24 Stunden in seiner Gewalt Stream Deutsch

24 Stunden in seiner Gewalt
Michael Bosworth steht wegen Totschlags vor Gericht. Anwältin Nancy Breyers steckt mit dem kaltblütigen Gangster unter einer Decke, seine Flucht aus dem Gerichtssaal ist längst geplant. Bosworth entkommt mit zwei Komplizen, will aber Nancy mitnehmen und macht deshalb unterwegs Station in einem Vorort von Salt Lake City, um sich mit ihr zu treffen. Dort verbarrikadiert sich das Gangstertrio im Haus der wohlhabenden Familie Cornell - die nun folgenden Stunden werden zu einem nervenaufreibenden Alptraum für alle Beteiligten.

Reviews

Kalla Malla
Brütende Hitze über Bucks County. Mit Waffengewalt dringen drei flüchtige Schwerverbrecher in das Haus einer ihnen völlig unbekannten Familie ein und zwingen sie, nach außen hin ein Leben zu führen, als sei nichts geschehen. Ihr Boß Bosworth (Mickey Rourke) versichert der verschreckten Familie, daß ihr nichts passieren werde, solange sie kooperiert. Doch die folgenden Stunden sollen zum Alptraum werden. Bosworth quält mit Psychoterror die zu Tode geängstigte Familie. Nora (Mimi Rogers) durchschaut den Psychopathen und gewinnt langsam Zutrauen. Und genau damit spielt Bosworth. Er setzt die Familie unter weiteren Psychodruck und läßt kühle Gewalt an ihr aus. Das Vertrauen kippt - der Terror der Schwerverbrecher steigert sich ins Unerträgliche. Was bleibt, ist Todesangst... Was für ein Filmanfang! Zu aufregender Musik sehen wir einen Sportwagen durch atemberaubende Berglandschaft rasen, halten, die Fahrertür öffnet sich, es erscheinen die makellosen Beine von Kelly Lynch, die - ganz im Stil des Film Noir in Pelz, High Heels und Sonnenbrille - den Wagen stehenlässt (er wird später als Fluchtwagen gebraucht) und zu einer einsamen Bushaltestelle stöckelt (Hitchcock lässt grüßen). Ab hier darf man abschalten, denn der Film geht danach steil bergab. Sollte irgend jemand Zweifel daran haben, dass Michael Ciminos beste Tage (hatte er die eigentlich?) vorbei sind, kann er sich getrost ansehen, wie er einen absoluten Filmklassiker verhunzt, nämlich »An einem Tag wie jeder andere« mit Humphrey Bogart, der das Vorbild für »Desperate Hours« war. Das fängt bei der missratenen Besetzung an - Mickey Rourke als intellektueller Psychopath (glaubt irgend jemand, dass Rourke in seinem Leben auch nur ein Buch gelesen hat?) kann einem Humphrey Bogart wohl kaum das Wasser reichen, Anthony Hopkins als Weiberheld ist extrem unglaubwürdig, und die schon erwähnte Kelly Lynch ist als Anwältin (!!), die bei jeder spannenden Situation sofort die Nerven verliert, aber bei Rourkes Flucht aus dem Gefängnis schnell noch unmotiviert ihre nackten Brüste in die Kamera halten darf, einfach nur lächerlich. Leider ist der Film nicht so schlecht, dass er schon wieder unterhält, er wird mit zunehmender Länge immer langweiliger. Das größte Problem ist dabei, dass einem die Figuren so egal sind, dass das ganze Drama um die als Geiseln gehaltene Familie überhaupt nicht interessiert. Dazu gesellen sich Unglaubwürdigkeiten en masse, und der stellenweise eingebaute Humor soll trocken sein, ist aber nur peinlich. Ein Beispiel: Detective Lindsay Crouse wird nach einer Schießerei von einem Kollegen gefragt "Sind Sie verletzt?« Darauf sie: »Ja, in meinem Stolz!« Und das absolute Highlight gehört ebenfalls Frau Crouse: »Meine Ohrringe bringen mich um!« Das ist so ziemlich das Niveau des gesamten Films - hier stimmt einfach nichts. Schrecklich. Fazit: Das Remake des William Wyler-Klassikers »An einem Tag wie jeder andere« ist Regisseur Michael Cimino deftig misslungen: Die Geschichte ist nun äußerst dünn und kitschig, die Figuren verkommenen zu Karikaturen und viele Aktionen erfahren keinerlei Herleitung. Auch wenn der Kameramann und ein paar Nebendarsteller durchaus akzeptable Leistungen abliefern - den Film rettet das nicht.

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