Prometheus - Dunkle Zeichen Stream Deutsch

Die Suche nach unserem Ursprung könnte unser Ende sein.
Prometheus - Dunkle Zeichen
Wir schreiben das späte 21. Jahrhundert. Überall auf der Welt wurden bei den unterschiedlichsten uralten Kulturen, wie den Azteken oder Mesopotamiern, Zeichnungen gefunden, die auf eine Art Sternenkarte hinweisen. Eine Gruppe von Wissenschaftlern unter Leitung von Dr. Elizabeth Shaw soll im Auftrag des Weyland-Konzerns, gegründet vom Visionär Peter Weyland, diesen Zeichen nachgehen, die Shaw als eine Art Einladung deutet. Die Mission, die von Meredith Vickers für den Weyland-Konzern organisiert und überwacht wird, führt das Team und die Crew von Captain Janek an den Rand des Universums und in eine Welt jenseits der Vorstellungskraft. Was sie schließlich finden, ist nicht nur die mögliche Wiege der Menschheit, sondern auch der wahrscheinliche Untergang der menschlichen Rasse.

Reviews

Kalla Malla
Zusammen mit ihrem Freund und Kollegen Charlie Holloway erkundet die Archäologin Elizabeth Shaw (Noomi Rapace) eine Höhle in einem kargen Gebirge in Schottland und stößt dort auf die Zeichnungen einer uralten menschlichen Kultur. Dort sind Menschen abgebildet, die offenbar eine Gottheit verehren und auf ein Sternbild hindeuten, das Elizabeth bekannt vorkommt: Es ist dieselbe Konstellation, wie sie auch in anderen Gegenden der Welt bei Ausgrabungen von verschiedenen Zivilisationen aus unterschiedlichen Zeiten hinterlassen wurden. Was die einen als Sternkarte identifizieren, sieht Elizabeth als Einladung einer außerirdischen Spezies, die einst die Erde besucht hatte - und sie ist gewillt, dieser Einladung nachzukommen. So wird sie Teil einer Expeditionstruppe, die in einem Raumschiff den Planeten erforschen soll, von dem die Aliens stammen. Geleitet wird die Mission von Meredith Vickers (Charlize Theron), deren Firma Weyland Industries sich die Erkundung ferner Welten zum Ziel gesetzt hat und für die Reise ins Ungewisse die von ihr gebaute »Prometheus zur Verfügung stellt. Mit an Bord ist auch deren neuester Android David (Michael Fassbender), der ebenso wie Meredith nicht immer die selben Interessen zu verfolgen scheint wie das Forscherteam. Als die Prometheus schließlich am Ziel ankommt, muss deren Besatzung feststellen, dass die Mission wahrlich kein Spaziergang wird. Lebensfeindlich wie die Umwelt des Planeten ist auch die Spezies, die sich hier unberechenbar entwickelt und bereits ihren Schöpfern den Tod gebracht hat. Ihr aggressiver Evolutionszyklus bedroht nicht nur das Leben der Crewmitglieder, sondern sogar die ganze Menschheit... Es war im Juli 2011, als Regielegende Ridley Scott seinen Fans verkündete, dass er mit »Prometheus« an die erfolgreiche »Alien«-Reihe anknüpfen wolle. Und dass sein Film ein Prequel zu seinem Sci-Fi-Meisterwerk aus dem Jahre 1979 sei. Monate vor dem Filmstart wurde die Erwartungshaltung der Science-Fiction-Fans mit atemberaubenden Teaser-Trailern, Setphotos und Drehbuchauszügen nochmals in die Höhe geschraubt. Das »Virale Marketing« lief auf Hochtouren. Jede kleinste Information verbreitete sich in Windeseile im World Wide Web. Das Science-Fiction-Genre sollte neues Gedankenfutter infundiert bekommen. Und das ausgerechnet von dem englischen Meisterregisseur, der nach 30 Jahren zum Science-Fiction-Genre zurückkehrt und der mit »Alien« und »Blade Runner« das Genre gleich zweimal revolutionierte. Damals vor mehr als 30 Jahren setzte Ridley Scott mit dem Sci-Fi-Schocker »Alien« Maßstäbe. Die namenlose Kreatur, ein nachtschwarzer Alptraum mit lang gewölbtem Schädel, spitzem Schwanz und ausfahrbarem Zweitmaul, geschaffen vom Schweizer Künstler H.R. Giger, wurde zum Klassiker. Drei Fortsetzungen, inszeniert von den eigenwilligen Filmemachern James Cameron, David Fincher und Jean-Pierre Jeunet, sowie zwei Spin-Off-Überschneidungen mit dem »Predator-Franchise« folgten. Sie sponnen die Mythologie des »unheimlichen Wesens aus einer fremden Welt« weiter, ohne je dessen Ursprung zu ergründen. Das besorgt Scott nun selbst – allerdings nur mit dezenter Andeutung des stilprägenden Monsters. Scott lässt sich wie in seinem »Alien-Film« von 1979 auch in diesem Sequel Zeit, bis das Gemetzel durch die außerirdischen Wesen beginnt. Actionfans dürften wohl etwas ungeduldig werden, wenn die Kamera langsam durch das Raumschiff oder über die schroffen Weiten des fremden Planeten gleitet. Es sind eindrucksvolle Bilder, die Scott von diesem Horrortrip zum angeblichen Ursprung des