21 Gramm Stream Deutsch

Wieviel wiegt Liebe? Wieviel wiegt Schuld? Wieviel wiegt Rache?
21 Gramm
Ex-Sträfling Jack Jordan, verheiratet, zwei Kinder, hat sich nach der Haftentlassung zum fanatischen Laienpriester gewandelt. Doch ausgerechnet an seinem Geburtstag verschuldet er den Tod zweier kleiner Mädchen und ihres Vaters und begeht anschließend Fahrerflucht. Während Jack, von Schuldgefühlen geplagt, die Hölle auf Erden durchlebt, erhält der herzkranke Mathematiker Paul Rivers durch den Hirntod des jungen Vaters der Mädchen im letzten Moment ein Spenderorgan - und damit die Chance auf ein zweites Leben.

Reviews

Kalla Malla
In "21 Gramm" kreuzen sich die Lebenswege dreier unterschiedlicher Menschen durch eine Verkettung unglücklicher Ereignisse, die das Leben aller Beteiligten für immer verändern sollen. Zum Einen wäre da Mathematikprofessor Paul Rivers (Sean Penn), der todkrank im Sterben liegt und dessen einzige Chance auf Leben in einem Spenderherzen liegt. Als er kurz darauf das Herz eines kürzlich Verstorbenen erhält, scheint es zwar wieder bergauf zu gehen, doch das Schicksal hält noch einige Überraschungen für ihn bereit.. Die zweite Erzählung handelt von Christina Peck (Naomi Watts), einer glücklich verheirateten Frau und Mutter von zwei Kindern. Früher hatte Christina Drogenprobleme, doch mittlerweile hat sie ihr Leben im Griff. Da zerstört ein Autounfall, bei dem ihr Mann und ihre Töchter überfahren werden, plötzlich alles. Christina willigt ein, dass das Herz ihres Mannes einem anderen todkranken Patienten verpflanzt wird. Einige Zeit später lernt Chrstina einen charmanten Mann kennen, der scheinbar Interesse an ihr hegt. Um über den Schmerz des Verlustes hinwegzukommen, verbringt Christina einige Zeit mit Paul, unwissend, dass er das Herz ihres toten Mannes in sich trägt.. Die dritte und letzte Geschichte ist die von Jack Jordan (Benicio Del Toro), der in seinem Leben schon viel Zeit hinter Gittern verbracht hat und nun mit dem Glauben an Gott zu einem besseren Menschen werden möchte. Durch einen von ihm verschuldeten Unfall bringt er eine Kette von Ereignissen ins Rollen, die nicht mehr aufzuhalten ist.. Alejandro González Iñárritu und Guillermo Arriaga sind definitiv ein Team, die mit Fug und Recht von sich behaupten können, ihrem Stil treu zu bleiben. Mit "Amores perros" landeten die Beiden im Jahr 2000 einen Überraschungserfolg, der insbesondere von den Kritikern und Cineasten weltweit sehr positiv aufgenommen wurde. Während Arriaga das Drehbuch zu dem Episodenfilm schrieb, setzte es Iñárritu hinter der Kamera um. Ihre Arbeit setzten sie mit "21 Gramm" fort, der genau wie "Amores perros" vom Schicksal unterschiedlicher Menschen erzählt, deren Leben durch ein bestimmtes Ereignis aus den Fugen gerät. Bereits "Amores perros" war für einen Oscar als bester, ausländischer Film nominiert, "21 Gramm" fand sich dann sogar in zwei Kategorien der Academy Awards. Mit "Babel", der letztes Jahr erschien, und wieder im selben Stil wie die beiden Vorgängerfilme gedreht wurde, brachen Alejandro González Iñárritu und Guillermo Arriaga dann aber ihren eigenen Rekord und wurden für sieben Oscars nominiert, von denen sie einen mit nach Hause nehmen konnten. Von den eben genannten Werken habe ich bislang zwar nur "21 Gramm" gesehen, doch wenn die beiden anderen Filme ebenfalls eine derartige Klasse haben, dauert es sicherlich nicht mehr lange, bis ich sie mir zulegen werde. Ich muss zugeben, dass ich zuerst nicht so recht wusste, was mich bei dem Streifen erwarten würde. Episodenfilme gibt es viele und allgemein mag ich diese Filmgattung auch sehr, solange die Verantwortlichen etwas Interessantes daraus machen können. Das ist bei dem hier vorliegenden Meisterwerk voll und ganz der Fall, da der Stil des Ganzen absolut nicht mit dem übereinstimmt, was man sonst aus dem sogenannten "Hollywoodkino" (zu dem "21 Gramm" trotz namenhafter Schauspieler nicht gehört) so kennt. Der Streifen fügt sich in keinerlei Konventionen ein, sondern präsentiert sich in einem anspruchsvollen Stil, visuell wie