Tod auf dem Nil Stream Deutsch

Tod auf dem Nil
Millionenerbin Linnet Ridgeway verdirbt es sich mit jedem: Sie spannt Freundin Jacqueline den Verlobten aus und verbringt mit ihm die Flitterwochen auf einem Nil-Dampfer. Jeder der Reisenden hätte einen Grund, sie zu töten. Als es dazu kommt, ermittelt Hercule Poirot.

Reviews

Kalla Malla
Ein ungleiches Paar sind sie ja schon die Millionenerbin Linnet Ridgway (Lois Chiles) und der mittellose Simon Doyle (Simon MacCorkindale), die sich auf ihrer Hochzeitsreise befinden. Deswegen gleich einen Mord begehen, auch wenn gute Gründe vorliegen? Nein, dass kann nicht sein und tatsächlich hat die Hauptverdächtige im Mordfall Linnet Rigdway, ihre Freundin Jacquelin (Mia Farrow), ein Alibi an dem Nichts zu rütteln ist. Ein Mangel an Verdächtigen herrscht deshalb aber noch lange nicht, was die Aufklärung des Falles durch den Detektiv Hercules Poirot (Peter Ustinov) nicht einfacher macht, zumal es nicht bei einer Toten auf dem Nildampfer bleibt... »Tod auf dem Nil« (»Death on the Nile«) ist das absolute Highlight unter den Christie-Verfilmungen - nicht nur, weil der Roman kongenial umgesetzt wurde, weil der Mordfall wirklich unglaublich brillant konzipiert ist, sondern weil der Film an sich und sogar ohne den Krimiaspekt funktionieren würde, so interessant, witzig und dramatisch sind die Ereignisse rund um das hervorragende Star-Ensemble, das sich hier zusammengefunden hat. Auch hier finden wir wieder die typische Poirot’sche Konstruktion, die uns von den anderen Verfilmungen her bekannt ist: jede Menge Verdächtige mit einem plausiblen Motiv, aber irgendwie auch mit einem Alibi. Nun muß unser Held wieder einmal die Spreu vom Weizen trennen, die Wahrheit von der Unwahrheit und Gut von Böse. Auch dieses Mal macht er das, ohne die Neugier des Zuschauers ins Kalkül zu ziehen oder auch nur zu beachten. Es gibt keine Hinweise über seine Gedankengänge und Überlegungen, die unser angeborenes Ratevergnügen etwas in eine Bahn leiten könnte oder uns nur den winzigsten Tip über den oder die Täter liefert. Das ärgert mich immer ein wenig bei diesen Poirot-Verfilmungen, denn die Originale von Agatha Christie sind da doch etwas leserfreundlicher. Klar, wird dadurch natürlich gewährleistet, daß die Spannung hoch und der Weg-Zapp-Faktor gering bleibt, denn schließlich will am Ende ja jeder wissen, wer der Mörder ist. Und auch dieses mal überrascht die Lösung – oder auch wieder nicht. Denn inzwischen sind wir ja gewöhnt, bei Poirots Fällen immer die menschlichen Schwächen und Abgründe, Verwicklungen und viel Schauspielerei zu finden. Und erneut scheint dann im Nachhinein, wenn der Held seine Theorie über das Verbrechen präsentiert, alles sehr logisch, und die Einzelheiten, die man sonst völlig übersehen hätte, passen sich perfekt in die Geschichte hinein. Hinter und vor der Kamera agieren die Besten ihres Fachs. Regisseur John Guillermin ist bekannt dafür, mit vielen Stars auf einem Haufen gut zurecht zu kommen, und »Tod auf dem Nil« ist dafür der beste Beweis. Für die Kostüme gab es übrigens seinerzeit einen Oscar. Vor der herrlichen Kulisse des Nilufers agiert die Starbesetzung in Höchstform. Allen voran Peter Ustinov als gewiefter Detektiv. Er entspricht zwar nicht Agatha Christie's Beschreibung von Hercule Poirot, ist aber durch seine schauspielerischen Fähigkeiten für diese Rolle geradezu prädestiniert. Keiner hat es bisher geschafft, die Figur des »kleinen Belgiers« überzeugender darzustellen. David Niven steht ihm dabei ebenbürtig zur Seite. Mia Farrow überzeugt als hysterische, dünnhäutige Liebhaberin. Und nebenbei gibt es noch ein Wiedersehen mit Bette Davis. Die Dialoge sind voller Witz und ironischer Anspielungen. Und die Sequenz im Tempel des Amun, wo die Kamera den Akteuren um die mächtigen Steinsäulen herum folgt und perfekt die historische Architektur in das Geschehen einbaut, darf man getrost zu den gelungensten und spannendsten Szenen aller Agatha Christie-Verfilmungen rechnen. Fazit: »Tod auf dem Nil« ist nicht nur auf das Genre des Krimis bezogen ein Meisterwerk und offenbart dem Betrachter immer wieder absolut brillante, spannende und extrem kurzweilige Unterhaltung. Die Geschichte übt eine unglaublich starke Faszination auf einen aus und macht einen ganz automatisch selbst zum Hobby-Detektiv, wobei man die logischen Gedankengänge eines Hercule Poirot zumeist erst weitaus später als er selbst nachvollziehen kann.

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