Nightmare Concert Stream Deutsch

Nightmare Concert
Seit kurzem plagen den italienischen Horrorregisseur Lucio Fulci (er selbst) grauenhafte Tagträume, in welchen er real erlebtes mit Erinnerungen an die brutalsten Gewaltszenen seiner eigenen Filme vermengt. Sie rauben ihm den Schlaf und lassen ihn an seiner geistigen Gesundheit zweifeln. So beschließt Fulci den Psychiater Prof. Egon Schwarz (David L. Thompson) aufzusuchen und ihn um Hilfe zu bitten. Doch dieser hat ganz eigene Pläne mit dem verwirrten Regisseur. Er trachtet danach ihn zu hypnotisieren, um ihm die Schuld an einigen perversen Morden, welche er selber verübt hat, anzuhängen...

Reviews

Kalla Malla
Der große italienische Horror-Regisseur Lucio Fulci (Lucio Fulci) geht langsam auf ein hohes Alter zu und hat immer mehr Probleme mit den brutalen Inhalten seiner Filme. Die widerwärtigen Szenen verfolgen ihn auch lange nach Drehschluss noch und lassen ihn nicht mehr zur Ruhe kommen. Immer mehr mischen sich die abartigsten Halluzinationen und Wahnvorstellungen in seinen Alltag und bringen Fulci beinahe um den Verstand. In seiner Verzweiflung wendet sich der Regisseur hilfesuchend an den Psychiater Egon Schwarz (David L. Thompson), der jedoch nicht gerade zur Problemlösung beiträgt, da er selbst schwer gestört ist. Der gerissene Psychiater hypnotisiert Fulci und redet ihm in Trance ein, dass er in der kommenden Zeit mehrere entsetzliche Morde begehen werde. In Wahrheit ist es jedoch Schwarz' Konto, auf das die Bluttaten gehen. Als sich nach und nach die Leichen häufen, verliert Fulci vollends den Bezug zur Realität und hält sich selbst für den Mörder... Der leider verstorbene Kultregisseur Lucio Fulci war schon zu Lebzeiten umstritten wie kaum ein anderer Filmemacher und vor allem in Deutschland des öfteren Auslöser für hitzige Diskussionen über Gewaltfilme. Selbst in Horror-Fankreisen ist man sich uneins über das Schaffenswerk des Italieners. Einige können mit seinen Werken rein garnichts anfangen, während ihn andere gerade durch bekannte Titel wie "Ein Zombie hing am Glockenseil", "Geisterstadt der Zombies" und "Woodoo" beinahe schon verehren. Doch egal, welcher Seite man sich nun anschließt, Anerkennung muss man der Arbeit Fulci's schon zollen, wenn man betrachtet, wie er trotz aller Verbote und Debatten immer sein Ding durchgezogen und alles in allem etwa 57 Filme herausbracht hat. "Nightmare Concert" war sein letzter nennenswerter Rundumschlag im Jahr 1990, bevor er 6 Jahre später unter mysteriösen Umständen starb. Mit diesem Werk, das auch unter dem Alternativtitel "A Cat in the Brain" geläufig ist, schuf er sozusagen ein Best Of seiner eigenen Filme und inszenierte einen 89-minütigen Gewaltmarathon, in dem die besten und brutalsten Szenen aus Fulci's bisherigen Filmen zu sehen sind. Aus diesem Grund ist es schwer, "Nightmare Concert" als Film für voll zu nehmen. Der Streifen besteht im Grunde genommen nur aus heftigen Gewaltszenen, die durch die extrem dünne Handlung miteinander verknüpft werden. Gerade Fans des umstrittenen Meisters dürften aber ihre Freude daran haben, Fulci endlich einmal selbst vor der Kamera sehen zu dürfen. Für seinen letzten großen Film ließ er es sich nämlich nicht nehmen, sich selbst zu spielen und das ist die große Stärke des Films. Wenn der alte Fulci mit angestrengtem Blick durch die Gegend huscht, unzusammenhängende Worte stammelt und ständig Visionen von zerhackten, geköpften und verbrannten Menschen erlebt, dann sind das schon ganz, ganz große Momente. Eine gehörige Portion Selbstironie ist dabei natürlich auch mit von der Partie, da gerade "Nightmare Concert", einer der gewaltverherrlichendsten Filme überhaupt, sich in der Kernaussage klar gegen Gewaltfilme richtet. Fulci kommt mit dem vielen Blut, das er am Set sieht, nicht mehr zurecht und verliert den Verstand und auch sein Pychiater Egon Schwarz wird scheinbar erst durch Fulci's Filme zum Mörder. Dennoch vergehen keine 5 Minuten im Film, in denen nicht irgend jemand auf die grausamst-detaillierte Art und Weise ums Leben kommt. Vielen werden sich die Qualitäten des Streifens beim ersten Durchlauf wahrscheinlich nicht erschließen, da man schon genauer hinsehen muss, um neben den Tonnen an Splatter & Gore überhaupt noch etwas anderes sehen zu können. Über dem Ganzen liegt aber wie bei Fulci typisch eine dichte und verstörende Atmosphäre, die richtig schön den Geisteszustand