Cloud Atlas Stream Deutsch

Alles ist verbunden
Cloud Atlas
Der Rechtsanwalt Adam Ewing lernt 1850 mit einem Schiff die Ureinwohner des Südpazifik und ihre Unterdrückung kennen. Der Junge Musiker Robert Forbisher arbeitet 1931 an seinem Wolkenatlas-Sextett und wird dabei von Ewings Tagebuch inspiriert. Die Journalistin Luisa Rey ermittelt 1975 über eine vertuschte Fehlkonstruktion beim Bau eines Atomkraftwerks und erfährt dabei auch von Forbisher. Der Verleger Timothy Cavendish, der Luisa Reys Geschichte veröffentlichen will, wird in der Gegenwart irrtümlich in ein Altenheim eingewiesen. In der nahen Zukunft kämpft die junge Replikantin Sonmi-451, deren Lieblingsfilm die Verfilmung von Cavendishs Lebensgeschichte ist, für die Anerkennung ihrer Menschlichkeit. Schließlich spielt eine Episode in ferner Zukunft, in der die menschliche Zivilisation weitgehend wieder auf den Stand der Steinzeit zurückgefallen ist. Nur ein Hologramm mit den Aufzeichnungen Sonmis kündet von der lange vergangenen Zeit.
Title Cloud Atlas
Release Date 2012-10-26
Runtime
Genres Drama Science Fiction
Production Companies Cloud Atlas Productions, Anarchos Productions, Ascension Pictures, Dreams of Dragon Picture, Five Drops, Media Asia Group, ARD/Degeto Film, X-Filme Creative Pool
Production Countries Germany, Hong Kong, Singapore, United States of America

