Snow White and the Huntsman Stream Deutsch

Das Märchen ist vorbei!
Snow White and the Huntsman
Als die eitle Königin eines Tages wieder ihren Spiegel nach der Schönsten im ganzen Land befragt, steigt ihr bei der Antwort die Zornesröte ins Gesicht: Der Spiegel verkündet ihr, dass ein Mädchen namens Schneewittchen ihr den Rang abgelaufen hat. Die neidvolle Herrscherin schickt sogleich ihren besten Jägersmann Eric in die Wälder, damit dieser die Konkurrentin tötet. Als Eric jedoch der schönen "Snow White" begegnet, verfällt er ihr vom ersten Moment an und hilft ihr fortan bei ihrem Unternehmen, die böse Königin zu bekämpfen.

Reviews

Kalla Malla
Die durch und durch tyrannische Königin Ravenna hat es durch einen geschickten Schachzug geschafft, sich ein weiteres Königreich unter ihre fiesen Nägel zu reißen. Sie heiratete durch eine List den König, erstach ihn noch in der Hochzeitsnacht und ließ so ihre Schergen einmarschieren. Die Tochter des Königs, die schöne Snow White, ließ sie anschließend in einen der hohen Türme sperren. Doch die Zeiten ändern sich. Als die Königin erfährt, dass es eine Frau im Königreich gibt, die schöner ist als sie und die sie tatsächlich um ihren Thron bringen könnte, sind die Prioritäten klar gesteckt. Snow White muss sterben – koste es, was es wolle. Doch bevor sie ihrer Stieftochter die Lichter ausblasen kann, kann das Mädchen fliehen – und wird so unweigerlich ihrer Bestimmung zugeführt. Zuvor gilt es aber noch, Verbündete zu finden und erwachsen zu werden, bevor sie der bösen Königin gegenübertreten kann. Der Kampf gegen einen übermächtigen Feind beginnt... Ausgehend von Grimms Märchen Schneewittchen ist »Snow White and the Huntsman« bereits die zweite Verfilmung im Jahre 2012, die um die Gunst der Zuschauer buhlt. Tarsem Singhs vorige Schneewittchen-Version »Spieglein Spieglein - Die wirklich wahre Geschichte von Schneewittchen« dürfte noch in Erinnerung sein, da sie noch nicht ganz aus den Kinos verschwunden ist. Sie besticht vor allem vor allem durch ihre üppige, knallbunte Ausstattung und den selbstreferenziellen Humor. Dazu ist die andere Version hier fast der konträre Gegensatz. Regisseur Rupert Sanders bearbeitete die grimmsche Vorlage zu einem düsteren Abenteuerfilm, der eher an das erwachsene Publikum adressiert ist. In »Snow White and the Huntsman« ist Schneewittchen zur mutigen Kriegerin mutiert, die mit einer Armee gegen ihre verhasste Stiefmutter vorgeht und auch nicht mehr von einem Prinzen wachgeküsst wird. Hier gibt es ferner riesige Trolle, verwunschene Wälder, eine bösartige Hexe und vielerlei andere zauberhafte Wesen. Wichtige Elemente aus dem bekannten Märchen, wie etwa der vergiftete Apfel oder die sieben Zwerge, sind hier nur Randerscheinungen, die nicht mehr als ein Alibi oder eine Hommage an das Original sein dürften, da sie die Handlung weder vorantreiben noch bereichern. Das Ganze erinnert zuweilen stark an bereits Gesehenes (z. B. »Lord of the Rings« oder »Games of Thrones«), verliert dadurch aber keineswegs an Charme. Auch von Guillermo del Toro's Kreaturendesign oder den christlichen Symbolen aus der »Die Chroniken von Narnia«-Reihe wurden Anleihen genommen. Die zeitgemäße Umsetzung erinnert wirklich nur noch am Rande an das altbekannte Märchen Schneewittchen. Durch Powerfrauen wie Charlize Theron und Kristen Stewart wirkt der Film viel zu emanzipiert um noch an ein klassisches Märchen zu erinnern. Auch die sieben Zwerge schlüpfen in eine neue Rolle und neu hinzukommende Charaktere ziehen die Handlung schließlich in eine komplett andere Richtung. Als Zwerge wurden etwa gestandene Charakterdarsteller (Ian McShane, Eddie Marsan) sowie beliebte Witzbolde (Bob Hoskins, Nick Frost) besetzt und durch Spezialeffekte "verzwergt". Bob Hoskins als Zwerg ist durchaus eine reizvolle Besetzung. Allerdings hat der Hollywood-Altstar nicht viel mehr als ein paar kurze Sätze zu sagen, die man genauso gut hätte weglassen können. Überzeugen kann auch Chris Hemsworth (»Thor«) als Jäger und Trunkenbold, der erneut gekonnte Action und Humor mit einem Schuss Tragik zu verbinden weiss. Getragen wird der Film von den beiden Hauptdarstellerinen des Films, die ihre Rollen recht professionell in Szene setzen. Kristen Stewart als wirklich hübsches Schneewittchen kann auch in den starken, kämpferischen Szenen überzeugen. Und Charlize Theron (»Monster«, »The Road«) erweist sich als Paradebeispiel im Sinne einer mimisch wandlungsfähigen Charakterdarstellerin mit dem Hang zur Übertreibung. Ihre Performance ist die einzige, die auch später noch hängen bleibt. Fazit: Fernab jeglicher märchenhafter Verklärung erschafft Regisseur Rupert Sanders ein Fantasy-Universum, das sowohl seine Figuren, wie auch ihre Umgebung ernst nimmt und ihr Schicksal in glaubhafter, aber nicht übertrieben düsterer Manier erzählt. Damit richtet sich der Film zwar mehr an ein erwachsenes als ein kindliches Publikum, doch die Geschichte selbst verliert auch für ältere Zuseher nicht an Faszination. Nicht zuletzt durch die einfallsreiche und visuell gelungene Umsetzung und das packende Erzähltempo.
Joerg Melzer
Das größte Missverständnis dieses Films ist es, dass man Kristen Stewart hier als attraktiver als Charlize Theron verkaufen möchte. Das mag letztlich optisch Geschmackssache sein, Mrs. Stewarts Schauspiel ist es aber wohl kaum, und da Attraktivität auch aus Ausstrahlung rührt, baut "Snow White And The Huntsman" auf einem großen Lügengebilde auf, das ihm arge Glaubwürdigkeitsprobleme bereitet. Denn Stewart ist zu keiner Zeit dazu in der Lage, den Film zu tragen, was nur noch fataler wird, als sie letztlich zur neuen Johanna von Orleans hochstilisiert wird. Ansonsten gelingt dem Regisseur in seinem Erstlingswerk ja durchaus die Gestaltung einer hübschen Märchenwelt, die in den besten Momenten leichte Alice-Anleihen verwendet und neu formatiert, dann aber wieder aussieht wie eine keimfreie New-Age-Fantasie oder ein Loreena-McKennitt-Cover. Auch die Annäherung an den klassischen Stoff ist eher von Stock-im-Arsch-Natur, traut sich nämlich einerseits nicht, essenzielle Punkte zu verändern und tut auf der oberflächlichen Ebene so, als würde alles an der Vorlage umgekrempelt werden.

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