Alien 3 Stream Deutsch

ES ist wieder da.
Alien 3
Nachdem Ellen Ripley, die kleine Newt, Soldat Hicks und der Android Bishop von LV 426 entkommen sind und sich mit dem Raumschiff USS Sulaco auf dem Rückweg zur Erde befinden, bricht wegen des säurehaltigen Blutes eines Facehuggers ("Gesichtsumklammerer") auf einem Zwischendeck ein Feuer aus. Eine Rettungskapsel wird abgesprengt und macht auf dem Planeten Fiorina "Fury" 161, auf dem sich nur eine Strafkolonie befindet, eine Bruchlandung. Corporal Hicks und Newt sterben bei dem Aufprall bzw. durch Ertrinken, der Android Bishop ist nicht mehr funktionsfähig. Neben Ripley überlebt die Landung nur ein Facehugger, der sich in einem Rottweiler schnell einen neuen Wirt sucht. Das kurz darauf neugeborene Alien beginnt bald die Strafgefangenen zu dezimieren.

Reviews

Kalla Malla
Nach den grausamen Ereignissen auf der Kolonie LV-426 fliegen die Überlebenden Ellen Ripley (Sigourney Weaver), Hicks, Newt, sowie der Androide Bishop im Kälteschlaf durchs All. Als auf dem Transportschiff aus unbekannten Gründen ein Feuer ausbricht, wird die Kapsel mit den Kälteschlafkammern abgesprengt und erleidet infolge dessen eine üble Bruchlandung auf dem Planeten Fiorina 161. Bis auf Ripley, die aus ihrer Kapsel geborgen werden kann, überlebt keiner den Absturz, was für sie natürlich ein großer Schlag darstellt. Nachdem sie sich wieder einigermaßen erholt hat, wird sie von einigen Männern darüber aufgeklärt, dass Fiorina 161 einst ein ehemaliges Hochsicherheitsgefängnis war, in dem heute allerdings nur noch wenige Häftlinge gefangen gehalten werden. Die Schwerverbrecher, Kinderschänder und Mörder leben quasi friedlich mit den Wärtern und Aufsehern zusammen, ein jeder hier fristet sein eigenes, trostloses, bekümmertes Dasein. Waffen oder sonstige moderne Technologie gibt es auf diesem Planeten nicht, alles ist am Rande des Zerfalls. Trotz den relativ friedlichen Umständen hat Ripley nicht das einfachste Los, so ist sie nämlich die einzige Frau auf dem Planeten und dem Gefängnisleiter Andrews (Brian Glover) somit ein Dorn im Auge. Dieser befürchtet ein unkontrolliertes Verhalten seiner Häftlinge, die alle schon seit Jahren keine Frau mehr gesehen haben. Als ob das noch nicht problematisch genug wäre, muss Ripley auch noch entsetzt feststellen, dass anscheinend ein Alien mit an Bord ihrer Kapsel war, dass sich nun irgendwo in dem großen Komplex niedergelassen hat und auf seine Beute lauert. In dem Arzt Clemens (Charles Dance) findet Ripley einen Vertrauten, doch die Geschichte mit den fleischfressenden Bestien will auch er ihr nicht abkaufen. Erst als Andrews vor den Augen aller von der blutrünstigen Kreatur zerfleischt wird, schenkt man Ripley Glauben. Schnell bricht eine Panik aus, denn auf dem Planeten befinden sich keinerlei Waffen, mit denen man sich zur Wehr setzen könnte. Einer nach dem anderen fällt der Kreatur zum Opfer, nur Ripley wird immer wieder von dem Monster verschont. Entsetzt muss sie feststellen, dass sich ein todbringendes Alien-Embryo in ihr eingennistet hat... Obgleich ich mir vor dem Konsum von "Alien 3" darüber im Klaren war, dass dieses Werk von etlichen Kritikern als