Lebens entwirft. Das Raumschiff trägt den symbolischen Namen Prometheus - wie die Gottheit aus der antiken Sagenwelt, die die ersten Menschen aus Ton formte. Prometheus wurde später elendig an einen Felsen gekettet, wo er in ständiger Pein lebte. Auch die Prometheus-Weltallexpedition steuert in fataler Selbstüberschätzung ihrem blutigen Ende entgegen. Dabei hält Regie-Altmeister Scott Konventionen des Alien-Genres ein, ohne dass sein Film kreativarm wird. Menschen irren durch dunkle Gänge, das Grauen im Nacken. Totgeglaubte leben länger. Und: Wo gute Absicht ist, lauert stets das Böse. Abseits des wirklich perfekt gelungenen Effekt-Feuerwerks, welches uns selbst in Zeiten der CGI-Massenüberschwemmung immer wieder überraschen kann, bietet der Film eher wenige Aha-Momente, die einen als Fan der »Alien«-Reihe vom Hocker hauen. Vielleicht liegt es auch einfach daran, dass die ersten »Alien«-Teile uns zu einer Zeit das Fürchten lehrten, als der Weltraum filmtechnisch noch nicht so inflationär ausgeschlachtet wurde. Es gibt zwar mehrmals kleine Lichtblicke: das Betreten eines Höhlensystems auf dem fremden Planeten löst zum Beispiel ein ähnlich beklemmendes Gefühl aus, wie einst der Kultfilm in seinen besten Momenten; doch sind in weiterer Folge Riesententakel und vor Schleim triefende Zähne nicht hinreichend, um den hochgesteckten Erwartungen gerecht zu werden. Die Geschichte an sich scheint auf eine Fortsetzung hin ausgelegt worden zu sein. Fragestellungen wie: »Woher stammen wir ab?« »Sind wir nicht alle Aliens?« klingen zwar hochinteressant und liefern einen spannenden Ansatz, der diesen Film unterhaltungstechnisch am Laufen hält, doch um befriedigende Antworten zu bekommen, muss man hier wohl auf ein Sequel warten. Andernfalls ergäbe der Film eine Verschwendung an Geld und wirklich guten Ideen, die einem Ridley Scott mehr als peinlich sein müsste. Nicht umsonst hatte Autor Damon Lindelof im Vorhinein mit einer gewissen Ironie betont, dass ein mögliches Scheitern des Films ausschließlich seine, aber nicht Scotts Schuld sein würde. Er muss wohl geahnt haben, was auf ihn zukommen würde. Denn während die visuelle Brillanz von »Prometheus« praktisch uneingeschränkt außer Frage steht, richtet sich die Kritik erwartungsgemäß gegen ein (vermeintlich) unausgegorenes Drehbuch, das zu viele Fragen aufwerfe, keine durchdachten Antworten liefere (wenn überhaupt welche) und bei Figurenzeichnung wie Themenvielfalt arg inkohärent geraten sei. Die Urteilslage muss niemanden wundern, denn Lindelof ist vor allem für seine Arbeit am Serienphänomen »Lost« bekannt (wo die Existenz des Universums immerhin von einem überdimensionalen Korken abhing), und da lagen die Vorwürfe, die man ihm für die finale Staffel gemacht hatte, vermutlich noch einigermaßen frisch und reproduktionsbereit in der Schublade. Dass sich das meiste, was man ihm jetzt ankreidet, bei genauerem Hinsehen nicht wirklich aufrecht erhalten lässt (oder seinen guten Grund hat), steht auf einem anderen Blatt. Die Darstellungskunst der handelnden Akteure wirkt eher durchwachsen. Schauspieltechnisch stechen nur Michael Fassbender und Noomi Rapace wirklich hervor. Fassbender mimt einen gefühlskalten Androiden, der aber mehr emotionales Spiel hervorbringt als Charlize Theron, die im Gegensatz zu ihrer Rolle als böse Königin in »Snow White« sehr zurückhaltend auftritt. Noomi Rapace wurde in vielen Kritiken als nicht gleichwertig mit Sigourney Weaver eingeschätzt. Das stimmt so sicher nicht. In einer, für die breite Masse zugegebenermaßen doch sehr heftigen Abtreibungsszene, zeigt uns Rapace mehr als deutlich, dass sie über keinen geringeren »Bad-Ass«-Faktor als Ellen Ripley verfügt. Fazit: Prometheus ist ein sehr guter und unterhaltsamer Science-Fiction Film, der geschickt Mysterien aufwirft und den Zuseher auch mit visuell eindrucksvollen und unterhaltsamen Szenen sehr gut bei der Stange hält. Der Film ist aber nicht das Meisterwerk, dass sich manche erhofft haben: Dazu drückt er sich zu sehr vor den interessanten Antworten und lässt den Zuseher in manchen Punkten etwas ratlos zurück. Aber man muss auch erwähnen, dass gerade die offenen Fragen und die Geheimnisse des Films dafür sorgen, dass man ihn nicht so schnell vergisst. Es bleibt ein thematisch faszinierender Film, der leidenschaftlich diskutiert werden wird, der verblüfft, verstört und - im Hinblick auf eine Fortsetzung - längst nicht alle Geheimnisse verrät.

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