproblem seines Bruders in den Griff zu bekommen. Als Don eines Nachts einmal nicht unter Beobachtung steht, kauft er sich ein Paar Flaschen Alkohol in einer Bar und betrinkt sich zuhause. Als er nächsten Morgen erneut dort auftaucht, behauptet der Besitzer, Don habe dessen Freundin misshandelt und bedroht ihn. Ohne Erinnerung, und von Selbstzweifeln geplant, flüchtet Don in die nächste Bar…
Title Das verlorene Wochenende
Release Date 1945-11-29
Runtime
Genres Drama
Production Companies Paramount
Production Countries United States of America

Reviews

Kalla Malla
Don Birnam (Ray Milland) ist Mitte dreißig und sowohl ein erfolgloser, uninspirierter Schriftsteller als auch ein langjähriger Alkoholiker. Just gelang es seiner Verlobten Helen St. James (Jane Wyman) und seinem Bruder Wick (Phillip Terry), Don zehn Tage lang abstinent zu halten. Zu dritt planen sie nun ein gemeinsames Wochenende auf dem Land. Am Abend vor der Reise schafft es der scheinbar geläuterte Don, die beiden unter einem Vorwand aus dem Haus zu schicken. Was er zu seinem Glück jetzt bräuchte, wäre eine Flasche Whiskey. Mit ein paar Dollar in der Tasche und nach wie vor der Absicht, das Wochenende außerhalb New Yorks zu verbringen, besucht Don eine Bar. Dessen Betreiber Nat (Howard da Silva) kennt den Gast schon lange. Eine weitere Bekannte Birnams ist das Callgirl Gloria (Doris Dowling). Gloria ist unglücklich verliebt in ihn und sie leistet ihm Gesellschaft, während Don trinkt und trinkt, bis er längst nicht mehr weiß, was er tut… »Das verlorene Wochenende« (»The Lost Weekend«) ist merkwürdigerweise einer der weniger bekannten Billy Wilder-Filme, vielleicht, weil das ernste Drama nicht gerade ein typischer Wilder-Stoff ist. Dennoch ist der Film ein absoluter Klassiker, hat im Jahr 1945 die Oscars für den besten Film sowie für Regisseur Wilder und Hauptdarsteller Ray Milland abgeräumt und ist immer noch ein packendes Filmerlebnis. Zwar ist die Darstellung der Qualen eines Schriftstellers zwischen Geldnot, Alkoholsucht und Entzug heute nicht mehr ganz aktuell, aber man muss das Entstehungsjahr berücksichtigen, sowie die Tatsache, dass »Das verlorene Wochenende« für ein Mainstream-Publikum produziert wurde, welches den Umgang mit einem so schwierigen Thema nicht gewohnt war. Die sicher beeindruckendste Sequenz zeigt Ray Milland im Entzugs-Delirium, und die Bilder seines Wahns sind echte Schocker für eine ansonsten so gepflegte Produktion und schwer zu vergessen. Noch ein paar Produktionsnotizen: * Nachdem der Film bei einer Probevorführung glatt durchgefallen war, zögerte die Produktionsfirma Paramount mit der Veröffentlichung. Man befürchtete, der Film sei für ein breites Publikum zu düster und das Thema zu ernst. Regisseur Billy Wilder behauptete später, die Alkoholindustrie habe Paramount fünf Millionen Dollar dafür geboten, dass der Film nicht herauskommt. Gleichzeitig wurde Paramount aber auch von Vertretern der Abstinenzbewegung bedrängt, »Das verlorene Wochenende« nicht auf den Markt zu bringen, weil sie befürchteten, der Film würde zum Trinken verleiten. * Wilder wollte die Hauptrolle ursprünglich mit dem damals kaum bekannten José Ferrer besetzen. Doch die Studioleitung überzeugte ihren Regisseur, mit Ray Milland einen sympathischen Publikumsliebling zu engagieren, mit dem sich die Zuschauer identifizieren konnten. * »Das verlorene Wochenende« ist der erste Film, der beim Soundtrack das Musikinstrument Theremin verwendet, das einen seltsam wehklagenden Klang hat und später in den Science-Fiction-Filmen der 50er-Jahre üblich war. Miklós Rózsa benutzte es in seinen Kompositionen für die Alptraumsequenzen. Fazit: Für die Alkoholikerballade »Das verlorene Wochenende« verzichtete Billy Wilder auf seinen typischen, lockeren Humor, setzte stattdessen auf eine düstere Atmosphäre zwischen Realismus und Delirium. Dem Regisseur ist einer der besten Filme zum Thema Alkoholismus gelungen.

Leave a Review?

You must be registered and logged in to submit your review.