Die Geschwister Savage Stream Deutsch

Die Geschwister Savage
Was tun, wenn der eigene Vater an Altersdemenz erkrankt und schnell gehandelt werden muss, der Kontakt zwischen Bruder und Schwester jedoch auf Sparflamme brennt? Unsentimental und mit trockenem Humor erzählt diese Tragödie, was es heißt, neue Probleme bewältigen zu müssen, wenn gleichzeitig alte Wunden aufbrechen. / Wunderbar gespielter und inszenierter Familienfilm mit viel trockenem Humor und Situationskomik.

Reviews

Michael
Mit ruhigen und einfühlsamen Bildern bringt die Regisseurin Tamara Jenkins (Fugitive Love, Hauptsache Beverly Hills) einen Film auf die Leinwand, der ein Thema behandelt, welches nicht nur in den USA, sondern auch hier in Deutschland gerne tabuisiert wird. Mit der Frage, ob man seinen pflegebedürftigen Vater in ein Pflegeheim abschieben soll oder sich doch lieber selber um ihn kümmern soll müssen sich täglich viele Menschen beschäftigen. Jenkins gelingt es diese ethnische Zwickmühle in Bilder zu verpacken, die berühren, aber nie konstruiert oder aufgesetzt wirken, sondern so, wie direkt aus dem Leben gerissen. Dabei verteufelt sie weder die eine noch die andere Meinung, sondern lässt ihre beiden Charaktere Wendy und Jon auf gelungenen Art und Weise jeweils eine der beiden Meinungen repräsentieren. Dabei lässt sie im Laufe des Films die Vorurteile der beiden gegenüber der Meinung des anderen immer weiter bröckeln, wodurch auch die private Spaltung der Geschwister immer mehr aufgehoben wird. Auch wenn es bald immer deutlicher wird für welche Seite sich Wendy und Jon entscheiden, hat man nie das Gefühl, dass dem anderen diese Entscheidung aufgedrückt wurde, sondern die Figur durch die Handlungen des Gegenübers in die entsprechende Richtung geführt wurde. Bei ihrem Film kann Jenkins dabei auf drei perfekt harmonisierende Darsteller zurückgreifen. Dabei wird schon bei dem völlig unterschiedlichen Körperbau von Philip Seymour Hoffman (Roter Drache, Capote) und Laura Linney (Mystic River, Das Leben des David Gale) klar, dass der Zuschauer es in „Die Geschwister Savage“ mit zwei charakterlich völlig verschiedenen Menschen zu tun bekommt, was sich schnell in den ersten Dialogen des Films und dem gezeigten Lebensstil der beiden manifestiert. Da ist es fast ein wenig Schade, dass Philip Bosco (Geschenkt ist noch zu teuer, Gottes vergessene Kinder) in seiner Rolle als Vater von Wendy und Jon beinahe schon zu einer Nebenfigur wirkt. Für mich ist seine Rolle mindestens genauso wichtig wie die der beiden Geschwister und für mich gehört auch eine ganze Menge Mut dazu, wenn man sich als Schauspieler mit heruntergelassenen Hosen und Demenzwindel filmen lässt. Aus meiner Sicht ist Tamara Jenkins mit ihrem Film zwar kein Meisterwerk, aber dennoch ein guter bis sehr guter Film gelungen, der nur daran kränkelt, dass es sich stellenweise ein wenig zieht. Zwar haben ihre Figuren dadurch mehr Raum sich zu entfalten, dennoch wäre es aus meiner Sicht schön gewesen etwas schneller auf den Punkt zu kommen, da man zeitweise wirklich das Gefühl hat, das einfach nichts passiert. [Sneakfilm.de]

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