Edgar Wallace: Zimmer 13 Stream Deutsch

Edgar Wallace: Zimmer 13
Sir Robert Marney, Mitglied des britischen Unterhauses, erhält auf seinem Landsitz unangenehmen Besuch von einem alten Freund Bandenchef Joe Legge. Vor Jahren hatte Marney ihm geholfen, sich nach einem Überfall ins Ausland abzusetzen. Jetzt zitiert Legge den Abgeordneten und dessen hübsche Tochter Denise umgehend in einen ominösen Nachtclub. In Zimmer 13 werden sie bereits von mehreren Gangstern sehnsüchtig erwartet die finstere Bande plant einen großen Eisenbahn-Raubüberfall. Sir Marney soll dabei behilflich sein, sonst wird seine Tochter umgebracht. Während der geheimen Besprechung wird in einem Nebenzimmer eine Striptease-Tänzerin mit einem Rasiermesser kaltblütig ermordet. Plötzlich wimmelt es im Club nur so von Polizisten...

Reviews

Kalla Malla
Vor rund 20 Jahren konnte sich Joe Legge (Richard Häussler) nach einem Bankraub dank der Hilfe von Sir Robert Marney (Richard Giller) ins Ausland absetzen. Nun plant Legge einen großen Überfall auf einen Postzug, bei dem er sich wieder die Hilfe Sir Marneys erbittet. Um seinem Wunsch Nachdruck zu verleihen, droht er damit dessen Tochter Denise Marney (Karin Dor) zu ermorden, sollte er seiner Bitte nicht nachkommen. Der Erpresste schaltet den Privatdetektiv Johnny Gray (Joachim Fuchsberger) ein, um sich und seine Tochter vor den Übergriffen Legges zu schützen. »Zimmer 13« gehört zu den unbekanntesten Wallace-Filmen, was nicht ganz gerecht scheint, da er spannungsmäßig Klassikern der Reihe wie dem "schwarzen »Abt« deutlich überlegen ist. Hier entsteht die Spannung nicht durch unheimliche Schlösser und maskierte Killer, sondern »Zimmer 13« beschreibt den minutiös geplanten und durchgeführten Überfall auf einen Postzug. Nebenbei mordet noch ein Unbekannter mit einem Rasiermesser, was dem Film seinerzeit eine FSK 18-Einstufung beschert hat, diese Morde sind nämlich nicht ohne und ganz klar Hitchcocks »Psycho« zu verdanken, auf dessen Erfolg man kurz noch aufspringen wollte (wenn auch sehr spät, aber das ist ja typisch für eine deutsche Produktion). Auch die Auflösung des Rasiermesser-Falls ist aus besagtem Horror-Klassiker übernommen (ein Kindheits-Trauma, hier sehr naiv benutzt). Die Romanvorlage von Edgar Wallace wurde hie nur sehr frei umgesetzt. Wie vorhin angesprochen, hatte im gleichen Entstehungsjahr Suspensemeister Alfred Hitchcock mit »Psycho« großen Erfolg und auch in Reinls Film ist das Motiv für die Mörderin ein traumatisches Erlebnis mit der verstorbenen Mutter, Die zudem auch noch ein Verhältnis mit dem Gauner Legge hatte. Eine simple Parallelmontage stellt die Rasiermesser-Morde mit den anderen Verbrechen in einen Zusammenhang, was indes wenig plausibel wirkt. Aber um Glaubwürdigkeit bemüht sich ja kaum einer der Wallace-Rialto-Filme. »Zimmer 13« ist auch der einzige Wallace-Film, der nur ein halbes Happy End anbieten kann - mehr soll hier nicht verraten werden - und hebt sich schon dadurch vom Rest der Streifen ab. Eddi Arent spielt hier einen seiner witzigsten Parts, einen durchgeknallten Forensiker, der mit Schaufensterpuppen spricht. Wer übrigens hinter dem Filmtitel ein unheimliches Mysterium vermutete, wurde enttäuscht: »Zimmer 13« hat nichts Geheimnisvolles oder gar Grauenerregendes an sich - es birgt bloß das Generalstabsbüro von Gangster Legge & Co. Fazit: »Zimmer 13« bietet einen wirklich erstklassigen Ansatz und eine stellenweise packend-spannende Story. Diese wird allerdings durch die alberne Darstellung Eddi Arents um einiges gedrosselt und durch die aufgesetzte Art der Erotik-Einlagen auch nicht unbedingt weitergebracht. So wird aus dem Film ein über weite Strecken packender Thriller mit großen Schönheitsfehlern, den man als gute Unterhaltung auf durchschnittlichem Niveau

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