schlechtester Teil der Reihe zerissen wurde, war ich dennoch sehr guter Dinge, was insbesondere am Regisseur des Ganzen liegen dürfe. David Fincher, so sein Name, war damals noch ein eher unbeschriebenes Blatt und bis dato nur in der Musikvideo-Branche tätig. Seinen ganz großen Durchbruch hatte er erst 1995 mit dem Thriller "Sieben", worauf dann noch derart fantastische Filme wie "The Game", "Fight Club" und zuletzt "Panic Room" folgen sollten, welche ich allesamt gesehen habe und von jedem einzelnen begeistert war. Fincher hat einfach einen ganz eigenen, unverkennbar düsteren Stil, den man in allen seinen Filmen sofort wiedererkennen kann und so hielten sich meine Sorgen, dass "Alien 3" nicht die Klasse von Fincher's anderen Werken erreichen könnte, sehr in Grenzen. Gemein wie ich bin, nehme ich euch schon jetzt die Spannung und verrate offenherzig, dass "Alien 3" in der Tat nicht der schlechte Film war, als der er des öfteren beschrieben wird. Ich würde sogar so weit gehen, zu sagen, dass ich meinen Spaß mit dem Streifen hatte, gut unterhalten wurde und Fincher für die fein ausgearbeiteten Kulissen und die dichte Atmosphäre loben muss. ABER! Problemetischerweise handelt es sich hierbei um die Fortsetzung zweier absoluter Klassiker und da ist es einfach unmöglich, einen direkten Vergleich auszuschlagen. Und, so leid es mir irgendwie tut, diesen kann Fincher einfach nur verlieren. "Alien 3" ist mit Sicherheit noch immer ein Science-Fiction Thriller, der sehr wohl noch über dem Durchschnitt liegt, doch viele kleine Aspekte sorgen dafür, dass ihm bei einem Wettlauf mit den beiden Vorgängern schnell die Puste ausgeht. Nachdem Cameron 1986 ein gigantisches Actionfeuerwerk entbrennen ließ, geht Fincher die Sache zuerst etwas langsamer an und beschränkt sich, wie im ersten Teil, auf nur ein Alien, dass einer kleinen Gruppe von Menschen sprichwörtlich Feuer unter dem Arsch macht. Dies jedoch ist noch nicht einmal mein Hauptkritikpunkt, dieser verlagert sich vielmehr auf die enttäuschende Einführung der verschiedenen Charaktere. Wo "Aliens - Die Rückkehr" da keinen Grund zur Beschwerde bot, haben wir hier ein Ärgernis nach dem anderen. Abgesehen von Ripley und Clemens wirken die Figuren wie aus dem Handbuch für 08/15 Klischees entnommen, die es so schon tausende Male zu begutachten gab. Das hierdurch resultierende Problem ist, dass man kaum mit den Charakteren mitfiebert, da können leider auch die passablen Schauspielerleistungen nicht mehr viel retten. Ebenso enttäuschend sind die Effekte, insbesondere auf das Alien bezogen. Ich hätte es niemals für möglich gehalten, muss aber leider sagen, dass "Alien 3" unter dem Gesichtspunkt der Special Effects um einiges älter als der 6 Jahre zuvor erschienene "Aliens" aussieht. Vielleicht hätte man die Kreatur einfach nicht so häufig zeigen dürfen, das hat beim ersten "Alien" schließlich auch geklappt und war sogar hauptverantwortlich für ordentlich viel Gänsehaut und Atmosphäre. Nun aber wird dieses Gefühl der Hilflosigkeit angesichts einer bösartigen, durch das Dunkel huschenden Kreatur, deren Äußeres man beinahe nur erahnen kann, von einem schlecht animierten Computereffekt ersetzt. Sonderbar