Total Recall Stream Deutsch

Was ist Wirklichkeit?
Total Recall
Herzlich Willkommen bei Rekall, der Firma, die ihre Träume dank ihres Total Recall Verfahrens in reale Erinnerungen verwandeln kann. Für den Fabrikarbeiter Douglas Quaid klingt der Urlaub, den man nur in seiner Phantasie macht, nach der perfekten Lösung, seinem frustrierenden Leben zu entgehen. Obwohl er eine wundervolle Frau hat, die er liebt, könnten die Erinnerungen an ein Leben als Super-Agent genau das sein, was Douglas gerade braucht. Bei der Gedankenbefüllung geht jedoch etwas schief und Quaid wird plötzlich zu einem gejagten Mann. Auf der Flucht vor der Polizei verbündet sich Quaid mit einer Rebellenkämpferin. Zusammen wollen sie den Anführer jener Untergrundorganisation finden und Cohaagen aufhalten. Die Linie zwischen Fantasie und Realität beginnt zu verschwimmen und das Schicksal seiner Welt hängt am seidenen Faden, als Quaid herausfindet, was seine wahre Identität, seine wahre Liebe und sein wahres Schicksal ist.

Reviews

Kalla Malla
Wir schreiben das Jahr 2084: Die Welt ist in zwei Machtbereiche aufgeteilt - Euroamerica und die asiatische Region New Shanghai ringen um die Vorherrschaft. Auch in der Zukunft ist die Menschheit nicht vor eintönigen Jobs gefeit. So einen hat auch Douglas Quaid (Colin Farrell), der in einer Fabrik arbeitet und mit seinem Leben in letzter Zeit unzufrieden ist. Daran kann auch Lori (Kate Beckinsale) nichts ändern, die schöne und verständnisvolle Frau an seiner Seite, und sie kann ihn auch von den Albträumen nicht bewahren, die ihn immer öfter quälen. Doug beschließt, einen verheißungsvollen Urlaub bei der Firma »Recall« zu buchen, die ihren Kunden Wünsche erfüllen, indem sie ihnen freudvolle Erlebnisse ins Gedächtnis einpflanzen, an die sie sich später gerne wieder erinnern. Allerdings hat Quaids bester Freund Harry (Bokeem Woodbine) ihn davor gewarnt, mit seinem Verstand rumpfuschen zu lassen und scheint gute Gründe gehabt zu haben: Kurz bevor Rekalls Mitarbeiter McClane (John Cho) mit seiner Prozedur beginnt, macht ihn irgend etwas stutzig, dann erstürmt die Polizei den Laden, und nach einer wilden Schießerei gelingt es Doug die Angreifer zu überwältigen. Er ist selbst erschrocken, mit welchem Geschick er seine Gegner zur Strecke gebracht hat, kurz darauf versucht auch noch seine eigene Frau ihn zu töten - und bald wird ihm klar, dass er nicht der ist, für den er sich gehalten hat. Gerettet wird Quaid von der Rebellin Melina (Jessica Biel), der er sich anschließt auf der Suche nach dem Widerstandskämpfer Kuato (Bill Nighy), seiner eigenen Identität und im Kampf gegen den mächtigen Vilos Cohaagen (Bryan Cranston), der für seine Misere verantwortlich zu sein scheint... Die darstellerischen Künste von Arnold Schwarzenegger kann man sicherlich nicht als oscarreif einreihen. Da stört mal sein steirischer Akzent, der bei Filmen wie »Hercules in New York« unweigerlich zur Geltung kommt, aber gerade deswegen auf Internetseiten wie Youtube ein Hit ist. Auch bei den Razzies, wo die filmisch schlechtesten Leistungen alljährlich bewertet werden, ist Schwarzenegger bis jetzt mit acht Nominierungen vertreten. Ein gewisses Charisma hat er aber für seine Rollen trotzdem eingebracht und dabei eine unglaubliche Leinwandpräsenz entwickelt. Deshalb kann man es nicht verübeln, dass dem irischen Schauspieler Colin Farrell seine Schuhe doch um ein paar Nummern zu groß sind, wenn er in einem Remake von Paul Verhoevens »Totel Recall« auf den Spuren von Arnie wandert. Das gilt aber nicht nur für den Hauptdarsteller. Auch Regisseur Len Wiseman und sein Film selber müssen sich den Argusaugen des Publikums stellen - da es sich bei »Totel Recall« schließlich ja um einen waschechten Klassiker handelt. Colin Farrel versucht erst gar nicht, als Muskelikone zu glänzen. Er probiert's mit Schauspielkunst anstatt Körperlichkeit. Das gelingt aber nur teilweise, da einem doch immer der direkte Vergleich zu Arnies bizepsgeschwängerter Darstellung einfällt. Auch