Reviews

Kalla Malla
Es mag überraschen, aber unter meiner persönlichen Film Top 5, befindet sich kein einziger Horrorfilm. Drei davon wären "Green Mile", "Der Soldat James Ryan" und "Forrest Gump" - wer sie gesehen hat weiß was sie verbindet: alle haben Tom Hanks in der Hauptrolle, einer der (wie ich finde) begabtesten Schauspieler aller Zeiten. Dieser hat sich jedoch im Bereich des großen, "epischen" Filmes in letzter Zeit dann doch etwas rar gemacht, weswegen meine Vorfreude, als er im Kinotrailer zu "Cloud Atlas", einem Film von den Regisseuren von "Matrix" und "Lola Rennt", aufgetaucht ist, nahezu ins Unermessliche stieg. Aus Zeitgründen habe ich es nicht ins Kino geschafft und ehrlich gesagt haben mir die ersten, negativen Kritiken schon einen ordentlichen Dämpfer verpasst. Die Erkenntnis nachdem ich den Film im Heimkino gesehen habe: Kritiker können durchaus Recht haben, auch wenn ich es im Falle von "Cloud Atlas" nicht wahrhaben wollte. Da ich mir aber selbst gerne eine Meinung bilde und sie auch - sollte ich den Drang haben sie zu teilen - auch gerne niederschreibe, muss ich da jetzt durch: Ein Film sollte eines auf jedenfall können: den Zuschauer so schnell wie möglich fesseln und ihm einen raschen Einstieg in die Thematik bieten. Nicht umsonst gibt es vorallem im Horrorfilm praktisch jedesmal irgendwelche Appetizersequenzen (bzw. "Erste-Opfer-in-Filmminute-1-Szenen" wie man sie auch nennen kann), in denen es schon den ersten Blutzoll bzw. Schock zu verbuchen gibt. Das ist zwar meistens nicht elegant, aber dafür zweckdienlich, denn die Marschrichtung ist vorgegeben und der Zuschauer bekommt einen Einblick auf die kommende Stimmung im Film und kann sich bestenfalls schon in ihr einfinden. Und auch wenn "Cloud Atlas" mit einem Horrorfilm soviel zu tun hat, wie Jochen Taubert mit Talent, so zeigt er eine andere Möglichkeit auf, einen Filmanfang zu gestalten: Diese setzt eine gewaltige Selbstverliebtheit in das eigene Drehbuch voraus und wirft den Zuschauer einfach mal ins kalte Wasser: Ein Mann geht zu einem anderen Mann, der an einer Küste nach Zähnen gräbt und bekommt einen Vortrag über Kannibalismus gehalten - Schnitt - er läuft durch ein Sklavenlager und klappt zusammen - Schnitt - ein Arzt sagt ihm, er hätte einen Wurm - Schnitt - ein Mann schreibt einen Abschiedsbrief und legt sich in die Badewanne - Schnitt - er lässt sich von einem alten Mann Noten diktieren - Schnitt - eine Frau fährt durch eine kleine Demonstration - Schnitt - in der Zukunft erzählt ein Android über seine Ausbeutung in einem Restaurant - Schnitt - ... Moment, WAS??? So (halbwegs) durchschaubar es hier in niedergeschriebener Form auch wirken mag, so kompliziert ist es im Film, da jede Kurzepisode natürlich seine eigenen Charatere und Namen aufweist. Hilfreich ist hier das Backcover der DVD, denn anders würde man da erstmal nicht durchblicken - und zwar für eine ganze Weile. Natürlich kann ein solcher vertrackter Erzählstil funktionieren (beispielsweise bei "Babel", einem meiner anderen Top 5 Filme), aber hier wechseln sich die Szenen im 3, 4 Minuten Takt ab. Das kann jedoch auf keinen Fall funktionieren, da jeder einzelne Film letztendlich von seiner Stimmung leben muss. Und wenn man zwischen Robin Hood, Sci-Fi, 18tes Jahrhundert und Jetztzeit innerhalb von wenigen Minuten hin und herschaltet, kann letztendlich keine einzige Episode überzeugen und ihre Wirkung entfalten, da das Aufkommen von Atmosphäre oder genereller Stimmung von Grund auf verhindert wird. Zusätzlich stellt es sich dadurch nicht gerade als einfach heraus, dem allgemeinen Filmgeschen in irgend einer Weise zu folgen. Ehe man bei den ganzen Namen durchgelickt hat, ist die erste Hälfte des fast 3 Stunden langen Filmes nämlich schon vorbei und sämtliches anfängliches Interesse ist verflogen. Denn zum einen sind die Geschichten bei weitem nicht so tiefgreifend und verstrickt wie man es anfangs vermuten würde und zum anderen ist die Luft durch die kleinschrittige Erzählweise sehr schnell raus. Desinteresse ist die Folge und für einen Film, der es dem Zuschauer eh schon unnötig schwer macht, ist dies das Todesurteil. Und kaum dass man durch Zufall Interesse an einer bestimmten Episode zeigt, schneidet "Cloud Atlas" wieder auf etwas ganz anderes um und alle Atmosphäre ist wieder verflogen. Effekttechnisch kann man wahrlich nicht motzen, aber irgendwie muss ich schon sagen, dass das, was man hier präsentiert bekommt, absoluter Hollywoodstandard ist. In Ekstase muss man deswegen nämlich nicht verfallen, da die Effekte nichts anderes bieten als das, was Michael Bay, Zack Snyder, Christopher Nolan, Peter Jackson oder James Cameron seit Jahren schon auffahren. Genauso verhält es sich im Falle von "Cloud Atlas" auch bei den Schauspielern, die zwar zweifellos ihre Sache gut machen, aber durch die Inszenierung genauso verfeuert werden, wie die gesamte Story an sich. Denn die größten Schauspielkünste kommen eben dann zum Vorschein, wenn man den Leuten lange Zeit lässt und sie ruhig ihre Rolle spielen lassen. Man kann eben kein "Good Will Hunting"drehen, wenn man nach 3 Minuten Dialog zwischen Matt Damon und Robin Williams im Behandlungsraum irgendwo zurück in den germanischen Laubwald schneidet oder wo auch immer diese Episode aus "Cloud Atlas" spielen soll. Und man hätte auch den apokalyptischen Stimmungskiller "The Road" versenkt, hätte man zwischendurch Szene aus einem futuristischen, asiatischen Restaurant gezeigt. Wieso fährt man bei "Cloud Atlas" dann überhaupt die großen Namen auf, wenn man ihnen nicht den zeitlichen Raum gibt, ihren Charakter ruhig und ausführlich zu spielen? Zusätzlich hat man Tom Hanks und alle anderen Akteure, die hier mehrere Rollen verkörpert haben, unter tonnenweise Make-Up eh nicht erkannt. Ein Pluspunkt und ein Beweis des Könnens der Kostümdesigner und Maskenbildner, aber leider im Hinblick auf Charakteridentifikation absolut unnütz. Ein Kritiker meinte, "Cloud Atlas" sei in seiner Abfolge beispiellos - eine beispiellose Katastrophe. So krass würde ich das zwar nicht ausdrücken, denn dazu ist das rein Handwerkliche viel zu gut - aber prinzipiell gebe ich dem guten Mann da recht. Der Film versagt völlig in seinem Handlungsverlauf und erstickt an seiner eigenen Story. Für sich genommen höchst uninteressante Kurzgeschichten, mit uninteressanten Protagonisten werden marginal und völlig belanglos zusammengeschnitten. Gepaart mit einer viel zu hektischen Szenenschnittfolge, die keinem einzigen Element in diesem Film (sei das Schauspieler, Setting, Kulisse, etc.) den nötigen Raum gibt sich zu entfalten, und einer unnötig verkomplizierten Inszenierung, kommt "Cloud Atlas" in meinen Augen einer Enttäuschung gleich, wie man sie von Filmen dieses Kalibers selten gewohnt ist. Und von Tom Hanks erst recht nicht. Doch im schlimmsten Fall kann der behaupten, er wäre nie dabei gewesen - erkennen würde ihn kein Mensch.

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