Das Phantom der Oper Stream Deutsch

Das Phantom der Oper
Die Musikstudentin Christine entdeckt Noten zu einer unvollendeten Oper des mysteriösen Komponisten Destler. Als sie eine Arie vorträgt, beginnt für sie ein Alptraum. Sie erwacht aus tiefer Bewußtlosigkeit an der Londoner Oper Ende des 19. Jahrhunderts. Dort treibt der nach einem Pakt mit dem Teufel grausam entstellte Destler als mordendes Phantom der Oper sein Unwesen. Destler will mit allen Mitteln die Liebe von Christine erringen. Als er sie entführt, verfolgen ihn ein Polizeidetektiv und Christines Liebhaber in die Katakomben unter der Oper, wo Destler in einem Flammenmeer umkommt. Doch als Christine aus ihrem Traum erwacht, trifft sie auch in der Neuzeit auf das Phantom...

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Kalla Malla
Christine Day, eine junge Sängerin und Musikstudentin, entdeckt im musikalischen Archiv einer New Yorker Bibliothek die Noten zu einer unvollendeten Oper des mysteriösen und angeblich toten Komponisten Erik Destler. Sie verwendet das seltene Musikstück und trägt die Arie bei einem Casting vor, ahnt aber nicht, dass sie damit den Geist des Komponisten, des berüchtigten "Phantom der Oper" beschwört! So beginnt für sie ein Alptraum, denn sie erwacht nach einem Unfall während des Vorsingens aus tiefer Bewusstlosigkeit an der Londoner Oper Ende des 19. Jahrhunderts, wohin sie das grässliche und unmenschliche Geschöpf mit in seine Zeit geholt hat. Erik, der nach einem Pakt mit dem Teufel schrecklich entstellt ist, wird für sie zum "Engel der Musik" und gibt ihr in ihrer Garderobe Gesangsunterricht. Er hat sich in die bildhübsche Christine verliebt und verspricht, sie zu einem gefeierten Star zu machen. Da er – nachdem er seine Seele dem Teufel verkauf hatte, so grauenhaft verstümmelt ist, hat er sich in die Kanäle unter der Oper zurück gezogen. Da er Christine den Weg zum Opernstar ebenen will, beseitigt er alle, die ihr im Weg stehen oder ihm irgendwie auf die Nerven gehen und zieht ihnen fein säuberlich die Haut ab. Diese näht er sich, um sein Äußeres einigermaßen erträglich zu gestalten, auf sein Gesicht! Mit allen Mitteln will er die Liebe von Christine erringen, die seine Liebe aber nicht erwidert und so schleppt er sie brutal in sein Reich, in die gigantischen Katakomben tief unter dem Operngebäude. Dort, in den Gewölben, zwischen Kulissen, Geheimgängen und Falltüren, strebt Christines Alptraum ihrem Höhepunkt entgegen... Ende der 80er war die Begeisterung für die »Nightmare on Elm Street«-Reihe zwar etwas zurückgegangen, aber deren Kultfigur, »Freddy Krueger«-Darsteller Robert Englund, erfreute sich noch großer Beliebtheit. Da lag es nahe, ihn in einer klassischen Horror-Rolle zu besetzen, als Titelheld in der x-ten Gaston Leroux-Verfilmung »Das Phantom der Oper« (»Phantom of the Opera«). Das Vorhaben floppte, weil das Publikum zu jener Zeit keinen Horror-Kostümstoff akzeptieren wollte, und weil Andrew Lloyd Webbers grauenvolle Musical-Version gerade für Furore sorgte. Schade, denn hier handelt es sich um eine absolut sehenswerte Verfilmung des bekannten Stoffes. Tatsächlich hält sich diese Version von Regisseur Dwight H. Little in einigen Details näher an die Vorlage als andere Fassungen (die Friedhofs-Szene, die »Faust«-Anspielungen), weicht aber in anderen dafür stärker ab. So muss Robert Englund als »Freddy aus der Oper« einige dumme One-Liner zum besten bringen, die auf das jugendliche »Elm Street«-Publikum abzielen und eigentlich nichts in diesem Kostümfilm zu suchen haben, zumal die übrige Inszenierung eher von der düsteren Sorte ist. Die Effekte sind hingegen äußerst gelungen, und bei den Morden des Phantoms wird reichlich gesplattert. Die zickige Operndiva und Konkurrentin von Christine wird enthauptet (ihr Kopf landet bei einem Kostümball in der Suppenschüssel), anderen Opfern wird schon mal die Haut vom Leib gezogen. Dazu hat der Film mit Jill Schoelen - nach Jamie Lee Curtis die 2. Scream Queen der 80er (»The Stepfather«, 1987) - eine klasse Heldin, und auch die Nebenrollen sind gut besetzt. Dankenswerterweise verzichtet »Das Phantom der Oper« auch auf die mittlerweile gängige Dreiecks-Liebesgeschichte zwischen Christine, dem Phantom und Christines Lover Richard (Alex Hyde-White). Hier ist das Phantom kein maskierter Schönling, sondern ein grässlich entstelltes Monster, das sich aus Hautfetzen ein neues Gesicht zusammengestellt hat, das immer mal wieder erneuert werden muss, wobei Regisseur Little nicht an blutigen Großaufnahmen spart. Die Idee mit der Rahmenhandlung ist nachvollziehbar und gut umgesetzt (Christine »fällt« quasi wie Alice im Wunderland durch einen Spiegel, und der Film lässt es offen, ob sie träumt oder tatsächlich eine Zeitreise unternimmt), und am Ende schließt sich in der Gegenwart der Kreis überzeugend. Für einen trashigen Horrorfilm mit überschaubarem Budget kann sich die üppige Ausstattung übrigens mehr als sehen lassen. Die obligatorische Kronleuchter-Sequenz, die man in fast allen Adaptionen findet, fehlt hier allerdings, vermutlich aus Kostengründen. Besonders hervorzuheben wäre noch Misha Segals wuchtiger Orchester-Score, der seit Erscheinen des Films zu meinen Lieblings-Soundtracks gehört. »Das Phantom der Oper« ist keineswegs eine definitive Verfilmung und will das auch nicht sein. Sie kann aber neben anderen Adaptionen bestehen und ist einigen sogar überlegen (aus meiner Sicht ist sie zehnmal besser als Dario Argentos Version von 1998). An das Stummfilm-Original von 1929 kommt ohnehin niemand heran. Ursprünglich war eine Fortsetzung des Films geplant (was wäre »Freddy« ohne Sequel?), nachdem der Film aber an den Kinokassen Schiffbruch erlitt, wurden diese Pläne fallen gelassen. »Das Phantom der Oper« war das einzige Prestige-Projekt des noch jungen Labels »21 Century Films« von Menahem Golan (ehemals von »Golan-Globus«, die B-Fans der 80er in guter Erinnerung sind). Nach dem Misserfolg des Films meldete die Firma Bankrott an. Schade.

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