Freak Out Stream Deutsch

Freak Out
Nach 13 Jahren Psychiatrie gerät der nicht ganz normale Looney ausgerechnet an die beiden Horrorfreaks Merv und Onkey. Die beiden sehen in ihm die ultimative Killermaschine und bilden ihn nach allen Regeln der Horrorkunst aus. Eines Tages verlieren sie jedoch die Kontroller über Looney, der fortan im idyllischen Redwater Cove ein Blutbad anrichtet und scheinbar nur von den beiden Freaks aufgehalten werden kann.

Reviews

Kalla Malla
Merv Doody (James Heathcote) ist der wohl weltgrößte Horrorfilmfan, der so gut wie alle diesbezüglichen Klischees erfüllt. Er sitzt am liebsten den lieben langen Tag in seiner, mit Horrorfilmpostern zutapezierten, Bude und beschäftigt sich kaum mit etwas anderem. Wie passend, dass eines Tages ein scheinbarer Serienkiller in Sträflingsmontur in Merv's Wohnung eindringt. Der vermeintliche Killer entpuppt sich schnell als aus der psychiatrischen Anstalt entflohener, dabei aber höchst gutmütiger Geisteskranker namens Looney. Zusammen mit seinem besten Freund, dem in einem Bowlingcenter arbeitenden Onkey (Dan Palmer), entschließt sich Merv dazu, aus dem völlig harmlosen Looney die nächste große Serienkillerlegende zu machen. Das Problem ist nur: Wie macht man aus einem gutmütigen Schwachkopf, der keiner Fliege was zu Leide tut und der die Filmkiller Freddy und Jason für Freddy Mercury und Jason Priestley hält, einen gefürchteten Serienmörder? Looney wird von Merv und Onkey einem umfassenden Training unterzogen und zur perfekten Tötungsmaschine gedrillt. Als die Situation aber außer Kontrolle gerät, müssen die Filmfreaks einsehen, dass sie einen folgenschweren Fehler begangen haben, denn es dauert nicht lange, bis Looney zahlreiche Menschen ins Jenseits befördert und nicht mehr aufzuhalten ist... Wenn junge Filmemacher heutzutage ihr Filmdebut in Form eines Horror-Streifens hinlegen, dann sieht das in den meisten Fällen so aus, dass einfach ein beliebiger Slasher zum Vorbvild genommen, und dieser dann ohne eigene Ideen billig kopiert wurde. Das man mit Durchhaltevermögen und Kreativität aber auch auf den ersten Schlag einen Volltreffer landen kann, beweisen mit "Freak Out" die beiden Filmemacher Christian James und Dan Palmer, die gemeinsam das Drehbuch hierzu schrieben und sich als Produzenten betätigten, während James noch die Regie übernahm und Palmer in eine der Hauptrollen schlüpfte. Es dauerte ganze 4 Jahre, bis "Freak Out" schließlich das Licht der Welt erblickte, doch die Arbeit hat sich letztendlich gelohnt. Was wir hier haben ist nicht nur eine Hommage an, und eine Persiflage auf den Horrorfilm, sondern zudem ein sehr einfallsreiches und kreatives Independent Projekt, an dem sich so manche Großproduktionen gut und gerne noch orientieren könnten. Die Story des Films erinnert etwas an "Behind the Mask: The Rise of Leslie Vernon", doch direkt verglichen handelt es sich dabei um zwei grundverschiene Filme. "Freak Out" stand kein sehr hohes Budget zur Verfügung, in erster Linie finden sich auch eher Parallelen zu diversen Troma-Produktionen als zu vergleichsweise teuren Horrorparodien wie "Shaun of the Dead" und co. "Freak Out" nimmt sich zu wirklich keiner Sekunde auch nur ansatzweise ernst und ist deshalb nichts für Zuschauer, die eine ernste Handlung oder handfeste Schockmomente suchen. Vielmehr sollte man auch mal über den Tellerrand hinausschauen können, um sich mit dem detailverliebten und eher ungewöhnlichen Low-Budget Werk anfreunden zu können. Für niemand anderen als die Horrorfilmfreaks, von denen auch Merv einer ist, ist dieser Streifen entstanden, und diese werden hier zwar zum Einen vorgeführt, dafür aber auch bestens unterhalten. Die vier Jahre Produktionszeit, die in "Freak Out" gesteckt wurden, äußern sich insbesondere in der, für einen Film diesen Formats, perfekten Inszenierung. Christian James und seine Crew arbeiteten mit allerhand urkomischen Szenenmontagen, rasanten Schnitten und treffsicheren Kamerafahrten, alleine von der Optik und der Aufmachung her könnte man "Freak Out" schon in die oberen B-Movie Bereiche einordnen. Egal, ob einen der sehr spezielle Humor des Films anspricht oder nicht, über die Inszenierung wird sich hier angesichts des Budgets wohl niemand beschweren können. Die eindeutig größte Stärke des Ganzen ist dabei klar die schräge und einfallsreiche Story, denn wann hat man schon jemals zuvor der Ausbildung eines Serienkillers beiwohnen dürfen? Die schrägen, aber auch allesamt liebenswerten Charaktere mögen zwar klischeehaft gezeichnet sein, da sich der Film aber auch garnicht ernst nimmt, ist das