Midnight Ripper Stream Deutsch

Midnight Ripper
Eine italienische Stadt wird von einer Serie von Frauenmorden erschüttert. Der modus operandi des Täters ähnelt dem von Serienkiller Franco Tribbo. Doch der soll vor zehn Jahren bei einem Brand ums Leben gekommen sein. Oder etwa doch nicht?

Reviews

Kalla Malla
Der Film entstand Ende der 80er, als ein Nachzügler der einstigen Giallo-Welle. Regie führe Lamberto Bava, seines Zeichens Sohn von Mario Bava, dessen Fußstapfen er nie so richtig ausfüllen konnte. Lediglich für den grandiosen Film "Dämonen" hat er auf ewig bei mir gepunktet. "Midnight Ripper" ist zunächst mal ein Giallo, der sich an vielen Stellen offensichtlich am Großmeister Argento orientiert. Das fängt bei einer Opernkulisse an und hört bei den Kamerafahrten auf. Achja, Claudio Simonetti, seines Zeichens Sänger und Haus und Hof Komponist Argentos, zeigte sich hier im Übrigen für den Score verantwortlich. Auch die Killszenen sind eher ein Wiederholen bekannter Szenarien, als wirkliche Innovation. Ein Mord in der Dusche, Ertränken, Messerstechereien und generell sexuell motiviert erscheinende, frauenfeindliche Kills gibt es zu sehen, doch so sehr diese Elemente natürlich Genrestandard sind, wirken sie, wie vieles anderes in "Midnight Ripper" auch, eher unmotiviert heruntergekurbelt. Der Film hat einige rote Schauwerte zu bieten, blendet aber an einigen Stellen recht ungeschickt weg. Beispielsweise wenn der Mörder einer Frau einen Rührmixer in die Augen drückt. Da wird recht lange aus der Opferperspektive gefilmt, wie der Killer sich ihr mit dem Mixer nähert, ehe es einen Szenenwechsel ganz woanders hin gibt und man weder die Tat zu sehen bekommt, noch Schreie hört. Ein Fulci oder Jess Franco hätten soetwas völlig anders umgesetzt. Entgegen den meisten anderen Gialli, macht Bava um die Identität des Killers keinen wirklichen Hehl. Nach recht kurzer Zeit wird er in seiner vollen Pracht gezeigt und die Katze ist aus dem Sack. Das verringert den Spaß am Mitraten, aber generell hat "Midnight Ripper" in meinen Augen eher einen Slasher- denn wirklichen Krimi-Touch. Wirklich spannend oder mitreißend wird die Schose außerhalb der doch ganz unterhaltsamen Tötungen leider nicht, obwohl sich Bava zumindest Mühe gegeben hat, mit Kamerafahrten oder Perspektiven zu punkten. Das Opernhaus beispielsweise macht viel her und auch lange Aufnahmen in Fluren oder die Stadtaufnahmen wissen unterm Strich zu gefallen. Fazit: "Midnight Ripper" hat seine Momente, ist aber nur ein laues Lüftchen, welches zum Zeitpunkt der abklingenden Giallowelle gedreht wurde. Die Morde sind blutig, obgleich mehr drin gewesen wäre, und insegesamt ist der Film ok. Für Komplettisten nicht ganz uninteressant, aber alles andere als elementar.

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