Zwei an einem Tag Stream Deutsch

Zwei an einem Tag
Der 15. Juli ist das magische Datum, das die schicksalhafte Beziehung von Emma und Dexter prägt. Nicht einmal, sondern immer wieder: Alles beginnt mit einer gemeinsamen Nacht nach der Examensfeier am 15. Juli 1988. Doch die zurückhaltende Emma und der draufgängerische Dexter verfolgen unterschiedliche Lebensziele. Am nächsten Morgen trennen sich ihre Wege, um sich in den drauffolgenden Jahren immer wieder zu kreuzen. Und trotz aller räumlicher Entfernung, persönlicher Höhen und Tiefen, verlieren sich Emma und Dexter nie ganz aus den Augen, bis sie 20 Jahre nach ihrer ersten Nacht endlich erkennen, was sie immer gesucht haben...

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Kalla Malla
Eine alkoholgetränkte Examensfeier am 15. Juli 1988 und ein missglückter One-Night-Stand stehen am Beginn einer Mann-Frau-Freundschaft, die trotz gegensätzlicher Lebensentwürfe und neuen Partnern eisern hält. Schon an der Universität in Edinburgh hatte sich Emma Morley (Anne Hathaway) in ihren Kommilitonen Dexter Mayhew (Jim Sturgess) verguckt. Der Abschlusssball ist am 15. Juli 1988, und die folgende Nacht verbringen sie miteinander. Doch schon am nächsten Tag verlieren sie sich aus den Augen, denn sie verfolgen unterschiedliche Wege. Emma entstammt der Arbeiterklasse und hat idealistische Vorstellungen, von denen sie noch nicht weiß, wie sie sie verwirklichen will. Dex hingegen ist ein Draufgänger aus wohlhabendem Hause, der der festen Überzeugung ist, die Welt liege ihm zu Füßen. Während die Jahre vergehen, entwickeln sich beide weiter und führen jeweils Beziehungen, Dexter arbeitet als Moderator einer wenig seriösen, britischen TV-Show und Emma widmet sich nach einem längeren Kellnerjob endlich dem Schreiben. Obwohl beide ein Leben getrennt voneinander führen, gibt es zwischen ihnen durchgehend eine Verbindung, die immer am 15. Juli jedes Jahres ihren Höhepunkt erreicht. Schließlich heiratet Dexter und wird Vater einer kleinen Tochter, während Emma in einer unglücklichen Beziehung lebt. Als Dex von seiner Frau betrogen wird und sich scheiden lässt, will er seine Freiheit nutzen, um seiner Liebe zu Emma endlich eine Chance zu geben, diese, mittlerweile eine sehr erfolgreiche Schriftstellerin, wäre auch nicht abgeneigt, hat nach dem Ende ihrer Beziehung jedoch schon jemand Neues kennengelernt, was für das endgültige Entfachen der Liebe zwischen Dexter und Emma das scheinbar letzte Hindernis darstellt... Die Geschichte ist nicht neu, die »Zwei an einem Tag« behandelt, eine Liebe, die sich erst im Laufe der Zeit und nach Überwindung vieler Schwierigkeiten entwickelt, die Art der Anschauung ist jedoch etwas innovativer. Nach der literarischen Vorlage von David Nicholls, begleitet Lone Scherfig Em und Dex, wie sich die beiden liebevoll nennen, durch 20 Jahre ihres Lebens, vom Kennenlernen über viele Hindernisse hin zu ihrem scheinbar gefundenen, gemeinsamen Glück. Dabei zeigt die Geschichte die beiden immer am 15. Juli, der Tag, an dem sie sich 1988 das erste Mal begegneten und bringt somit als Einblick in jedes Jahr die Veränderungen und Entwicklungen, die die beiden im Laufe der Zeit durchmachen, sehr drastisch zum Vorschein. Dieser episodenhafte Charakter beleuchtet die individuellen Lebensabschnitte der beiden und hebt diese durch diese Art Momentaufnahmen hervor. Dabei wird nicht jedes Jahr stur zu gleichem Anteil gezeigt, es wird viel mehr einzelnen Momenten und Situationen, die für die Entstehung der Atmosphäre der Geschichte und der Stimmung zwischen Em und Dex, besonders große Aufmerksamkeit geschenkt. Was auffällt, ist, dass durch die Erzählart der Geschichte auch eine gewisse Distanz zu den Charakteren und zwischen ihnen erzeugt, da man teilweise das Gefühl hat, abgehakte Lebensausschnitte zu sehen und die Entwicklung, die eine Freundschaft sowie auch eine Liebe unterliegt, so kaum gezeigt werden kann und somit im Gesamtbild des Films ein wenig auf der Strecke bleibt. Dies mag sicherlich auch mit ein Grund dafür sein, dass der Funke zwischen Emma und Dexter nicht wirklich überspringen will. Vor allem von Dexters Seite lässt sich eine aufrichtige und leidenschaftliche Liebe zu Emma bis kurz vor Schluss nur erahnen. Im Originalton wirkt der britische Akzent, den die amerikanische Schauspielerin Anne Hathaway im Rahmen ihrer britischen Rolle einsetzt, zunächst etwas befremdlich, kennt man sie doch eher aus amerikanischen Produktionen wie »Plötzlich Prinzessin« (2001) oder »Der Teufel trägt Prada« (2006) mit typisch amerikanischem Englisch. Allerdings verkörpert Hathaway die Rolle der tollpatschigen, aber liebenswerten Britin mit typischem Akzent trotzdem sehr charmant und glaubwürdig, was die Herkunft der Schauspielerin schnell vergessen lässt - allein in ihrer Mimik spielt sie mit viel Gefühl und Ausdruck. Newcomer Jim Sturgess, bekannt aus »Die Schwester der Königin« (2008) und »Across the Universe« (2007), überzeugt ebenfalls mit seiner Performance als Dexter und lässt ihn für den Zuseher trotz seiner Schwächen, die sich unter anderem im Abrutschen in die Drogenszene abzeichnen, sympathisch wirken. Des Weiteren glänzen in den Rollen von Dexters Eltern Ken Stott (»Der Krieg des Charlie Wilson«, 2007) sowie Patricia Clarkson (»Shutter Island«, 2010), die als Dexters Mutter an Krebs erkrankt, was dieser nur schwer verarbeiten kann und sich in Arbeit und Drogen flüchtet. Scherfig, die 2009 bei »An Education« Regie führte, weicht mit ihrer Darstellung der Erzählung von gängigen Hollywoodinszenierungen des Genres ab und schafft es, die verschiedenen Situationen passend zur verspielten Lovestory in Szene zu setzen. Die Geschichte von Nicholls, der auch das Drehbuch zum Film schrieb, tut den Rest und veranschaulicht, dass im Leben sowie in der Liebe immer wieder Hindernisse und Schicksalsschläge aufkommen und, dass selbst nach Überwindung dieser nicht immer ein Happy-End wartet. Fazit: Ein bittersüßer Hindernisparcours zweier Herzen, frei nach dem Motto »1000-mal berührt« - unterlegt mit viel schrägem Zeitkolorit. Bestseller-Autor David Nicholls, Garant für unvergessliche Begegnungen, lieferte die literarische Vorlage für diese Chronik der Innigkeit rund um ein füreinander bestimmtes Paar, das im Stundenglas der Zeit viele schöne Momente sammelt, bis es den beiden wie Schuppen von den - verliebten - Augen fällt. - Federleichte Romantik ohne den Bleigürtel einzementierten Glücks.

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