erzählerisch, zu dem man erst einmal einen Zugang finden muss. Die Handlung von "21 Gramm" wird nicht Stück für Stück wiedergegeben, wie es bei handelsüblichen Filmen der Fall ist. Vielmehr ist der Streifen zu Beginn ein großer, ungelöster Puzzlehaufen, der erst am Ende ein sich zusammenfügendes Bild ergibt und der auch mittendrin noch viele offene Stellen aufweist. Die Story wird chronologisch völlig durcheinander wiedergegeben, immer wieder gibt es einzelne Abschnitte aus dem Leben der drei Hauptprotagonisten zu sehen, doch ein Zusammenhang erschließt sich einem erst nach einer Weile. Wer also nicht willig ist, sein Gehirn anzustrengen und einer komplexen, wirren Handlung so lange zu folgen, bis sich alles zusammenfügt, der ist hier falsch. Allgemein muss gesagt werden, dass "21 Gramm" Gift für all jene ist, die sich sonst nur budgetlastige Actionkracher ansehen und kein Gespür für tiefsinnige Dramen haben, die vom Gefühl, vom Menschlichen leben. Alle Cineasten oder Freunde des Arthouse werden allerdings ihre wahre Freude an "21 Gramm" haben. Hier liegt endlich mal wieder ein ganz großes Drama vor, bei dem einfach alles stimmt. Die Atmosphäre des Ganzen ist überaus pessimistisch gehalten, zu großen Teilen hoffnungslos. Gedreht wurde zu großen Teilen mit einer Handkamera, nicht selten wirkt das Bild aufallend farblos, was den realistischen Charakter von "21 Gramm" perfekt unterstreicht. Der Titel steht übrigens für das Gewicht, das jeder Mensch bei seinem Tod verlieren soll. Doch was sind diese 21 Gramm? Ist es die Seele des Menschen? Alejandro González Iñárritu wirft in seinem Werk noch viele andere, ähnliche Fragen auf. Es geht um Liebe, Hass, Selbstaufgabe, Glaube, Tod und die Schuld, die wir uns im Laufe unseres Lebens auflasten. Dass das Geschehen ungemein spannend ist, liegt insbesondere am unbeschreiblichen Schauspiel der drei Hauptdarsteller Benicio Del Toro, Sean Penn und Naomi Watts. Erstgenannten kannte ich zuvor lediglich aus "Sin City" und "Die Stunde des Jägers", doch mit "21 Gramm" hat sich Benicio Del Toro nun endgültig zu meinen Lieblingsschauspielern hinzugesellt. Selten zuvor habe ich bei einem Schauspieler solch ein unbändiges Feuer gespürt, so viel Hingabe für seine Rolle. Nicht umsonst wurde Del Toro für die Darstellung des Jack Jordan für einen Oscar nominiert. Er ist das klare schauspielerische Highlight des Films, auch wenn ihm Sean Penn und Naomi Watts fast in nichts nachstehen. Penn macht genau da weiter, wo er bei "Mystic River" aufgehört hat und liefert eine beeindruckende, glaubwürdige Leistung ab. Er spielt den Kranken, der den Tod schon vor Augen hat sehr gefühlvoll und authentisch. Naomi Watts letztendlich kannte ich bisher nur aus dem Kassenschlager "The Ring", weshalb ich mir anfangs unsicher war, wie sie sich in einem Drama machen würde. Meine Zweifel waren unberechtigt. Auch sie wurde für ihre Darstellung der Christina Peck für einen Oscar nominiert. Sie zeigt sich in dem Werk sehr freizügig und spielt voller Temperament. Nachhaltig beeindruckt hat mich die Szene, in der ihr Sean Penn gesteht, dass er das Herz ihres toten Mannes in sich trägt. Der anschließende Gefühlsausbruch Naomi Watt's war so real dargestellt, dass mir spontan eine Gänsehaut kam. Ich habe bewusst nicht alle Fakten des Films durchleuchtet, da sich jeder ein eigenes Bild von diesem Meisterwerk machen muss und man im Voraus nicht zu viel wissen sollte. Die unkonventionell quer durcheinander erzählte Handlung fesselt einen vom Anfang bis zum bitteren Ende unbarmherzig, man kann sich der trostlosen und atmosphärischen Welt des Meisterregisseurs Alejandro González Iñárritu einfach nicht entziehen. "21 Gramm" ist ein Film über Menschen, über Schicksale, über Gefühle, genau so hart und unberechenbar wie das Leben selbst. Wer etwas mit Filmen fernab des Mainstreams anfangen kann, wird "21 Gramm" lieben, es ist ergreifendes Gefühlskino mit traumhaften Schauspielern, wie sie besser nicht hätten gewählt werden können. Unbedingt ansehen!

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