hierbei ist die Tatsache, dass die Brauchbarkeit der Alien-Animierungen quasi von Szene zu Szene schwanken, einmal wirken sie sehr billig, in der nächsten Sequenz erreichen sie hingegen locker wieder die Qualität eines "Aliens". Kommen wir nun aber zu den positiven Punkten, die hier natürlich ebenso zu finden sind. Insbesondere fällt da David Finchers typischer Stil ins Gewicht, der hier an allen Ecken und Enden durchschimmert. Fiorina 161 ist ein trostloser, verkümmerter Planet, dessen wenige Bewohner sich verzweifelt an die Religion klammern, um überhaupt noch einen Lebenssinn sehen zu können. Dem angepasst sind auch die Kulissen, die zwar überaus imposant und einem Science-Fiction Film entsprechend ausgearbeitet sind, gleichzeitig aber auch sehr viel Kälte und Abweisung ausstrahlen. Genau dieses im Grunde genommen düstere, deprimierende Merkmal mag ich so an Finchers Filmen und es hat mich sehr gefreut, es auch hier wieder bestaunen zu können. Es lässt sich zudem auch definitiv sagen, dass "Alien 3" der bis dato typischste Vertreter eines Unterhaltungsfilmes innerhalb der Reihe war. Hier setzte man vollends auf Action, sowie eine saubere Optik und ließ den Anspruch etwas außen vor. Ob man dies als positiv oder negativ erachtet, kommt wohl auf jeden selbst an, ich jedenfalls kann eine gewisse Weiterentwicklung gegenüber den Vorgängern gutheißen, auch wenn dies leider nicht nur positives mit sich bringt. An Blut hat man übrigens nicht gespart, dieses sollte wohl die kaum vorhandende Spannung wett machen. Der Film dümpelt oftmals nur so vor sich hin, um dann das Alien hin und wieder mal einen Gefängnisinsassen fressen zu lassen. Freunde von drastischer Gewalt werden sich anhand der brutalen Bilder zwar freuen, doch wem nach Nervenkitzel und Spannung ist, dem sei eher zu "Aliens - Die Rückkehr" geraten. Zu den Schauspielern möchte ich nicht viele Worte verlieren. Einziges Highlight ist meiner Meinung nach Sigourney Weaver, die mit ihrem neuen Look, nämlich einer Glatze, bedeutend besser als in den vorherigen Filmen aussieht. Zudem gibt sie sich alle Mühe, gegen das eher schwache Drehbuch anzukämpfen und kommt somit durchaus überzeugend rüber. Dies kann man auch von Charles Dance behaupten, der dem Charakter Clemens sehr viel Präsenz verleiht. Ansonsten sind allerdings leider nur typische und keine weiter erwähnenswerten Darsteller mit von der Partie. Fazit: Im dritten Teil der Reihe verschlägt es Ripley auf einen Gefängnisplaneten, wo sie sich nicht nur eine Glatze schneiden lässt, sondern sich auch gegen allerhand menschlichen Abschaum und ein fieses Alien behaupten muss. Was hier letztendlich zurückbleibt, ist ein sehr zwiespältiges Gefühl. David Finchers unverkennbar düsterer Stil rettet zwar die Atmosphäre des Films, doch vielleicht hätte man sich weniger auf die perfekte Optik und die grandiosen Kulissen, sondern vielmehr auf gut ausgearbeitete Charaktere, ordentliche Effekte und eine gehörige Dosis Spannung konzentrieren sollen. An und für sich ist "Alien 3" immer noch durchaus brauchbarer Science-Fiction Horror, doch verglichen mit den Vorgängern ist hier leider ein klarer Qualitätsverlust zu erkennen.