von Fulci und dem verrückten Psychiater einfängt. Im Film wurden nicht nur Schnipsel aus anderen Streifen (z.B. "When Alice broke the Mirror") des Godfathers of Gore recycled, sondern auch der fabelhafte Score zu "Geisterstadt der Zombies" von Fulci's Stamm-Komponisten Fabio Frizzi, der wieder einmal sein Übriges tut und die Bilder angemessen untermalt. Die Musik macht den Wahnsinn fast greifbar. Zusammen mit vielen Stadtaufnahmen ergibt dies eine Atmosphäre, wie man sie aus den alten europäischen Genrewerken kennt und liebt. Dennoch darf im Fall von "Nightmare Concert" nicht um den heißen Brei herumgeredet werden. Der Film ist eine debile Ansammlung menschenverachtender Gewaltszenen, doch diese Aussage ist deshalb legitim, da Fulci mit großer Wahrscheinlichkeit genau ein solches Werk erschaffen wollte. Hiermit errichtete er sich selbst ein Denkmal, das auch heute noch die Gemüter spaltet und selbst viele Fans des Regisseurs auf Distanz gehen lässt. Dadurch, dass das Werk keine vernünftige Story braucht, um Gewaltszenen einbringen zu können, ist der Gorefaktor auf einem regelrechten Rekordlevel. Im Minutentakt werden Menschen geköpft, erstochen, gequält, ertränkt, überfahren, stranguliert. Da landen Köpfe in der Mikrowelle und werden bei ihrem Zerfall beobachtet, werden Frauen in einer Nazi-Orgie misshandelt, dass es eine Freude des schlechten Geschmacks ist. Selbst vor Kindern macht der Film nicht halt, ein kleiner Junge wird mit einer Kettensäge mal eben einen Kopf kürzer gemacht. Selbstredend, dass die Kamera stets voll drauf hält und die Mordprozeduren sich stets sehr langsam dahinziehen, um die Qual der Opfer voll auszukosten. Für schwache Mägen ist der Film also pures Gift, andererseits sollte man ihn allerdings auch nicht ernster nehmen, als er es verdient. Für jeden Cineasten ist dies wohl der größte filmische Scheißhaufen, der jemals auf die Menschheit losgelassen wurde. Der Film verfügt über keinerlei dramaturgischen Wert, kommt fast durchgängig spannungslos daher und räumt, da viele Szenen aus anderen Filmen entnommen wurden, auch für die Qualität keine Preise ab. Da kann es durchaus mal vorkommen, dass eine Szene mehrmals von Tag auf Nacht wechselt, die Schärfe plötzlich eine ganz andere ist oder die deutsche Synchro einfach über die englische gelegt wurde, die immer noch im Hintergrund zu hören ist. Dies alles trägt aber seinen Teil zum ganz eigenen Flair des Werkes und lässt ihn noch einzigartiger dastehen. Die Schauspieler wurden großteils auch passend besetzt. In erster Linie überzeugt natürlich Fulci, der den verwirrten, alten Regisseur und sich selbst auf wunderbar liebenswerte Weise spielt. Fazit: "Nightmare Concert" ist weniger ein ernstzunehmender Film, als vielmehr ein kranker und extrem blutrünstiger Zusammenschnitt des Schaffenswerk des umstrittenen Regisseurs Lucio Fulci. Der äußerst schwache Plot muss lediglich als Alibi für möglichst viele, heftige Goreszenen herhalten, die es aber in sich haben. "Nightmare Concert" ist nicht umsonst einer der am unbarmherzigsten geschnittenen Filme in Deutschland und gehört definitiv auf die Liste der brutalsten Filme aller Zeiten, da die Gewalt hier lediglich aus Selbstzweck zelebriert wird. Durch seine ganz eigene Stimmung irgendwo zwischen Trash, grenzdebilem Schund und stimmigen Wahnsinn zieht einen das Werk aber immer wieder in seinen Bahn und schafft es, trotz kaum vorhandener Spannung, recht gut zu unterhalten. Wer über einen ruhigen Magen verfügt, kann sich durchaus mal an diesen Streifen heranwagen. Ein schöner Film für die ganze Familie.
Bloody Jörg
Nicht Fulcis bester Film, aber sein härtester. Fulci hat einfach nur die Splatterszenen anderer italienischer Streifen verwendet, um sie flickenartig in eine schlichte Handlung einzufügen. Herausgekommen ist dabei ein technisch miserabler, aber erstaunlich blutiger Gore-Marathon, der hierzulande schlampig synchronisiert und um zwanzig Minuten (!!!) geschnitten wurde. Die dreiste Machart von NIGHTMARE CONCERT ist aber irgendwie unterhaltsam anzusehen und darüber hinaus kommt der kauzige Fulci als verwirrter Horroronkel absolut sympathisch rüber. Im Grunde zieht diese Kompilation aus Blut und Gewalt einen Schlussstrich unter Fulcis Schaffen und einen schöneren Abschied des großen Splatter-Maestros konnten sich die Gorehounds gar nicht wünschen.

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