kein Problem. Merv ist der Innbegriff eines Horrorfreaks, für den das Zitieren und Konsumieren von derartigen Streifen der einzige Lebensinhalt darstellt, während auch sein bester Kumpel Onkey nicht gerade verantwortungsbewusst oder gar erwachsen wirkt. Dass ausgerechnet diesen Beiden dann ein lispelnder, überdrehter und gutmütiger Geisteskranker in die Hände fällt, sorgt für jede Menge Spaß, gerade da genügend Platz ist, um alle möglichen Genrestreifen zu parodieren oder zu erwähnen. Alleine schon die Poster in Merv's Zimmer reichen aus, um sich ein umfangreiches Wissen über alle möglichen Horrorfilmtitel anzueignen, desweiteren werden in jedem zweiten Satz irgendwelche Streifen erwähnt, andere gar direkt in das Geschehen eingebaut. Dass Looney als Verkleidung eine Hockeymaske über einem Kartoffelsack trägt ist nur eine der wenigen Anspielungen, auf die man sich freuen darf. Highlight des Streifens ist natürlich die Ausbildung zum Serienkiller, etwa wenn Looney immer wieder in Situationen gerät, in denen sich eigentlich seine Opfer befinden sollten, etwa alleine und ängstlich durch einen dunklen Wald zu laufen. Mit schwarzem Humor geht man sämtliche Klischees des Genres durch, bezieht sich in Sachen Humor aber nicht nur aufs bloße Parodieren. Auch ein eigener, stellenweise vulgärer, stellenweise typisch britischer Humor durchziehen das Werk und sorgen dafür, dass sich niemals Langeweile auftut. Der Horrorspaß lebt von seinem Einfallsreichtum und der wendungsreichen Story, die allerdings in der zweiten Hälfte etwas an Tempo und Witz verliert, um dann gegen Ende wieder an Fahrt aufzunehmen. Natürlich gibt es in "Freak Out" auch den einen oder anderen blutigen Effekt zu sehen, doch diese sehen bestenfalls durchschnittlich aus und stehen keinesfalls im Vordergrund, so dass sich auch Komödienliebhaber mit schwachem Magen an den Streifen herantreuen dürfen. Fraglich ist jedoch, ob sich "Freak Out" für eine andere Zielgruppe als für die Horrorfilm-Freaks selbst lohnt. Das Ganze wurde bestens inszeniert und lebt nicht von den Anspielungen und Parodien alleine, wartet aber mit etlichen Insidern auf. Vorstellen kann man sich das Ganze wie eine Verknüpfung von "Shaun of the Dead" oder "Severance" mit einer deftigen Prise Troma und einer Teeniekomödie. Letzen Endes ist noch zu erwähnen, dass die Schauspieler wunderbar in ihre Rollen passen. James Heathcote und Dan Palmer als liebenswerte Loser lassen hin und wieder schon den Hang zum Overactiong bemerken, das jedoch bestens zum naiv-fröhlichen Charme des Films passt. Auch sonst kann man sich über die Darsteller beim besten Willen nicht beklagen. Fazit: Eine gewisse Affinität zum Horrorfilm sollte schon vorhanden sein, um "Freak Out" etwas abgewinnen zu können, doch ist das der Fall, dann steht einem unterhaltsamen Abend nichts mehr im Weg. Wer sich schon für die Trashfilme aus dem Hause Troma begeistern kann, wird auch "Freak Out" lieben, alle anderen sollten sich auf reichlich schwarzen und skurillen Humor bereitmachen. Die nicht gerade alltägliche Story wurde einfallsreich und liebevoll verfilmt, an der Umsetzung und Inszenierung des Films könnte sich so manch anderes B-Movie noch eine Scheibe abschneiden.
Michael
„Freak Out“ ist Trash! Dessen muss man sich bewusst sein, wenn man den Film in den DVD-Player legt. Allerdings ist der Film kein schlechter Trash, sondern unterhaltsamer Trash. Besonders für Freunde und Kenner des Horrorgenres. Die beiden Macher des Films, Christian James und Dan Palmer, haben eine Persiflage auf ein Genre geschaffen, dass sich oft selbst viel zu ernst nimmt und deshalb mehr mittelmäßige bis schlechte Ware hervorbringt, als gelungene Filme. Klar, die Schauspieler liefern amateurhafte Leistungen ab. Doch, dass ist bei diesem Film zu verschmerzen. Schließlich ist „Freak Out“ auch kein professioneller Film, sondern ein Fanprojekt. Und die gezeigten Leistungen passen perfekt in das Ambiente des Films. Auch bei den Effekten darf man keine Wunderwerke erwarten. Was die Macher von „Freak Out“ mit nahezu keinem Budget machen ist super gelungen, kann aber natürlich nicht mit den teuren Effekten der großen Produktionen mithalten. Erstaunlich bei den Effekten ist allerdings die Tatsache, dass einiges besser aussieht als in manch gehypter Horrorproduktion. Auch wenn man nicht mit den ganz großen Produktionen mithalten kann, beweisen die Verantwortlichen, dass Geld nicht alles ist und dass man mit guten Einfällen und etwas Kreativität gelungene Spezialeffekte erschaffen kann. [Sneakfilm.de]

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