Wisemans Regieführung mangelt es an eigenen Ideen, weshalb sich sein Film schlussendlich immer wieder doch dem direkten Vergleich zum Original aussetzen muss. Der fällt aber gar nicht so schlecht aus, ist aber weit davon entfernt, die literarische Vorlage »Erinnerungen en gros« von Philip K. Dick erneut zum Meisterwerk zu krönen. Über Hollywoods Remakewahn der letzten Jahre lässt sich sicherlich diskutieren. Was für die einen als total indiskutabel erscheint, ein gelungenes Original besser oder zumindest genau so gut nochmal zu machen, sehen die anderen als tolle Huldigung eines Klassikers und ebenso als zeitgemäße Neuauflage. Huldigen will Len Wiseman Paul Verhoevens »Total Recall« auf jeden Fall. Das sieht man in einigen Sequenzen. Wem also Paul Verhoevens 1990er-Klassiker vertraut ist, der wird einiges entdecken, dass ihm aus dem Vorgängerfilm durchaus bekannt vorkommt und deshalb auch zum Schmunzeln verleitet. Aber nicht alles ist als Kopie des Originals zu sehen. Der Film hat durchaus seine Eigenständigkeit. Zu Filmanfag blicken schon neue Ansätze durch, da Wisemans »Totel Recall« ausschließlich auf einer postapokalyptischen Erde angesiedelt ist und der Mars als Schauplatz der 1990er-Version komplett gestrichen wurde. Vor allem die Vorstellung, Großbritannien als Mutterland und Australien als Kolonie zu sehen, ist vollkommen neu und man könnte ihn als politisches Statement gegen die jahrhundertelange und teils immer noch vorhandene Abhängigkeit Australiens von Großbritannien sehen. Wenn man das aber als interessanten neuen Kniff in der Geschichte oder tatsächlich als kritische Botschaft sehen soll, hätte man sich doch etwas mehr Konsequenz geben müssen. Unterm Strich ist das als gelungene Drehbuchidee anzusehen, die sich wohltuend vom Original abhebt. Bei den Unterhaltungswerten des Films sieht's hier jedoch ganz anders aus. Paul Verhoeven's 1990er-Version von »Totel Recall« punktet vor allem dadurch, dass seine Drehbuchautoren dem Film einen unglaublichen Charme verliehen haben, indem sie so manche Szene mit Augenzwinkern nahmen und den Film stellenweise sogar eine dezent trashige Note gaben. Das ist bei Wiseman nicht der Fall. Dieser nimmt das Skript unglaublich ernst, was nicht weiter tragisch wäre, wenn dadurch nicht der Zauber, der das Original mitunter auszeichnet, fehlen würde. Auch die Balance zwischen Traum und Realität ist hier sehr unausgewogen. Bei Paul Verhoevens Film war man sich nie sicher, was nun und ob tatsächlich etwas in der Wirklichkeit passiert. Im Gegensatz dazu weiß man bei Len Wiseman recht schnell, wie der Hase läuft. Die Anlegung des Rollencharakters als verwirrter, aber knallharter Geheimagent gelingt Colin Farrell recht ordentlich. Er versucht erst gar nicht, auf »Terminator« Arnold Schwarzenegger zu machen. Er legt die Darstellung seiner Rolle mehr auf die innere Unsicherheit des Protagonisten, die klar im Kontrast zu seinen konsequenten, fast einprogrammierten Handlungen steht. Die Schauspielkünste von Jessica Biel und Kate Beckinsale hingegen gehen im Film vergleichsweise zu Colin Farrell's Rolle irgendwie als blass unter. Vor allem Beckinsale glaubt, dass ein Bösewicht dann besonders ernst genommen wird, wenn er/sie möglichst finster dreinschaut. Bryan Cranston als Kanzler und Bill Nighy als Widerstandsanführer sind als Nebendarsteller durchwegs gut besetzt, jedoch maßlos unterfordert. Man hätte den zwei Charaktermimen durchaus mehr Leinwandzeit geben können, um die Spannung zwischen den beiden Charakteren etwas ausführlicher zu gestalten. Fazit: Das Remake von »Totel Recall« hat trotz all dieser Kritikpunkte durchaus seine Berechtigung und ist sicher kein Totalausfall. Hervorzuheben sind krachende Actionszenen, ausgezeichnete Spezialeffekte und gelungene neue Regie- und Drehbuchansätze. Die Kurzgeschichte von Philip K. Dick »Erinnerungen en gros» strotzt eben vor Genialität, die auch im Remake von Len Wiseman immer noch zu spüren ist.

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