Abbott und Costello treffen Frankenstein Stream Deutsch

Abbott und Costello treffen Frankenstein
Wilbur Grey und Chick Young arbeiten auf einem Bahnhof und sind, mehr schlecht als recht, damit beschäftigt den Leuten das Gepäck hinterher zu tragen. Da es bei den beiden sowieso schon hoch hergeht, ist das Chaos perfekt, als sie 2 Kisten für Mr. McDougals "Haus des Schreckens" entladen sollen

Reviews

Bloody Jörg
ABBOTT AND COSTELLO MEET FRANKENSTEIN ist gewiss der beste und amüsanteste Film des Komiker-Duos, eine wunderbare Parodie der klassischen Horrorfilme der „Universal". Gleichzeitig ist er auch, nach „House of Frankenstein" und „House of Dracula" der letzte Film des Studios, in dem sich die bekannten Filmmonster ein Stelldichein geben. Die Mixtur aus den typischen Horrorelementen und der speziellen Komik des Teams ist auf bemerkenswerte Weise geglückt. Der Film ist ein brillantes Beispiel dafür, in welcher Form Horror und Comedy im Film am besten miteinander harmonieren. Die Komik erwächst nämlich gerade nicht aus einer Veralberung der Horrorgestalten, sondern aus den scheinbar ausweglosen Situationen, in die die Titelhelden durch die Monster geraten, sowie aus dem kunstvollen Spiel mit den Klischees des Genres. So gewinnt die Szene, in der das Monster erstmals Lou Costello begegnet und sich fürchterlich erschreckt, ihren Humor gerade aus der Umkehrung der stereotypen des Horrorfilms. Gesteigert wird der komische Effekt noch durch Lugosis Versicherung dem Monster gegenüber: „Don't be afraid. He won't hurt you!" In der Szene, in der Wilburs Hirn in den Schädel des Monsters übertragen werden soll, versucht Lou noch, dem Monster von der Operation abzuraten: „Don't let 'em do it to you, Frankie! It's a bad deal. I've had this brain for thirty years and it hasn't worked right yet!" Sehr lustig sind auch die diversen Versuche von Lou Costello, mit Hilfe von pantomimischen Darbietungen Dracula und das Monster zu imitieren.Die erstklassige Produktion des Films, die imposante Ausstattung und die exzellente Kameraführung, die bekannten Horrorstars, die ihre Rollen wie in einem „richtigen" Horrorfilm spielen, die zumeist treffsicheren Gags des quirligen Duos und die stramm durchgezogene Handlung sorgen für den homogenen Gesamteindruck des Films. Obwohl Regisseur Barton die beiden Komiker geschickt unter Kontrolle hält und in die rechten Bahnen führt, hat er das Timing in einigen Szenen doch etwas vernachlässigt. Dies kann man aber in fast allen Filmen der beiden Komiker beobachten. So ist hier z.B. die Sequenz in McDougals „Haus des Schreckens", in der Costello erstmals mit Dracula und dem Monster konfrontiert wird und verzweifelt versucht, seinem Freund zu informieren, etwas zu sehr in die Länge gezogen. Etwas zu tolpatschig agiert auch Lon Chaney in einigen Szenen, etwa wenn er in seiner Inkarnation als Wolfsmensch versucht, Costello in einem Hotelzimmer und später auf dem Maskenball anzugreifen. Dies sind aber nur Marginalien, die dem Film nicht schaden und so ist ABBOTT AND COSTELLO MEET FRANKENSTEIN ein Werk, dass man sich immer wieder ansehen kann. Eine für die damalige Zeit bemerkenswert brutale Szene findet sich gegen Ende des Films, als das Monster die Darstellerin Lenore Aubert (bzw. deren Stuntfrau) durch ein geschlossenes Dachfenster wirft. Für Bela Lugosi war der Film die letztmalige Gelegenheit, in seiner berühmtesten Rolle als Graf Dracula aufzutrumpfen. Zudem trat er hier letztmalig in einer Produktion seines alten Arbeitgebers „Universal" auf. Laut unterschiedlicher Quellen betrug sein Gage $1500 die Woche, bei einer garantierten Drehzeit von zehn Wochen. Danach ging es mit dem Darsteller beruflich wie privat recht steil bergab. Für Abbott und Costello hingegen war der ca. $ 800.000 teure Film ihr größter Erfolg seit 1944 und brachte sie erstmals seit langer Zeit wieder in die Top-Ten der finanziell erfolgreichsten Filme des Jahres. Bei „Universal ließ man sich dann auch nicht Lumpen, und so entstanden bis Mitte der 50er Jahre noch weitere „meet" Filme, in denen Abbott und Costello u.a. auf den Unsichtbaren, Dr. Jekyll und Mr. Hyde oder die Mumie trafen. Frank Skinners Score für ABBOTT AND COSTELLO MEET FRANKENSTEIN wurde gleich in mehreren dieser Filme erneut verwendet. Keiner dieser Filme erreichte aber auch nur annähernd die Klasse und den Erfolg von ABBOTT AND COSTELLO MEET FRANKENSTEIN. Für die deutsche Fassung des Films, der in den 60er Jahren unter dem Titel „Mein Gott, Frankenstein" eine Wiederaufführung in den Kinos erlebte, wurden speziell Szenen nach gedreht bzw. Fotos angefertigt und an passender Stelle eingefügt. So ist z.B. das Schild an McDougals „House of Horrors" in der deutschen Fassung auf deutsch, genauso wie die Tafel im „Haus des Schreckens" auf dem „Die Dracula Sage" erzählt wird. Auch die Aufzeichnungen Frankensteins, „Das Geheimnis von Leben und Tod" sowie eine handschriftliche Seite daraus sind eingedeutscht und auf dem Ausweis von Joan Raymond heißt es: „Detektivin bei Shippers Versicherungen". In der Fernsehausstrahlung in den frühen 80er Jahren waren diese Szenen noch enthalten. In der deutsche DVD-Version, die auf der amerikanischen Fassung basiert, fehlen diese Inserts. In der alten deutschen Fassung wurde auch der Vorspann vereinfacht und auf die Animation verzichtet. In den 50er & 60er Jahren entstanden in Mexiko zwei Filme, die gerne als Remakes von ABBOTT AND COSTELLO MEET FRANKENSTEIN bezeichnet werden. So drehte Julian Soler 1957 den Film „El Castillo de los Monstruos" in dem der in Mexiko sehr populäre Komiker Antonio „Clavillazo" Espino die Hauptrolle spielte. Der trifft in einem düsteren Schloss nicht nur auf Frankensteins Monster, Dracula und einen Wolfsmenschen, sondern auch noch auf eine Mumie, auf das Ungeheuer von der schwarzen Lagune und auf einen deformierten Handlanger. Abgesehen davon, dass der Film überhaupt nicht lustig ist, hat er auch sonst, bis auf die Monster, nichts mit dem angeblichen Vorbild zu tun. 1961 drehte Benito Alazraki „Frankestein [sic], el Vampiro y Compania". Diesmal war der Komiker Manuel „Loco" Valdes in der Hauptrolle zu sehen. Dieser Film orientiert sich sehr viel deutlicher an der Figurenkonstellation und am Handlungsverlauf des Originals, einige Szenen wurden sogar fast originalgetreu kopiert.

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