Joerg Melzer
Der dritte Teil der Alien-Saga geriet wieder zur stilistischen Staffelübergabe. Nachdem Cameron seine ureigenste Version der Alien-Saga mit Meisterdiplom abgeliefert hatte, durfte sich nun ein Regie-Novize versuchen, dessen große Zeit noch kommen sollte: David Fincher. Fincher war bemüht, dem Film einen individuellen Look zu verpassen, der sich nach Möglichkeit nicht an die Vorgänger anhängen sollte, damit es nicht wie eine billige Fortsetzung aussehen würde. Allerdings bedeutete das nach dem finalen Skript, dass sämtliche Möglichkeiten, die das Ende des zweiten Teils eröffnet hatte, vom Start weg fallengelassen wurden. Der sogenannte "Familiengewinn" durch Newt und Hicks löste sich mit Absturz baldigst in Wohlgefallen auf und brachte mit der Infektion Ripleys, die hier selbst zur Brutstätte einer Alien-Königin lediglich seine Protagonisten näher zusammen. Die sexuelle Komponente sollte nicht vergessen werden, so daß die emanzipierte Frau nunmehr inmitten von Männern fest saß, die entweder gewalttätige Verbrecher oder religiöse Eiferer waren und sich zu einem Orden zusammengeschlossen hatten, um in Ruhe zu büßen. In diese asketische Runde bricht nun die fleischgewordene Sexualität in Form von Ripley ein. Schon bald wird ersichtlich, daß hier mit Reife und Vernunft wenig zu tun ist, Ripley muß ihre Haar und ihre oberflächliche Weiblichkeit aufgeben, um als Gleicher unter Gleichen das Notwendige zu tun. Fincher inszeniert ein interessantes Katz- und Mausspiel in den Gängen der Metallfabrik, in denen sich ein einziges Alien durch den ganzen Film schlägt. Gefilmt aus der Alienperspektive, läßt er die Kamera an der Decke entlang stürmen, mit verfremdeter Optik hinter den flüchtenden Mönchen/Sträflingen her. Die riesige und halb verlassene Anlage ist dabei äußerst hilfreich. Gleichzeitig stellt sich der Film aber auch selbst ein Bein. Finchers Vorliebe für düstere Bilder ist hier schon recht aktiv, alles ist gedreht in düsteren Brauntönen, karg und eintönig. Das wirkt sich auch auf die Charaktere aus, die bei weitem kaum das Interesse generieren können, die Camerons oder Scotts Film mitbrachten. Weder tauchen da interessante Gesichter, noch tiefgründige Figuren auf. Da überdies alle "gleichgemacht" aussehen, fällt bisweilen die Unterscheidung schön schwer, von Charles Dutton mal abgesehen, der wenigstens einen Hauch von Tiefe ausstrahlt. Natürlich war das abzusehen. Cameron inszenierte den absoluten Overkill, hatte innere Dramatik, besaß psychologischen Unterbau und setzte auf Beschuß und Action ohne Ende. Davon wollte dieser Film sich entfernen. Das ging u.a. durch den Verzicht auf jegliche Schußwaffen, Militärs oder größere Verschwörungen, abgesehen von der zwielichtigen Rolle der Gesellschaft am Ende. Das Ergebnis war eine Mischung aus Robinson Crusoe und McGyver im Weltall, in allen Belangen unattraktiv umgesetzt. So sind dann auch die Szenen, in denen der zweite Teil repetiert wird (Bishops Teil-Reaktivierung, die Vorspann-Szenen, die Begutachtung der Leiche, das Auftauchen von Bishop 2) interessanter als der Religionskonfllikt. Erst als die Verfolgungsjagd zum Ende hin einsetzt, gewinnt der ungewohnt stille und leere Film an Drive. Selbstverständlich sickerte schon vor dem Start Ripleys finales Schicksal zur Presse durch und das vergraulte neben dem unattraktiven Look noch mehr Fans, die Cameron verwöhnt hatte. Dabei ist Finchers Stil durchaus individuell, der Film ohne größere Fehler umgesetzt, stimmig in seinen Bildern, doch in der ersten Hälfte zu selten wirklich spannungsfördernd. Die Existenz von nur einem Alien ist allerdings anders als in Teil 1 nicht unbedingt berauschend, dafür setzt der Film stärker als Cameron auf blutige Bilder. Zur falschen Zeit gegen die falschen Erwartungen mit den unpassensten Erwartungen - so kam Alien 3 bei den meisten Fans am schlechtesten weg. Wenn man aber "Alien 3" mit "Sieben" vergleicht, dann ist sich zwar Fincher treu geblieben, nur war der dritte Teil einer Filmserie für seine Ideen der falsche Einstieg.

Leave a Review?

You must be registered and logged in to submit your review.