Cloverfield Stream Deutsch

Etwas hat uns entdeckt.
Cloverfield
Eine ausgelassene Abschiedsparty mitten in Manhattan, doch plötzlich wackeln sprichwörtlich die Wände und Explosionen ziehen eine Schneise durch Manhattan, infernalisches Gebrüll tönt durch die Straßenschluchten und etwas, das dem Meer entstiegen ist, hat der Freiheitsstatue den Kopf abgerissen und schleudert diesen zur Begrüßung quer durch die halbe Stadt. Das Monstrum wird "Cloverfield" genannt und für die gerade eben noch Feiernden bedeutet das erstmal nur eins: raus aus der Stadt, möglichst lebendig, und auch ohne in die Schusslinie der Army zu geraten, die "Cloverfield" alles entgegen feuert, was verfügbar ist.
Title Cloverfield
Release Date 2008-01-15
Runtime
Genres Action Thriller Science Fiction
Production Companies Paramount, Bad Robot
Production Countries United States of America

Reviews

Joerg Melzer
Ein anstrengendes Erlebnis, dem in kluger Marketing-Strategie verbreiteten Geheimnis um „Cloverfield“ beizuwohnen, - doch eigentlich ist es nur ein „Godzilla“ im Blair Witch-Style mit 11.September-Feeling. Oder „Ein Monster macht Manhattan platt“ und jetzt seht mal, wie ein paar Twenty-Something-Yuppies das hautnah erleben. Viel sagt einem der Film ergo nicht, aber er bietet ordentlich Romms Bomms. Im Grunde ein gutes Beispiel dafür, wie unvermittelt das Schicksal zuschlagen kann, denn gerade befand man sich noch auf der Abschiedsfeier für Rob und kurz danach fliegt einem der Kopf der Freiheitsstatue entgegen. Was zu Beginn wie ein völlig belangloser Hobby-Film einer Party daherkommt, entwickelt sich nach einiger Zeit zu einem mit Realitätsnähe inszenierten Inferno, weil die komplette Handlung durch Amateuraufnahmen wiedergegeben wird. Leider ist Hobby-Filmer Hud ein ziemlicher Stümper, was beim Betrachter nicht selten zu Kopfschmerzen führt, mindestens. Was da im Kern vor sich geht, bleibt recht vage. Anfangs noch ein paar Breakin´ News im TV und dann ist man mittendrin. Erdbebenähnliche Erschütterungen, brennende Wolkenkratzer, berstende Scheiben, überall Explosionen, dunkler Qualm und Menschenmassen in Panik auf der Brooklyn Bridge. Unsere Truppe, die sich entgegen des sicheren Gebietes bewegt, um eine Freundin aus einer eingeklemmten Lage zu befreien, bekommt all das hautnah mit: Attacken von mutierten Insekten in einem U-Bahn Tunnel, erklimmen der 39. Etage eines einsturzgefährdeten Hochhauses, Einsatz der Army, abstürzender Helikopter und natürlich das Monster, von dem man nur erahnen kann, ob es nun aus dem Meer oder dem All stammt. Die Wissenschaftler bleiben komplett außen vor, die streng handelnde Army konkretisiert nichts und unsere Survival-Gruppe weiß noch weniger, sie gibt lediglich die Momentaufnahme wieder. Insofern ist das schon recht clever: Man präsentiert hanebüchenes Zeug und spart sich etwaige Erklärungen, indem man sich stets die Hintertür der Pseudo-Authentizität offen hält und kaum mehr erfährt, als die Protagonisten. Nur erfährt man über diese auch recht wenig, die Charaktere an sich werden nicht sonderlich entwickelt, da hätte man zu Beginn noch ein wenig mehr als austauschbare Party-Floskeln einbringen können, um später ein gezielteres Mitfiebern zu fördern. Die Figuren handeln unter Druck zwar authentisch und weitestgehend nachvollziehbar, sind einem innerhalb des von Panik getriebenen Pulks nahezu egal. Das Konzept mit der Handkamera geht zuweilen auch nicht wirklich auf. „Ich will nur dokumentieren, ich bin gar nicht da“ sagt Kameramann Hud irgendwann, doch er hält Szenen mit der Cam fest, die für einen Hobbyfilmer in dieser Situation schlicht unrealistisch erscheinen. Frech filmt er im Krankenlazarett alle Gesichter, hält drauf, wie jemand in eine tödliche Lage gerät, bekommt es ansonsten aber kaum hin, die Kamera ruhig zu fokussieren, wenn er den Zoom betätigt. Zugegeben, das quasi in Echtzeit offenbarte Filmmaterial sorgt für Tempo und die Idee mit dem überspielten Band (denn mittlerweile dürfte man doch eher mit Festplattenspeicher arbeiten) bringt ein paar wohlbekannte Eindrücke auf die Leinwand, doch wirklich ausgereift erscheint die Idee der visuellen Darbietung nicht. Andererseits, auch das ist ein Vorteil von den Wackelbildern und Unschärfen, wirken die Effekte größtenteils sehr realistisch, teilweise sogar beängstigend erdrückend, wenn einmal mehr ein Gebäudeteil einstürzt oder eine Detonation von dem viel zu unterentwickeltem Mikro der Kamera eingefangen wird, - da ist das Monster in Größe eines Hochhauses eher ein schwächelndes Element. Obgleich man es kaum zu Gesicht bekommt, wäre noch weniger deutlich mehr gewesen. Insgesamt jedoch überwiegt der positive Eindruck. Hier wurde zwar nichts Innovatives geschaffen, doch frische Impulse erhält der Monster/Katastrophen – Film durch den eigenwilligen Stil allemal. Stell dir einfach vor, du filmst Freunde auf einer Party und dann geht die Welt unter, während deine Kamera schlicht eingeschaltet bleibt. Das ist nicht perfekt umgesetzt, aber es hat was – und wenn es nur die leere Hochzeitskutsche innerhalb einer Trümmerlandschaft ist.

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