Spider-Man 2 Stream Deutsch

Es ist ein Held in uns allen.
Spider-Man 2
Zwei Jahre sind inzwischen vergangen, als Peter Parker von einer genmutierten Spinne gebissen wurde und sein Leben sich radikal verändert hat. Bei der Verbrechensbekämpferei lässt er sein College-Studium schleifen und verspätet sich permanent bei seinen beiden Jobs. Zu allem Überfluss muss Peter mit ansehen, wie Mary Jane im Gegensatz zu ihm ihr Leben meistert. Nun allerdings streckt ein neuer Bösewicht namens Dr. Octavius seine metallischen Tentakel nach der Zivilisation aus. Mit ihm ist nicht zu spaßen..
Title Spider-Man 2
Release Date 2004-06-25
Runtime
Genres Action Abenteuer Fantasy
Production Companies Columbia Pictures, Laura Ziskin Productions, Marvel Enterprises, Sony Pictures
Production Countries United States of America

Reviews

Joerg Melzer
Wenn es an etwas vor dem Start von „Spider-Man 2“ keinen Zweifel gab, dann an der kongenialen Fortsetzung der Story aus dem ersten Film. Die gleiche Besetzung, derselbe Regisseur, dazu natürlich noch die ungemeine Hingabe aller Verantwortlichen bezüglich der Comicbook-Vorgabe. Und im gleichen Stil ist es gelungen: der netzspinnende Held ist wieder tricktechnisch und in punkto Action ein Hingucker erster Güte geworden. Ebenso ansatzlos hat sich im Universum des Peter Parker nichts verändert, die Geschichte wird so weitergesponnen, als hätte man die Filme back-to-back geschossen. Und dennoch: trotz des nicht zu unterschätzenden Faktors guter Unterhaltung durch gelungene Comicverfilmungen schätze ich den Film ein kleines Stück schwächer als seinen Vorgänger ein. Das liegt jetzt weniger an den immer noch einen Hauch zu künstlich wirkenden Computertricks in Flug- und Kampfszenen, die mit Wischtechnik nur unzureichend den realen Aufnahmen angepaßt werden können, als vielmehr an der Entwicklung der Story. Peter Parker ist ja eine Art Archetyp des Menschlichen im Superhelden, der junge Mann, der Gutes tun will, aber schicksalhaft so immer wieder daneben greift, ein bißchen loserhaft in der Realität zum Wohle seiner Tarnexistenz als Maskierter mit Spinnensinn. Um das Problem des zweiten Teils mal ganz einfach in Worte zu fassen: alles, was in den gut zwei Stunden passiert, passiert in der richtigen Reihenfolge. Nur leider alles etwas zu spät. Raimi scheint immer gut 15-20 Minuten zu spät zu sein, um einen typischen und ausgewogenen Superheldenfilm zu präsentieren. Besonders ärgerlich ist das in den ersten 45 Minuten des Films, der sich als eine endlose Studie der Frustration für Peter Parker gestaltet: Job weg, keine Kohle, die Freundin macht Karriere, Miete fällig, der ehemals beste Freundin fängt an dich zu hassen, der Prof droht mit Durchfallen, dann hat die Freundin einen anderen, psychische Probleme, die andere will heiraten und es will alles kein Ende nehmen. Das alles mit steht Tobey Maguire mit seiner patentierten, halb betroffenen, halb autistischen Sparmimik durch, so daß man nach spätestens 30 Minuten dem Jungen mal eine pfeffern möchte. Nach gut einer Stunde nimmt der junge Mann dann endlich Abschied vom Helden, um sich 15 Minuten später wieder zu revidieren. So triumphierend das wohl sein soll, werden die Zuschauer auf eine harte Geduldsprobe gestellt. Zwischendurch streut das Drehbuch amüsante Zwischenspiele aus (Fahrstuhlszene, Türsteher, Ich-bin-zurück-Sequenz), damit es nicht ganz so dumpf gerät, aber das täuscht nicht darüber hinweg, daß der wichtige Plot des Böslings damit eindeutig nur die zweite Geige spielt. Alfred Molina gibt zwar einen wunderbar menschlichen Otto Oktavius ab, aber als Supergegner tritt er nur als kampflustiger Pausenfüller auf. Die Tiefe, die die Figur verlangt, wird ihm nicht zugestanden. Da sind Raimi und Co. wohl auf der Hut, nicht dasselbe Schicksal wie die Batman-Franchise zu erleiden, wo die Bösewichte immer mehr Tiefe und mehr Interesse seitens des Publikums besaßen. Aber so steht der Held allein im Zentrum und Maguires Mäuschenblick hat Mühe, das alles allein zu tragen. Etwas mehr Osborne als den trinkfreudigen Rachsüchtigen hätte auch mehr pläsiert, allerdings wird so schon auf den dritten Teil hingewiesen. Und so sorgfältig das Innere Parkers vorgeführt wird, so schludrig ist manch andere Konstruktion, denn niemand scheint den sehr auffälligen Doc Ock aufspüren zu können, wenn er denn von dannen stakst (sehr unwahrscheinlich) und doch weiß Osborne am Ende, wo er sich aufhält (bei den zwei Begegnungen von Ock und Osborne wurde das nicht erwähnt). Den eklatantesten Fehler leistet sich das Skript aber mit dem Handel zwischen den Fieslingen, denn Ock hat eigentlich gar keinen Handel nötig, sondern hätte das Tritium einfach so aus ihm rausquetschen können. Erst spät kommt der Film wieder in Gang und bis dahin mußte man sich mit (diesmal leider) über-klebrigen Aufmunter- und Schicksalsreden von Parkers totem Onkel und lebender Tante über sicher ergehen lassen. Und siehe da: als müßte der Held samt des Zuschauers von seinen Leiden erlöst werden, wissen am Ende des Films plötzlich so ziemlich alle von Spider-Mans Identität, der Böse, die Schöne, das Biest und eine Waggonladung Feierabendpendler. Aber die sagen natürlich alle nix. Da besinnt sich der Film plötzlich darauf, daß im Filmformat eine Serie von Fortschritten lebt und handelt diese mit Siebenmeilenstiefeln ab. Wäre es da nicht besser gewesen, Mary Jane erst mal heiraten zu lassen, um später ein vorläufiges Happy End zu generieren? Aber das soll nicht heißen, der Film wäre schlecht, die Machart ist de luxe (ob man die PC-Effekte mag oder nicht) und das Heranreifen von Machern wie Held ist erfreulich und läßt für einen dritten Teil hoffen, der schon sichere Sache ist. Solange dabei die Motivation aller Beteiligten hält (und Nebenrollen wie die von J.K.Simmons gehalten werden können), dürfte die Formkurve wieder ansteigen. Ein schöner Film, aber nur an der Kasse ein totaliger Überflieger...pardon...schwinger!

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